Bacillus

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Allgemeines

Bakterien   des Geschlechtes (Genus) Bacillus   sind bewegliche Stäbchen, die im sauerstoffreichen Milieu wachsen und überwiegend im Erdboden vorkommen können sowie zum größten Teil als apathogen (nicht krankmachend) eingestuft werden.

Zwei wichtige Vertreter sind Bacillus cereus (Bacillus pseudoanthracis), der gelegentlich zu schweren Krankheitsbildern führen kann und der als apathogen geltende Bacillus mesentericus subtilis. Bacillus cereus (Bacillus pseudoanthracis) kann beim Verschlucken von Erde oder verunreinigtem Futter von unseren Haussäugetieren aufgenommen werden. Ein mildes Krankheitsbild kann mit schweren Durchfällen einhergehen, die durch die Giftstoffe des Bakteriums ausgelöst werden. In seltenen Fällen können sich generalisierte, über den gesamten Organismus   ausbreitende Krankheitsbilder zeigen. Diese schwere Erkrankung   geht mit Lungenödem (Wasser in der Lunge), blutiger Brustfellentzündung, Bildung von Milztumor, Leberschwellung und Hirnhautentzündung einher. Schuld sind die von dem Bakterium   ausgeschiedenen Giftstoffe, die über hämolytische   (Giftstoffe, die rote Blutkörperchen zerstören) Eigenschaften verfügen und zu schweren Stoffwechselstörungen führen. Bacillus cereus (Bacillus pseudoanthracis) ist häufig an Lebensmittelvergiftungen beteiligt. Durch seine Eigenschaft, Lecithin zu spalten (z. B. bei Ei-Speisen und Bratreis), führt es beim Menschen zu Lebensmittelvergiftungen und zu Futtermittelvergiftungen bei unseren Haustieren, besonders bei Hunden und Katzen. Bei Rindern sind Euterentzündungen nicht selten, die sich schnell zu einem auf den gesamten Körper übergreifendes Krankheitsbild ausbreiten können. Der als apathogen (nicht krankmachende) Bacillus mesentericus subtilis findet in der Medizin zum Nachweis von Hemmstoffen und Antibiotika   in Untersuchungsmaterialien und Proben Anwendung. Das Bakterium findet auch Verwendung zur Qualitätssicherung von Sterilisationsvorgängen in Industrie und Medizin.

Besonders gefürchtet ist der Milzbranderreger Bacillus anthracis, der durch terroristische Aktivitäten im Jahr 2001 zu zweifelhaftem Ruhm gelangt ist. Diesem Bakterium wird aber noch ein gesondertes Kapitel gewidmet.

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Erreger

   
   
   

MK Bacillus cereus liStäbchenförmige Bakterienkörper, die kurze bis längere Ketten bilden. Der Keim ist eigentlich gram-positiv (färbt sich blauviolett ein), einige Bakterien verhalten sich jedoch gramlabil  , so dass blauviolette wie auch rote Farbpigmente aufgenommen werden. In äußerst seltenen Fällen färben sich Keime der Klasse Bacillus gramnegativ  , also rot ein.

Bacilli wachsen gut auf Blutagar, worauf die beta-hämolytischen Eigenschaften der Keime gut zu beobachten sind. Die meist stumpfen Kolonien wuchern durch das schwammartige Verhalten der Keime über den Nährboden. Auch schleimig wachsende Kolonien sind möglich.

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Kapseln werden meist nicht innerhalb des Organismus gebildet, sondern nur außerhalb als Resistenzform, damit die Bakterie ihr Überleben sichern kann.

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Krankheitsbilder

Bacillus cereus verursacht zwei Formen der Lebensmittelvergiftung. Die erste hat eine kurze Inkubationszeit und geht mit Erbrechen und Schwindelgefühl einher. Sie zeigt gewisse Ähnlichkeiten mit der Lebensmittelvergiftung mit Staphylokokken   auf. Die zweite Form hat eine längere Inkubationszeit und verläuft mit schweren, wässerigen Durchfällen. Auch unsere Haussäugetiere können diesen Erdkeim mit verdorbenem Futter aufnehmen und vor allem an heftigen Durchfällen erkranken.

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Therapie

Die Infektionen   mit Bakterien der Klasse Bacillus sind jedoch in den meisten Fällen selbstlimitierend, und der Keim wird eher zufällig bei der bakteriologischen Kotuntersuchung gefunden. Eine Behandlung   mit Antibiotika ist in den meisten Fällen nicht erforderlich. In einigen seltenen Fällen muss aber eine Therapie erfolgen, so können erfolgreich sehr hohe Dosen an Penicillin G eingesetzt werden. Bei Vorliegen von resistenten Stämmen können nach Resistenzbestimmung auch Antibiotika wie Ampicillin, Amoxicilin/Clavulansäure, Cephalexin, Cephalosporine der 3. und 4. Generation, Erytromycin eingesetzt werden. Eine Behandlung muss immer durch die Tierärztin/Tierarzt   erfolgen. Sind gleichzeitig Vergiftungserscheinungen vorhanden, muss eine symptomatische, entgiftende Therapie bei stationärer Unterbringung durchgeführt werden.

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