Pyometra bei Heimtieren

Hasenartige Tiere (Lagomorpha) wie auch Nager (Rodentia) erkranken relativ häufig an der Pyometra  . Bei Heimtieren können Blutbeimengungen im Urin auf eine Gebärmuttererkrankung hinweisen. Nicht selten sind aber auch Harnsteine und Harnwegsinfektionen die Ursache. Auch an Tumore   der Gebärmutter muss dabei gedacht werden; diese sind aber selten.

1.- Kaninchen

Erste Anzeichen sind ein schleimig-eitriger Scheidenausfluss. Gelegentlich kommt auch blutig-eitriger Ausfluss vor. Bei Fortschreiten der Erkrankung   kommen Störungen des Allgemeinbefindens vor, und der Umfang des Bauches nimmt deutlich zu. In den meisten Fällen kann das Leben des Kaninchens durch die Ovariohysterektomie   gerettet werden.

2.- Meerschweinchen

Scheidenausfluss ist eher selten anzutreffen. Es kommen häufig Symptome   einer Blutvergiftung vor. Schwere Störungen des Allgemeinzustandes, wie Antriebsarmut, Appetitlosigkeit, anfänglich Fieber, später Untertemperatur. Verantwortlich sind die beim Meerschweinchen häufig vorkommenden Eierstockzysten  . Findet eine Operation nicht rechtzeitig statt, ist die Erkrankung tödlich für das Tier. Nach der Operation muss die Darmflora durch Zwangsernährung erhalten werden, sonst kommt es zum Absterben der aus Protozoen   und Bakterien   bestehende Dickdarmflora durch die freigesetzten Giftstoffe. Als Folge tritt der Tod des Tieres ein.

3.- Chinchilla

Erste Anzeichen einer Pyometra sind ein schleimig-eitriger Scheidenausfluss, der häufig durch Pseudomonas   verursacht wird. Die Keime haben oftmals ihren Ursprung in Abszessen, die im Kiefer liegen und über die Blutbahn streuen. Ein blutig-eitriger Ausfluss kann gelegentlich vorkommen. Wenn der Bauch schon aufgetrieben ist, muss die Prognose   eher zweifelhaft gestellt werden. Eine Operation sollte versucht werden, mit anschließender antibotischer Abdeckung.

4.- Hamster

Diese Tiere zeigen übelriechenden, grün-gelblichen Ausfluss mit Störung des Allgemeinbefindens. Die Symptome sind ähnlich wie beim  Meerschweinchen, doch die Operation wird wohl aufgrund der niedrigen Lebenserwartung der Hamster und der Operationskosten eher unwahrscheinlich.

5.- Frettchen

Vor allem, wenn diese Tiere allein gehalten werden, kann es zur Dauerranz kommen. Durch die hohen Östrogenspiegel   werden die Krankheitssymptome früher oder später ausgelöst. Frettchen zeigen zunächst Abmagerung, Haarausfall und eine kontinuierlich geschwollene Vulva  . Später kommen dann Anämie  , Austrocknung und blutiger Scheidenausfluss hinzu.

Durch die freiwerdenden Toxine   werden die Tiere sehr geschwächt und müssen erst stabilisiert werden, bevor die Ovariohysterektomie durchgeführt werden kann. Da bei diesen Tieren das Anlegen eines Halskragens nicht möglich ist, besteht das Risiko, dass die Operationswunde aufgeleckt wird und die Baucheingeweide angefressen werden.

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