Bacillus anthracis

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Allgemeines

Bacillus   anthracis ist der Milzbranderreger beim Tier und Menschen. Betroffen werden alle Säugetiere; Vögel sind weniger anfällig. Die Verbreitung des Erregers ist weltweit. Die aerob gebildeten (an der Luft gebildeten) Sporen   im Erdboden bleiben jahrzehntelang infektionsfähig.

Sporen des Bacillus anthracis mit der Chinatusche-Methode sichtbar gemacht. Beachten Sie den typischen Rand, wie ein Heiligenschein, um die Spore  . Diese geniale Überlebenshilfe des Bakteriums kann unter optimalen Bedingungen den Keim Hunderte von Jahren überleben lassen. Es wird angenommen, dass die Spore zwischendrin sporuliert (keimt) und sich danach erneut eine Spore bildet.

 

Bacillus anthracis gefärbtBacillus anthracis SporenBacillus anthracis blutagar


 

Im Organismus   liegen die Bakterien   einzeln oder in kurzen Ketten im Gewebe  . Da im Organismus die Bakterienketten an den Polen abgeflacht sind, werden sie auch als die Bambus-Stabform bezeichnet.
Bei Anwesenheit von Sauerstoff und Temperaturen über 12°C werden Sporen gebildet.

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Erreger

Bacillus anthracis ist ein unbewegliches, zylindrisches Stäbchen, das bei der Färbung nach Gram   eine positive Reaktion aufweist und den blau-violetten Farbstoff aufnimmt.

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Krankheitsbilder

Die Infektion   mit Bacillus anthracis erfolgt nach Aufnahme der Sporen durch Verschlucken, Einatmen oder direkter Keimung in Wunden der Haut. Bei Wiederkäuern, wie Rindern, Schafen, Ziegen, Kamelen etc. sowie Labortieren, z. B. Kaninchen, Ratten und Mäusen, findet ein septikämischer Verlauf statt. Die Bakterien breiten sich über die Blutbahn aus und verursachen durch die Freisetzung von Giftstoffen Blutungen, Milzschwellung bis zum Milztumor. In den meisten Fällen verenden die infizierten Tiere. Innerhalb des Tierkörpers bildet das Bakterium   keine Sporen.

Bacillus anthracis KarbunkelBeim Schwein, den Fleischfressern (Hund und Katze) und dem Menschen ist der Verlauf der Krankheit eher lokal begrenzt und als ein Milzbrandkarbunkel, kutanes Karbunkel (Hautkarbunkel) oder auch als malignes Ulcus (bösartiges Geschwür) beschrieben. Eine Rachenbräune tritt vor allem beim Verschlucken oder Inhalieren der Sporen auf. Zur Hadernschen Krankheit kommt es nach aerogener Infektion, wobei die Vermehrung der Bakterien in der Lunge zu einer Milzbrandpneumonie führt. Die abgehusteten Keime können sekundär oder gleich von Anfang an eine Vermehrung im Darm injizieren. Diese Infektion des Darms führt zu heftigen blutigen Durchfällen mit Peritonitis   (Bauchfellentzündung  ), die dann zum Tod des Individuums führen können. Besonders die Sekrettröpfchen enthalten Bakterien, die andere Säugetiere mit Milzbrand infizieren können.

Beim Pferd kommt es nach Aufnahme des Bakteriums zu einer Metastasierung, wobei der Karbunkel-Erreger in innere Organe einwandert. Durch Giftstoffe kommt es zu Organschädigungen und Blutungen, die schließlich den Tod des Pferdes nach sich ziehen können.

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Therapie

Bei Tieren sollte keine Therapie eingeleitet werden. Der Tierkörper muss nach speziellen Seuchenrichtlinien durch Verbrennung vernichtet werden. Der Tierarzt   muss die Erkrankung   der Gesundheitsbehörde melden. Bei Infektionen   mit Bacillus anthracis beim Menschen muss möglichst früh eine Antibiotikatherapie eingeleitet werden. Bei besonders gefährdeten Personen, wie Tierärzten, Landwirten, Metzgern und Gerbern, kann eine hohe vorbeugende Dosis Penicillin G eingesetzt werden. Bei Vorliegen von resistenten Stämmen können nach Resistenzbestimmung auch Antibiotika  , wie Ampicillin, Amoxicilin/Clavulansäure, Cephalexin, Cephalosporine der 3. und 4. Generation und Ciprofloxacin eingesetzt werden. Eine Behandlung   muss immer durch einen Arzt überwacht werden.

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