Phasen des Sexualzyklus

  1. Proöstrus   (Vorbrunst  )
  2. Östrus   (Brunst   - der Hündin)
  3. Östrus (Brunst - der Kätzin)
  4. Metöstrus   (Nachbrunst)
  5. Diöstrus   (Zwischenbrunst)
  6. Anöstrus   (Ruhephase zwischen zwei Brunstphasen)

 

Proöstrus - Vorbrunst

In diesem Abschnitt des Sexualzyklus   ändert sich das Verhalten der weiblichen Tiere, und ihr Geruch wird zunehmend interessanter für die Männchen. 

 

 

Vulva einer Hündin mit sekret auf einem weißen Tupfers.Blick durch das Lichtmikroskop eines Scheidenaustriches.



Die Scheide der Hündin schwillt an, ein fleischwasserfarbiger bis blutiger Ausfluss wird abgesondert.

 

Mikroskopische Abbildungen der unterschiedlichen Reifungsphases der Eizellen im Eierstock.

Reifung der Eizellen im Eierstock   von den Oogonien bis zum Tertiärfollikel   ->  siehe auch das Kapitel Follikelreifung


Unter dem Einfluss der Geschlechtshormone entwickeln sich in den Primärfollikeln des Eierstocks die Oogonien zu Oozyten  . Um die Oozyten bildet sich eine einzelne Zellschicht; dieses Gebilde wird als Primärfollikel bezeichnet. Sobald ein mehrschichtiger Kranz aus Follikelzellen den Oozyten umgibt, spricht man vom Sekundärfollikel. Diese entwickeln einen mit Flüssigkeit gefüllten Hohlraum und werden nun als Tertiärfollikel oder Graafsche Follikel   bezeichnet.

 Mikrophotografie der Gebärmutterschleimhaut während des Proöstrus.

Die Gebärmutter schwillt unter dem Einfluss der Östrogene   an, die Schleimhaut verdickt sich und bildet beim Hund Krypten  , in denen sich die Schleimhautdrüsen entwickeln.

 

Der Schleim des Gebärmuttermundes (Cervix  ) wird dünnflüssig.

 

 

Östrus –Brunst

Der Östrus wird auch als Brunst bezeichnet. In diesem Abschnitt des Sexualzyklus ist das weibliche Tier zur Paarung bereit. Die volkstümliche Bezeichnung variiert nach der entsprechenden Tierart. Bei der Hündin wird sie als „Hitze“ oder „Stehphase“ bezeichnet, bei Katzen spricht man von der „Rolligkeit“, die Stute ist „rossig“, die Sau ist „rauschig“ und das Rind „brünstig“ oder „stiert“.

Geschwollene und faltige Scheider einer Hündin während der Hitze.


Die Scheide schwillt im Östrus stark an. Ihre Schleimhaut wird faltig, gerötet und stärker durchblutet. In der frühen Phase des Östrus kann es zur Schleimhautblutung kommen, die mit fortschreitendem Östrus nachlässt. Bei der Hündin wird der Ausfluss schleimig.

 

Anzeichen für den Östrus bei der Katze

 

Typisch gebeugte Haltung einer Katze währen der Hitze.Katze mit erhobenen Schwanz, präsentiert die Vulva zur Deckung.



Während des Östrus geht bei Katzen die Aggressivität gegenüber Katern zurück, sie zeigen ein verstärktes Sozialverhalten, geben Laut und nehmen die typische Deckposition ein. Die Katze hockt sich auf die Vorderbeine, krümmt den Rücken durch und tritt mit den Hinterbeinen. Dabei präsentiert sie den Genitalbereich und legt den Schwanz zur Seite. Sie reibt den Kopf und Körper an Gegenständen und wälzt sich unter lautem Miauen voller Unruhe herum -> sie ist „rollig“.

Der Paarung geht ein intensives Liebespiel voran. Dabei prüft die Kätzin, wie sich der Kater immer wieder nähert und ob er sich für den Geschlechtsakt eignet. Beim Paarungsakt   drückt der Kater die Katze zu Boden und beißt sich in ihrem Nacken fest. Die Beine werden
seitlich vom Körper gespreizt.


Ausgeschachteter Penis eines Katers

Durch die hornartigen Auswüchse an der Eichel verursacht der Kater einen sehr starken Reiz in der Scheide, dieser löst über ein von der Hypophyse   ausgelöstes LH  -Peak den Eisprung (Ovulation  ) aus. Nach einer Kastration   des Katers werden die Penisstacheln stark zurückgebildet.

 

 

 Betrachtung eines Scheidenaustriches während der Läufigkeit unter dem Lichtmikroskop.

In der Scheide werden verhornte Epithelplatten abgestoßen, die über einen pyknotischen oder degenerierten Zellkern verfügen.

 

 

 

 

Anatomisches Präparat eines Eierstocks mit Folikeln einer Katze.Mikrophotografie eines Graafschen Follikel



Anatimisches Präparat mit postovulatorischen Follikeln.


Eierstock nach der Ovulation, Graafsche Follikel wandeln sich in den Corpus luteum   um.

Im Eierstock (Ovar  ) können die Graafschen Follikel nach einem spitzenhaften Anstieg (Peak) des luteinisierenden Hormons (LH) spontan   aufreißen und den Oozyten freisetzen. Der LH-Peak kann auch durch eine mechanische Reizbildung während des Geschlechtsaktes - z. B. bei der Katze - ausgelöst und durch den Deckakt die Ovulation provoziert werden.

Die Gebärmutterschleimhaut schreitet mit der Proliferation   der Schleimhaut fort. Die Drüsen der Schleimhaut sondern vermehrt Schleim ab, und die Muskulatur der Gebärmutter erhöht ihre Kontraktionen, um den Transport der Spermien zu erleichtern.

 

Metöstrus – Nachbrunst (Postöstrus)

 

In dieser Phase des Sexualzyklus erlischt die Paarungsbereitschaft, und die äußeren Symptome   der Brunstperiode klingen ab.

 

  • Die Ausschüttung der Östrogene ist rückläufig
  • Die Scheide schwillt ab, die Rötung verblasst. 
  • Der Gebärmuttermund schließt sich wieder, und die Schleimabsonderung endet. 
  • Der Einfluss von LH erlaubt die Gelbkörperproliferation und damit dem Corpus luteum, selbst Progesteron   zu produzieren.
  • In der Gebärmutter erreichen die Drüsen der Schleimhaut unter der Wirkung von Progesteron ihre höchste Aktivität.
  • Die Reifung weiterer Follikel wird durch Progesteron gebremst.
  • Follikel werden zurückgebildet und atresieren  . 

 

Diöstrus – Zwischenbrunst

 

Dieser Zeitraum des Sexualzyklus zeichnet sich durch das Fehlen jeglicher Brunstsymptome sowie Schwellung an den äußeren Geschlechtsteilen aus. Bei Hund und Katze treten im Diöstrus die Symptome der Scheinträchtigkeit auf.

 Mikrophotografie der Zellen eines Scheidenaustriches der Hündin im Diestrus.

Im Eierstock steht das Corpus luteum in voller Blüte.

Findet keine Befruchtung statt oder kann der Embryo   sich nicht in der Gebärmutter einnisten, wird die Rückbildung des Gelbkörpers eingeleitet. Prostaglandine   bewirken - außer bei Hund und Katze - die Rückbildung des Corpus luteum. Die Eierstöcke   beginnen mit der Ruhephase.

 

 

Mirophotografie der Gebärmutterschleimhaut im Diöstrus.

Während des Diöstrus hat die Gebärmutterschleimhaut den maximalen Grad ihrer Proliferation erreicht. In unmittelbarem Zusammenhang mit der Gelbkörperrückbildung beginnen das Endometrium   und die Drüsen der Gebärmutterschleimhaut unter dem Einfluss der Prostaglandine und Prolaktin mit ihrer Rückbildung. Bei der Hündin wird die Rückbildung durch einen Immunmechanismus gesteuert. Bei der Katze sind diese Vorgänge noch nicht untersucht worden. Werden bei der Hündin oder Kätzin während dieser Phase Medikamente   verabreicht, die eine Läufigkeit / Rolligkeit unterdrücken, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, eine Erkrankung   der Gebärmutter, z. B. eine Hydrometra  , auszulösen.

Diese Phase, in der so viele Prozesse im Genitaltrakt ablaufen, ist die längste im Sexualzyklus bei Hund und Katze und auch die, in der die meisten Probleme auftreten können.

 

Anöstrus –  Ruhephase zwischen zwei Brunstzyklen

 

Vollkommene Ruhe der Geschlechtsorgane.

Mikrophotografie eines Scheidenaustriches der Hündin im Anöstrus.

Der Anöstrus dauert für gewöhnlich 30 bis 90 Tage bei der Hündin und 40 bis 140 Tage bei der Kätzin.

 

 

 

 

 

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