Trichophyton

Allgemein | Erreger   | Krankheit   | Diagnose   | Therapie  

Allgemeines

Schlauchpilze der Gattung Trichophyton sind fadenförmige Hautpilze mit keratolytischen Eigenschaften. Die meisten leben im Erdboden, können aber auch Tiere (zoophil) und Menschen (anthrophil) befallen und finden eine weltweite Verbreitung. Viele von ihnen stellen eine Zoonose   dar. Die Trichophytie - (gr. Scherpilzflechte beim Menschen, Glatzflechte beim Tier) ist eine Infektion   der Haut, die zu den Dermatomykosen zählt und in vielen Fällen eine Zoonose darstellt.

nach oben

Erreger

Trichopyton MakrokonidienTrichophyton Kultur

Es sind circa 26 Trichophyton  -Arten bekannt. Trichophyton mentagrophytes befällt vorzugsweise Hunde, Katzen, Nager, Menschen; Trichophyton verrucosum (Rind, Pferd), Trichophyton rubrum (Rind, Pferd, Mensch). Die Kolonien sind weißbräunlich watteähnlich bis staubig mit samtiger Oberfläche. Der Taplin-Agar verfärbt sich von orange-gelb nach rot. Unter dem Mikroskop können die keulenartigen, abgerundeten Makrokonidien   betrachtet werden. Die genaue Morphologie   der Makrokonidien, ihre Dicke, die Anzahl der Septen und der Lufthyphen, erlaubt dem Mykologen die Zuordnung der Spezies.

nach oben

Krankheit

Vor allem Tiere, die unter schlechten Bedingungen in feuchten Stallungen und Zwingern gehalten werden, sind oft betroffen. Ein schlechter Ernährungszustand setzt die Widerstandskraft gegenüber Infektionskrankheiten herab und öffnet so Tür und Tor für den Trichophyton. Eine Ansteckung des Menschen durch Streicheln und engeren Kontakt ist gegeben.

Trichophyton MopsTrichophyton-PilzbeinTrichophyton Rind


Eine oberflächliche Infektion geht mit einer Hautrötung unter Ringbildung einher. Die Haare verfärben sich und brechen ab. Die Haut verdickt sich durch den Entzündungsprozess, wobei die Oberfläche eine unregelmäßige Erscheinung aufweist. Bei tiefen Infektionen   kann es zur Knötchenbildung mit Eiteransammlung und Schwellung der Lymphdrüsen kommen.

Damit Ihr Tierarzt   eine möglichst genaue Diagnose stellen kann, stellen Sie bitte Ihr Tier ohne Vorbehandlung, z. B. Salbenbehandlung, vor.

nach oben

Diagnose

In vielen Fällen reicht das Erscheinungsbild der Haut aus, um eine Verdachtsdiagnose zu stellen. Zur Diagnosesicherung ist das Zupfen der Haare aus dem veränderten Bereich von Bedeutung. Diese brechen leicht ab und können ohne großen Widerstand gezupft werden. Die Haarproben werden auf einen Nährboden nach Taplin aufgebracht. Dieser wird über einen Zeitraum von mindestens 10 Tagen bei 25 - 28°C und hoher Luftfeuchtigkeit bebrütet. Nach dem Farbumschlag des Nährbodens wird ein wenig Pilzmaterial auf einen Objektträger verbracht, mit Lakotphenol Cottonblue versetzt und anschließend unter dem Mikroskop untersucht. Anhand der Makro- und Mikrokonidien   kann der Pilz zugeordnet und die Diagnose gestellt werden.

nach oben

Therapie

Die Behandlung   wird in den meisten Fällen, nachdem die Erreger-Kultur entnommen worden ist, vom Tierarzt eingeleitet. Je nach Schweregrad der Erkrankung   und dem Risiko für den Halter wird entweder nur eine topische (oberflächliche) Behandlung mit z. B. Clotrimazol Creme eingeleitet. Diese wird durch systemische Gaben, z. B. Grisofulvin Tabletten und ein sporozides Desinfektionsmittel, zur Umgebungsbehandlung, ergänzt.

Pilze   sind recht hartnäckig; insofern sollte die Behandlung mindestens 21 Tage dauern. Der Tierarzt wird Ihr Tier überwachen und gegebenenfalls Nachuntersuchungen anordnen.
Es ist auch möglich, das Tier zusätzlich aktiv gegen Trichophyton mithilfe einer Schutzimpfung   zu immunisieren. Die Impfung ist aber nur für Tiere mit geschwächtem Abwehrsystem oder wiederkehrenden Infektionen zu empfehlen. Hygienische Schutzmaßnahmen, wie Handschuhe, Händewaschen und Desinfizieren, sollten nicht vernachlässigt werden.

nach oben

Das könnte Sie ebenfalls interessieren:

Benötigen Sie eine zweite Meinung? –
Oder möchten Sie einen Tierarzt sprechen?

0900-1-8437362**

**Telefon Sofort-Hilfe. Täglich von 10:00 - 19:00 Uhr für 1,99 €/Minute (Mobilfunkpreise können abweichen).

Weitere Informationen