Erkrankungen der ableitenden Harnwege

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Definition

Unter Erkrankungen der ableitenden Harnwege versteht man angeborene Missbildungen, Tumore  , Steine oder entzündliche Gerinnsel, die zu Verlegung, Teilverschluss oder vollständigem Verschluss der Harnröhre (Urethra) und/oder der Harnleiter (Ureter) führen.

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Diagnose im Bereich der Harnröhre

Harnwege RÖ HarnblaseUm Erkrankungen der Harnröhre darstellen zu können, muss ein Katheter in die Harnblase eingeführt und ein spezielles Röntgenkontrastmittel in die Harnblase gefüllt werden. Die Abbildung links zeigt eine normale Harnblase eines Katers mit Kontrastmittelfüllung. Wenn Sie jetzt den Mauszeiger auf die Abbildung bewegen, wird eine Ausschnittvergrößerung der Harnröhre mit dem in ihr befindlichen Harnkatheter sichtbar. Auch der Harnkatheter enthält Röntgenkontrastmittel und macht ihn deutlich sichtbar.

Harnröhrensteine

Harnwege RÖ HarnröhrensteinWird die Harnröhre durch einen Harnstein verstopft, kann der Katheter nicht eingeführt werden.

Eine Ultraschalluntersuchung   ermöglicht hier das Auffinden der Ursache für die Behinderung des Urinabflusses. Das Ultraschallbild links zeigt einen Harnstein, der bei einer sechsjährigen Katze zu einem Verschluss geführt hat. Der Harnstein hat, nachdem er in den Blasenhals gefallen ist, ein ganzes Stück in der Harnröhre zurückgelegt. Durch die Einengung der Harnröhre und die vom Stein verursachten Schmerzen kommt es zu einer Verkrampfung der Harnröhrenmuskulatur über dem Stein, was dazu führt, dass der Stein noch fester sitzt.

Wenn Sie Hilfe beim Ultraschallbild brauchen, bewegen Sie den Mauszeiger auf die Abbildung zur Erläuterung.


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Diagnose an den Harnleitern

Harnwege RÖ HarnleiterDie Untersuchung der Harnleiter (Ureteren) ist schwierig. Bei kleinen Tieren, wie beispielsweise Katzen, kann die Auscheidungsurografie gute Dienste leisten. Dazu wird dem narkotisierten Tier ein spezielles Kontrastmittel in die Vene   gespritzt. Danach wird eine Serie von Röntgenaufnahmen nach ca. 3, 10, 15 und 20 Minuten in verschiedenen Lagerungen des Tieres aufgenommen. Diese Methode ist sehr aufwändig und mit entsprechenden Kosten verbunden.

Die Röntgenkontrastaufnahme zeigt in der Nähe der rechten Niere im Harnleiter einen kleinen, hellen Punkt. Dies könnte ein Stein, ein Tumor   oder eine kleine Ausbuchtung sein. Bei unserer Katze war dieser Punkt nach sechs Wochen und auch noch nach einem halben Jahr unverändert vorhanden, so dass es sich um ein kleines Harnleiterdivertikel (Ausbuchtung) handelte.


Nierensteine - Harnleitersteine

Harnwege RÖ NierensteineNierensteine sind ungewöhnlich seltene Befunde bei Tieren. Sie geben meist einen sehr schwachen Schatten, so dass sie in einer Standardröntgenaufnahme nicht auffallen oder erkannt werden können. Bei diesem neunjährigen Kater konnte bei einer Kontrastuntersuchung (Urografie) dieser kleine Harnstein nachgewiesen werden. Solch ein Nierenstein kann losgeschwemmt werden und in den Harnleiter gelangen. Der Harnleiter verstopft, ein Rückstau in die Niere wird verursacht. Das Nierengewebe stirbt unter dem Überdruck ab, da sich immer mehr Urin in der Niere ansammelt. Die Ansammlung von Urin und abgestorbenem Nierengewebe führt zu Bildung der Wasserniere (Hydronephrose), so dass die Niere für alle Zeiten vernichtet ist. Die Funktion der zerstörten Niere muss nun von der kontralateralen (gegenüberliegenden) Niere übernommen werden.

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Therapie

Die Behandlung   richtet sich nach der genauen Diagnose. Bei den auf dieser Seite angeführten Beispielen wird eine chirurgische Behandlung das Mittel der Wahl sein. In einigen Fällen kann bei in der Harnröhre festsitzenden Steine eine Zertrümmerung des Harnsteines mittels einer speziellen Ultraschallsonde durchgeführt werden. In den meisten Fällen muss aber doch chirurgisch vorgegangen werden.

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