Coronavirus

Allgemein | Morphologie   | Infektion   | Diagnose   | Therapie   | Prophylaxe  

Allgemein

Die Gruppe der Coronaviren findet eine weltweite Verbreitung. Dieses Virus   zählt bei den Fleischfressern zu den Magen-Darmerkrankungserregern, die zu heftigen blutigen Durchfällen führen können. Dabei werden bei der Katze zwei Formen des Coronavirus unterschieden. Das mildere FECV, das eine Darmerkrankung mit schweren Durchfällen erzeugt und das > FIP  -Virus, das sich aus dem einfachen Coronavirus als agressiver Mutant entwickelt hat. Bei Schweinen ist es das HEV (Haemagglutinating Encephalomyelitis-Virus), bei dem die Saugferkel aufgetriebene Bäuche und eingefallene Brustkörbe mit gleichzeitiger Entzündung   der Atemwege zeigen. Das Coronavirus der Schweine   vom Typ 1 verursacht schwere Magen-Darminfektionen, die bei Saugferkeln eine Sterblichkeit von nahezu 100 Prozent nach sich ziehen. Vögel erleiden schwere Atemwegserkrankungen.
Es wird deutlich, dass dieses Virus nicht nur über eine große Verbreitung verfügt, sondern auch über eine Vielzahl an spezialisierten Arten.

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Morphologie

CoronavirusCoronaviren gehören zur Familie der Coronaviridae. Charakteristisch ist die Außenhülle aus Lipiden (Fetten), auf denen sich in regelmäßigen Abständen kleine Projektionen aus Glycoproteinen befinden. Diese vermitteln den Anschein, als trüge das Virus eine Krone. Das Kapsid hat einen Durchmesser von 80-220 nm und besteht aus zwei Halbschalen mit sieben Strukturproteinen sowie einer Erbsubstanz aus einem RNA  -Strang.


Modell eines Coronavirus

Coronavirus Modell

 


 

Bei Wirbeltieren sind 13 Serotypen bekannt, wovon zwei gefährlich für den Menschen sind. Eines ist das im März 2003 erstmals in der chinesischen Provinz Guangdong ausgebrochene SARS (Severe Acute Respiratory Syndrome), das zu schweren akuten Atemwegserkrankungen beim Menschen geführt hat.
Viren   dieser Familie werden wegen der lipidhaltigen Außenhülle durch Lösungsmittel angegriffen.

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Infektion

Hunde aller Rassen und jeder Altersklasse sind für Infektionen   mit dem Coronavirus empfänglich. Dabei wird der Erreger   üblicherweise durch Verschlucken der Viruspartikel während der Aufnahme von Material, das durch Kot verschmutzt wurde, aufgenommen. Als Kontaminationsquellen kommt in den meisten Fällen verschmutztes Trinkwasser infrage, aber auch Pflanzen oder Futter/Lebensmittel können dem Virus als Vehikel dienen, wenn diese durch infektiöses fäkales Material kontaminiert sind. Das Virus übersteht unbeschadet die Säurebarriere bei den monogastrischen Tieren (mit einem Magen ausgestatteten Lebewesen, wie Hund, Katze, Schwein, Kalb, Ratten etc.). In den meisten Fällen verläuft die Infektion recht heftig mit Erbrechen und wässrigen bis blutigen Durchfällen. Die Tiere sind dann antriebsarm, appetitlos und zeigen selten Fieber. Das Virus befällt die Magenwand, die Schleimhautzellen der Dünndarmzotten und Teile vom Dickdarm. Zu einer Ausbreitung über die Blutbahn (Virämie) kommt es in der Regel nicht. Der wässerige Kot führt zu einer schlechten Wasser- und Nährstoffaufnahme im Darm. Durch schwere Flüssigkeitsverluste kann es schnell zur Austrocknung, vor allem bei Jungtieren, kommen, was zum Tode des betroffenen Tieres führen kann. Bei explosiven, blutigen Durchfällen ist an eine Parvovirusinfektion oder einen Staupedurchfall zu denken. Die Ausscheidung der Viren mit dem Kot kann zwischen drei Tagen bis zu zwei Wochen dauern. Viele Hunde besitzen eine gute Abwehrlage, können sich aber trotzdem mit dem Virus infizieren, zumal eine überstandene Infektion nur ungenügend vor einer erneuten Infektion mit Coronaviren schützt. Menschliche Säuglinge, die an einer Darminfektion mit Coronaviren leiden, zeigen Erbrechen und schwere Durchfälle. In diesem Fall ist die Krankheit   üblicherweise nicht so schwerwiegend wie bei den Haustieren. Infektionen des Gehirns mit Coronaviren können bei immungeschwächten Patienten vorkommen. Infektionen mit dem SARS-Virus sind anzeigepflichtig nach dem Seuchengesetz.

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Diagnose:

Die Diagnose des Virus kann in einigen klinischen Laboratorien mit Hilfe eines ELISA-Test oder > CELISA-Test aus dem Serum gemacht werden. Die Aussagekraft ist nur mäßig zu bewerten. Ein Anstieg des Titers ist als Diagnose zu werten. Alternativ kann ein zusätzlicher Parvovirus-Antigen  -Test aus dem Kot des Patienten zur Diagnosefindung beitragen. An universitären Instituten kann im Kot oder in Darmepithelzellen der elekronenoptische Virusnachweis erbracht werden, der sich jedoch schwieriger gestaltet.

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Therapie:

In den meisten Fällen muss eine intensive Infusions- und Antibiotikatherapie zur Durchfallbehandlung in einer Klinik   durchgeführt werden. Am wichtigsten ist der Nahrungsentzug, da die Darmschleimhaut durch das Virus zerstört ist und zunächst einmal heilen muss. Die Nährstoffaufnahme kann nur mit der Infusionstherapie gesichert werden. Wichtig ist, die begünstigenden Erkrankungen z.B. begleitende bakterielle Infektionen, starker Wurmbefall mitzubehandeln.

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Prophylaxe:

Vorbeugend können eine gute Stallhygiene, einwandfreie Haltung und Ernährung   der Tiere sowie regelmäßige tierärztliche Kontrollen und Entwurmungen der Tiere hilfreich sein.
Ein in den USA vermarkteter Coronavirusimpfstoff (Lebendvaccine) musste wieder vom Markt genommen werden, nachdem bei einigen Impflingen eine Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis  ) und Hirnhautentzündung (Meningitis) durch unbekannte Ursache ausgelöst wurde. Da nur ein unvollständiger Impfschutz entsteht, ist eine Impfung gegen Darmentzündungen durch Coronavirus ohnehin fraglich.

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