Sexualzyklus der Pferde

Der Sexualzyklus   der Stute und seine hormonelle Steuerung 

 

Allgemein | Proöstrus    | Östrus   - Rosse | Metöstrus   | Diöstrus   | Anöstrus    

 

Allgemeines

Damit die Fortpflanzung von Pferden erfolgreich durchgeführt werden kann, ist es essenziell, den Zyklus   der Stute zu verstehen.

Die Stute ist ein saisonal polyöstrisches Tier, das auf die unterschiedlichen Lichtverhältnisse reagiert. Der Sexualzyklus der Stute reagiert individuell sehr unterschiedlich und kann durch hormonelle Schwankungen stark beeinflusst werden.

Im Frühling, wenn die Helligkeitsphasen länger werden, beginnt die Aktivierung des Sexualzyklus der Stute. Daher ist der richtige Zeitpunkt für die künstliche Besamung oder den Hengstsprung vom Frühling bis zum Beginn des Sommers, sodass die Fohlen dann auch im Frühjahr geboren werden können. Da das Licht über die Haut auf dem Rücken und über den Sehnerv der Augen wahrgenommen wird, kann je nach Unterbringung während des Winters bei Stuten der Sexualzyklus auch früher einsetzen, wenn die Tiere im Stall unter Kunstlicht gehalten werden. Im Gegensatz hierzu werden Stuten, die im Freiland leben und keinem künstlichen Licht ausgesetzt sind, später rossig. Diese Tatsache machen sich einige Züchter zunutze durch den Einsatz eines speziellen Lichtprogramms, durch das der Beginn des Sexualzyklus vorverlegt wird.

Die erste Rosse der Stute tritt für gewöhnlich mit 16 – 24 Monaten auf und wiederholt sich im Jahresrhythmus bis zum Lebensende der Stute.


Stark vereinfachte, schematische Darstellung der hormonellen Abläufe zwischen Hypophyse  , Eierstock   und Gebärmutter während des Sexualzyklus eines saisonal polyöstrischen Tieres, wie beispielsweise der Stute.

Der Zyklus kann bei der Stute im Allgemeinen vom Frühjahr bis zum Herbst (April bis September) reichen.

 

Vorbrust - Proöstrus

Die Stute gehört zu den saisonal polyöstrischen Tieren. Das bedeutete, dass sich im Frühjahr ein Zyklus der Rosse im Abstand von ca. drei Wochen wiederholt.

Bei der Stute dauert der Proöstrus durchschnittlich 3 Tage (2 – 6 Tage)

Der Vorderlappen der Hypophyse sondert follikelstimulierendes Hormon (FSH  ) ab. Dieses führt zur Reifung von Eizellen in den Eierstöcken.

Unter dem Einfluss des FSH und der Follikelreifung wird Östrogen   gebildet, das den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut unterstützt.

 

Brunst   – Östrus - Rosse

In der Brunst erreichen die Östrogene   ihren Höhepunkt. Bei Erreichen der kritischen Östrogenkonzentration schießt der Hypophysenvorderlappen eine kleine, jedoch sehr konzentrierte Menge an luteinisierendem Hormon (LH  ) in die Blutbahn, was als „LH-Peak“ bezeichnet wird. Es löst den Eisprung aus, wobei der Graafsche Follikel   kollabiert, und die Zellen luteinisieren. Die Phase der Brunst dauert 5 bis 7 Tage. Die Stute zeigt das für die Paarungsbereitschaft charakteristische Verhalten. In dieser Zeit akzeptiert sie den Hengst, stellt die Hinterbeine breit und hält den Schweif zur Seite. Die Stute wippt mit dem geschwollenen Kitzler, und durch den Schleim wird das Licht reflektiert („die Stute blitzt mit der Klitoris“). Ob die Stute aufnahmebereit ist, kann jetzt durch das Heranführen des Hengstes überprüft werden. Am letzten oder vorletzten Tag der Rosse wird durch den LH-Peak der Eisprung der Stute ausgelöst.

 

Metöstrus – Nachbrunst

Im Metöstrus wird das Corpus luteum   (Gelbkörper  ) gebildet. Er dauert bei der Stute ein bis drei Tage.

 

Diöstrus - Zwischenbrunst

Der Diöstrus wird mit dem Metöstus - je nach Autor - zusammengelegt oder unterschlagen. Er ist die Phase des Sexualzyklus, in dem die höchsten Progesteron  -Werte erreicht werden.

Kommt es nicht zur Befruchtung der Eizelle   und deren Einnistung in die Gebärmutterschleimhaut, wird nach fünf Tagen der Gelbkörper zurückgebildet. Die Gebärmutter sendet durch die Ausschüttung von Prostaglandinen ein Signal an die Eierstöcke  , den Gelbkörper zurückzubilden.

Durch die Luteolyse   fällt der Progesteron-Spiegel ab. Das bedeutet, dass das follikelstimulierende Hormon (FSH) und das luteinisierende Hormon (LH) nicht mehr unterdrückt werden können, und die Follikelreifung beginnt erneut mit dem Proöstrus, dem sich ein weiterer Zyklus anschließt.

 

Anöstrus

Die Zyklusruhe kann zwischen wenigen Wochen und mehreren Monaten betragen, ist aber in der Regel im Winter durch Inaktivität gekennzeichnet. Die wichtigsten Monate, in denen der Anöstrus der Stute stattfindet, sind in der Regel Dezember bis Februar.

 

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