Sexualzyklus der Katze

Der Sexualzyklus   der Kätzin und seine hormonelle Steuerung 

 

Allgemein | Proöstrus    | Östrus   - Rölligkeit | Interöstrus | Metöstrus   | Diöstrus   | Anöstrus   

 

 Allgemeines

Die Katze ist im Gegensatz zur Hündin saisonal polyöstrisch  , was bedeutet, dass die Rolligkeit auf bestimmte Jahreszeiten begrenzt ist, in denen mehrere Brunstphasen hintereinander auftreten. Da dies kompliziert ist und sehr unterschiedlich im Netz dargestellt wird, soll an dieser Stelle etwas detaillierter auf dieses Thema eingegangen werden.

Die Pubertät der weiblichen Katze und somit die Rolligkeit kann schon sehr früh mit vier Monaten auftreten, oder auch verspätet erst im Alter von zwei Jahren. Üblicherweise erreichen unsere Hauskatzen die Pubertät mit ca. 7 - 10 Monaten und Edelkatzen mit einem Jahr. Die Rolligkeit findet in Abhängigkeit von den saisonal bedingten Lichtverhältnissen statt und ist somit von der Jahreszeit abhängig, in der die Katzenwelpen geboren wurden. Damit die Brunft aufrecht gehalten werden kann, benötigen Katzen mindestens 12 Stunden Tageslicht in einem Zeitraum von 24 Stunden. Zwischen September bis Januar findet üblicherweise die Phase des Anöstrus statt, in der keine sexuelle Aktivität stattfindet, da die tageslichtaktiven Phasen acht Stunden oder weniger betragen. Katzen, die im Haus leben und unter dem Einfluss von künstlichem Licht gehalten werden, können über das ganze Jahr Rolligkeitsphasen mit Anzeichen des Östrus aufzeigen.

 

Vereinfachte schematische Darstellung der hormonellen Aktivitäten der Kätzin während der Rolligkeit und der Trächtigkeit.

An Hand einer vereinfachten, schematische Darstellung, soll dem interessierten Laien die während der Läufigkeit der Kätzin auftretenden komplexen Vorgänge näher gebracht werden. Diese spielen sich zwischen Hirnanhangdrüse (Hypophyse  ), den Eierstöcken und der Gebärmutter ab.  Während des saisonalen Sexualzyklus ist die Katze polyöstrisch (zeigt mehrere Rölligkeiten hinter ein ander) die mit einer durch den Kater induzierten Ovulation   enden.

 

In der grafischen Darstellung sollen in vereinfachter Form dem interessierten Laien die Zusammenhänge zwischen Zyklusabschnitt und den hormonellen Veränderungen im Körper der Katze nähergebracht werden, die im Anschluss in den Kapiteln der Brunstphasen erläutert werden.

 

Vorbrust - Proöstrus

Durch die Lichteinwirkung während der langen Helligkeitsperioden im Frühjahr sondert der Vorderlappen der Hypophyse follikelstimulierendes Hormon (FSH  ) ab. Dieses Hormon führt zur Reifung von Eizellen in den Follikeln der Eierstöcke  . Die Follikelzellen reifen und beginnen mit der Produktion des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen  , das den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut unterstützt. Der Proöstrus dauert 1 - 2 Tage, wird aber häufig nicht vom Tierhalter bemerkt. Während dieser Phase ist die Kätzin attraktiv für den Kater, aber noch nicht bereit, diesen zu akzeptieren. Die Katze reibt den Kopf und Körper an Gegenständen, beugt den Rücken durch und hält das Hinterteil hoch. Dabei schwingt sie den erhobenen Schwanz unruhig von rechts nach links und zurück.

 

Brunst   – Östrus

Die Brunst dauert 3 bis 16 Tage. Nach 3 bis 14 Tagen folgt der nächste Brunstzyklus  , wenn keine Kopulation   mit einem Kater stattgefunden hat. Während der Brunstphase erreichen die Östrogene   einen hohen Spiegel im Blut, und die Kätzin ist sehr attraktiv für den Kater und ist aufnahmebereit. Eine Besonderheit im Sexualzyklus der Katze (auch beim Kaninchen und Frettchen) ist, dass diese Tierarten über eine induzierte Ovulation   verfügen. Dies bedeutet, dass während des Geschlechtsaktes mit dem Kater der Eisprung bei der Kätzin ausgelöst wird, und dies die Brunstphase beendet.

Ausgeschachteter Penis eines Katers.

Hierzu verfügt der Penis   des Katers an der unteren Hälfte der Eichel über kleine stachelartige Verhornungen, die den Reiz für den Eisprung in der Scheide auslösen. Dies ist auch ein Grund, warum die Katzen während des Geschlechtsaktes so schreien. Sinneszellen in der Schleimhaut der Scheide reagieren auf die mechanischen Reize der Kopulation und führen zur LH  -Freisetzung in der Hirnanhangdrüse. Dieser Peak des luteinisierenden Hormons (LH) löst den Eisprung mit Aufplatzen des Graafschen Follikels aus. Der optimale Zeitpunkt für die Kopulation ist ab dem dritten Tag des Östrus.

Nach Freisetzung der Eizelle   fällt der Graafsche Follikel   in sich zusammen, und unter dem Einfluss des luteinisierenden Hormons (LH) aus dem Hypophysenvorderlappen reifen die Zellen im leeren Follikel zu Gelbkörperzellen heran. Von den Gelbkörperzellen wird das Schwangerschaftshormon Progesteron   gebildet, das die Schwangerschaft im Fall einer erfolgreichen Einnistung der Eizelle aufrechterhält.

 

 

Interöstus

Beim Interöstus handelt es sich um die Sexualzyklusphase der Katze, die auftritt, wenn keine Kopulation mit einem Kater stattgefunden hat. Sie folgt direkt der Brunstphase und dauert 3 bis 14 Tage bis zur nachfolgenden Brunstphase. Die Follikel bilden sich wieder zurück. Dabei sinkt der Östrogenspiegel   im Blut ab, da die hormonproduzierenden Zellen atresieren  . Gehen die Brunstzyklen ineinander über durch Überspringen des Interöstus, spricht man von einer Dauerrolligkeit. Die Dauerrolligkeit zeichnet sich dadurch aus, dass der Östrogenspiegel im Blut kaum absinkt oder gegebenenfalls sogar weiter ansteigt.

 

Nachbrunst – Metöstrus 

Ist bei der Katze nicht definiert.

 

Zwischenbrunst - Diöstrus

Nach dem Zerfall des Graafschen Follikels werden unter dem Einfluss des luteinisierenden Hormons (LH) die Follikelzellen zu Gelbkörperzellen umgebildet. Wenn die Spitze der Progesteronbildung erreicht wird, ist die Zwischenbrunst oder der Diöstrus erreicht.

Kommt es nicht zur Befruchtung der Eizelle und deren Einnistung in die Gebärmutterschleimhaut, bleibt der Progesteronspiegel erhalten. Es kommt zu Ausbildung   einer Scheinträchtigkeit ohne Milchproduktion im Drüsengewebe des Gesäuges. Die Scheinträchtigkeit kann 40 Tage unter dem Einfluss des Gelbkörpers bestehen und wird danach spontan   zurückbildet. Dabei kann die Kätzin den Anöstrus anschließen und hormonell zur Ruhe kommen oder über den Interöstrus in eine neue Brunstphase geraten. Im Gegensatz zur Hündin zeigt die Kätzin in der Regel keine typischen Verhaltensmuster, wie den Bau von Nestern oder das Herumtragen und Bemuttern von Spielzeug.

Unter dem Einfluss des Progesterons wird die Gebärmutterschleimhaut auf die Einpflanzung der befruchteten Eizelle vorbereitet. Kommt es am 13. Tag zur Einnistung des Embryos in die Gebärmutterschleimhaut, wird die Verbindung zum Muttertier durch die Bildung einer Plazenta   vorgenommen. Die Plazenta und der Embryo   kommunizieren jetzt mit dem Muttertier über Hormone, die bei Abschluss der Entwicklungsphase dann die Geburt   einleiten.

 

Anöstrus

Diese Ruhephase ist von der Jahreszeit und dem Lichteinfluss abhängig. Die Kätzin schüttet kein FSH mehr aus, und somit wird keine Follikelwelle mehr gebildet. Üblicherweise findet die Ruhephase im Herbst und in der Winterperiode statt, wenn die Dauer der Tageslichteinstrahlung unterhalb von acht Stunden liegt. Hier sind die Östrogen-, Progesteron- und LH-Spiegel im Blut am niedrigsten. Diese Ruhephase dauert üblicherweise zwischen 45 Tage bis 160 Tage an, bis sich dann ein neuer Sexualzyklus anschließt.

 

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