Proteus

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Allgemeines

Zur Gattung Proteus   gehören nur zwei Vertreter, Proteus vulgaris und Proteus mirabilis. Sie kommen weit verbreitet in der Natur vor und beteiligen sich an der Aufspaltung von organischer Materie während der Verwesungsprozesse. Im Darm von Mensch und Tier kommen sie gelegentlich vor, haben dabei aber keine krankmachende Bedeutung. Gelingt es dem Erreger jedoch, in einem anderen Organ heimisch zu werden, sind Infektionen   nicht auszuschließen. Im Darm kann das Bakterium   sich an die normale Darmflora adaptieren. Bei wahllosen und zu kurzen Antibiotika  -Gaben bilden diese Bakterien   resistente Nachkommen, die als pathologische Form (krankmachendes Bakterium) schwer zu therapieren (behandeln) sind.

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Erreger

Proteus stellt sich als gram  -negativer (-) Keim unter dem Mikroskop dar. Beide Bakterien zeigen ein schwärmendes Verhalten. Nur selten findet die Differenzierung statt; das Hauptunterscheidungsmerkmal zwischen den beiden ist die positive Indol-Reaktion.

Proteus mirabilis mikroProteus Indol-Test kleinProteus ecoli rambachMK Proteus vulgaris


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Krankheitsbilder

Die Infektion   mit Proteus spp. erfolgt durch Verschlucken, wobei das Futter durch Erdboden oder organisches Material, das sich im Zersetzungsprozess befindet, verschmutzt ist und den Erreger enthält. Im Anschluss an die Vermehrung des Bakteriums im Darm können beim Jungtier Durchfälle durch Kippen der Darmflora entstehen. Vom Darm gelingt es dem Keim am häufigsten, in den Urogenitaltrakt der betroffenen Tiere zu gelangen.

Blasenentzündungen (Cystitis), Ohrentzündungen (Otitis), Infektionen vor allem des weiblichen Genitaltraktes (Vaginitis/ Metritis  ) oder Blutvergiftung (Sepsis  ) sind an der Tagesordnung. In der Vorhautsekretion bei männlichen Tieren, vor allem Hunderüden, können sie ohne ein gesondertes Krankheitsbild auszulösen, vorkommen.

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Therapie

Infektionen mit Proteus sind teils recht schwierig zu behandeln. Es ist Pflicht, einen Resistenztest durchzuführen, um die Wirksamkeit der möglichen Antibiotika zu bestimmen. Eine Behandlung   mit Antibiotika ist meist mit einer hohen Dosis und einer lokalen wie auch parenteralen Gabe von Antibiotika erfolgreich. Eine örtliche Behandlung kann nach der Resistenzbestimmung z. B. mit Nitrofurantoin oder Neomycin erfolgen. Zur parenteralen Gabe (unter Umgehung des Verdauungstraktes, denn nur auf diese Weise wird gewährleistet, dass die volle Dosis auch den Ort des Geschehens erreicht) können Antibiotika, wie Chloramphenicol, Gentamycin und Gyrasehemmer zum Einsatz kommen. Bei multiresistenten Keimen bleiben häufig nur Notfallantibiotika, wie Carbapeneme, z. B. Imipenem und Meropenem, übrig. Diese sind sehr teuer und aufwändig vom Behandlungsschema. Eine adäquate Therapie sieht eine Infusionstherapie mit einer Infusionspumpe vor, damit alle sechs Stunden die exakte Dosis verabreicht werden kann. Da nach dem Auflösen das Medikament   sehr empfindlich und instabil ist, muss es während der Pausen gekühlt werden und kann nicht länger als 24 Stunden nach dem Auflösen angewendet werden. Eine Behandlung muss immer durch die Tierärztin/Tierarzt   in einer Tierklinik   erfolgen. Dabei sollten infizierte Tiere isoliert werden und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen eingeleitet werden. Gleichzeitig muss nach der Infektionsquelle gefahndet werden, die nicht selten bei abwehrgeschwächten Menschen zu finden ist.

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