Östrus

Östrus   –Brunst  

Der Östrus wird auch als Brunst bezeichnet. In diesem Abschnitt des Sexualzyklus   ist das weibliche Tier zur Paarung bereit. Die volkstümliche Bezeichnung variiert nach der entsprechenden Tierart. Bei der Hündin wird sie als „Hitze“ oder „Stehphase“ bezeichnet, bei Katzen spricht man von der „Rolligkeit“, die Stute ist „rossig“, die Sau ist „rauschig“ und das Rind „brünstig“ oder „stiert“.

Geschwollene und faltige Scheider einer Hündin während der Hitze.


Die Scheide schwillt im Östrus stark an. Ihre Schleimhaut wird faltig, gerötet und stärker durchblutet. In der frühen Phase des Östrus kann es zur Schleimhautblutung kommen, die mit fortschreitendem Östrus nachlässt. Bei der Hündin wird der Ausfluss schleimig.

 

Anzeichen für den Östrus bei der Katze

 

Typisch gebeugte Haltung einer Katze währen der Hitze.Katze mit erhobenen Schwanz, präsentiert die Vulva zur Deckung.



Während des Östrus geht bei Katzen die Aggressivität gegenüber Katern zurück, sie zeigen ein verstärktes Sozialverhalten, geben Laut und nehmen die typische Deckposition ein. Die Katze hockt sich auf die Vorderbeine, krümmt den Rücken durch und tritt mit den Hinterbeinen. Dabei präsentiert sie den Genitalbereich und legt den Schwanz zur Seite. Sie reibt den Kopf und Körper an Gegenständen und wälzt sich unter lautem Miauen voller Unruhe herum -> sie ist „rollig“.

Der Paarung geht ein intensives Liebespiel voran. Dabei prüft die Kätzin, wie sich der Kater immer wieder nähert und ob er sich für den Geschlechtsakt eignet. Beim Paarungsakt   drückt der Kater die Katze zu Boden und beißt sich in ihrem Nacken fest. Die Beine werden seitlich vom Körper gespreizt.


Ausgeschachteter Penis eines Katers


Durch die hornartigen Auswüchse an der Eichel verursacht der Kater einen sehr starken Reiz in der Scheide, dieser löst über ein von der Hypophyse   ausgelöstes LH  -Peak den Eisprung (Ovulation  ) aus. Nach einer Kastration   des Katers werden die Penisstacheln stark zurückgebildet.

 

 

 Betrachtung eines Scheidenaustriches während der Läufigkeit unter dem Lichtmikroskop.

In der Scheide werden verhornte Epithelplatten abgestoßen, die über einen pyknotischen oder degenerierten Zellkern verfügen.

 

 

 

 

 

Anatomisches Präparat eines Eierstocks mit Folikeln einer Katze.Mikrophotografie eines Graafschen Follikel



Anatimisches Präparat mit postovulatorischen Follikeln.


Eierstock   nach der Ovulation, Graafsche Follikel   wandeln sich in den Corpus luteum   um.

Im Eierstock (Ovar  ) können die Graafschen Follikel nach einem spitzenhaften Anstieg (Peak) des luteinisierenden Hormons (LH) spontan   aufreißen und den Oozyten   freisetzen. Der LH-Peak kann auch durch eine mechanische Reizbildung während des Geschlechtsaktes - z. B. bei der Katze - ausgelöst und durch den Deckakt die Ovulation provoziert werden.

 

Die Gebärmutterschleimhaut schreitet mit der Proliferation   der Schleimhaut fort. Die Drüsen der Schleimhaut sondern vermehrt Schleim ab, und die Muskulatur der Gebärmutter erhöht ihre Kontraktionen, um den Transport der Spermien zu erleichtern.