Campylobacteriose

Definition | Erreger   | Übertragung | Krankheit   | Diagnose   | Therapie   | Vorbeugung

Allgemeines

Campylobacter   fetus kommt im Genitaltrakt von Nutztieren (Rindern, Schafen und Schweinen) vor, wo er häufig Auslöser von Fehlgeburten ist. Andere dieser spiralförmigen Bakterien   wie Campylobacter jejuni treiben ihr Unwesen im Darmtrakt der Haustiere und des Menschen,wo sie Durchfälle auslösen. Am häufigsten sind Rinder  , Schafe, Ziegen, Schweine  , Hunde, Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen, Ratten, Mäuse und Hausgeflügel betroffen. Nach der > Salmonellose ist die Campylobacteriose die zweithäufigste Ursache für Durchfallerkrankungen beim Menschen. Dieses Bakterium   ist besonders gut an Vögel angepasst, da es bei Temperaturen von 40-42° C (der Körpertemperatur von Vögeln) bestens gedeihen kann.

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Erreger

Campylobacter MikrophotoBei Campylobacter handelt es sich um spiralförmig gewundene Bakterien mit einem Durchmesser von 0,2 - 0,8 µm. Die Länge variiert zwischen 0,5 und 8,0 µm. Sie bilden keine Sporen  , sind beweglich und wachsen vorzugsweise in einer mikroaerophilen (sauerstoffarmen) bis anaeroben (sauerstofffreien) Atmosphäre. Bei der Färbung nach Gram   reagieren sie negativ, so dass sie als kleine rote Stäbchen oder Spiralen unter dem Mikroskop beobachtet werden können.

   
   

Campylobacter auf SelktivagarCampylobacter-Kolonien vergrößertDurch die speziellen Anforderungen an Nährboden und Atmosphäre ist das Anzüchten nicht einfach. Zur Isolierung werden die Keime in einer Bouillon angereichert, wobei die Begleitflora unterdrückt wird. Die Vermehrung der Kolonien erfolgt unter mikroaerophiler Begasung auf einem speziellen Campylobakternährboden. Abschließend findet die Identifizierung statt.

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Übertragung

Die Übertragung wird durch Kontakt mit Exkrementen und Ausscheidungen aus dem Genitaltrakt eines infizierten Tieres oder einer infizierten Person begünstigt und kann nach Schlucken von verschmutztem Wasser zur Entwicklung eines Krankheitsbildes führen. Bei Menschen ist die häufigste Infektionsquelle rohes Geflügel   und Hackfleisch, besonders wenn dieses auf einem Holzbrett geschnitten, das Brett anschließend nur ungenügend gereinigt wird und schließlich andere Speisen darauf zubereitet werden zum rohen Verzehr. Eine Übertragung durch Rohmilchprodukte ist möglich.

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Krankheit

Je nach Erreger präsentieren sich die Symptome   der Krankheit entweder mit starken Durchfällen oder Fehlgeburten. Vor allem für landwirtschaftliche Betriebe kann durch das Verwerfen einer Frucht in einer Herde erheblicher wirtschaftlicher Schaden entstehen. Beim Menschen sind Fehlgeburten eher die Ausnahme, Durchfallerkrankungen jedoch gängige Realität. Die Erkrankung   hält im Regelfall zwei bis zehn Tage an. Patienten mit Abwehrschwächen, wie Personen, die mit HIV infiziert sind, oder Katzen, die FIV   beherbergen, sind besonders gefährdet, da bei diesen Patienten eine Streuung über die Blutbahn erfolgen kann. Bei einigen Menschen kann eine Sensibilisierung des Abwehrsystems durch Campylobakter erfolgen, wobei das Abwehrsystem veranlasst wird, gegen die eigenen Nervenzellen des Organismus   vorzugehen und diese zu zerstören. Diese Erkrankung wird als Guillain-Barré-Syndrom bezeichnet und zieht Lähmungen nach sich. Eine gründliche Behandlung   mit Antibiotika   auf einer Intensivstation ist dann unerläßlich!

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Diagnose

Die Diagnose ist, wie bei allen Durchfallerkrankungen, nicht einfach, da eine Vielzahl an Keimen verantwortlich für Infektionen   mit Diarrhoe (Durchfall) ist und die Krankheit meistens nach zwei bis fünf Tagen spontan   zum Stillstand kommt. In schweren Fällen, vor allem bei Bestandsproblemen, kann durch den Erregernachweis in einem mikrobiologischen Laboratorium der Keim bestimmt werden. Es stehen auch serologische Untersuchungs-verfahren (Bluttests) zur Verfügung.

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Therapie

Da die Erkrankung bei den meisten Patienten selbstlimitierend ist, wird eine besondere Behandlung nicht notwendig. Im Allgemeinen genügen Ruhe, vorsichtige Fütterung und eine symptomatische Behandlung. Bei schweren Infektionen sollte nach einem Erregernachweis eine antibiotische Behandlung bis zur vollständigen Genesung erfolgen. Dauertropfinfusionen können die Maßnahmen unterstützen.

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Vorbeugung

Sehr hilfreich zum Schutz einer Herde ist die künstliche Befruchtung, wobei eine Infektion   quasi ausgeschlossen werden kann. Entsprechende hygienische Maßnahmen sind von sehr großer Bedeutung. Eine Impfung steht für Rinder und Schafe zur Verfügung. Beim Verzehr von Geflügelprodukten ist auf einen ausreichenden Erhitzungszustand des Fleisches zu achten; es muss durch und darf nicht rosa sein. Vor allem Kinder sind anfällig. Beim Auftreten von Durchfall in der Familie sollte man sich immer gründlich die Hände waschen nach Kontakt mit dem erkrankten Tier oder Menschen.

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