Infektion durch Rotaviren

Allgemein | Morphologie   | Infektion   | Diagnose   | Therapie   | Prophylaxe  

Allgemein

Die Gruppe der Rotaviren findet eine weltweite Verbreitung. Dieses Virus   zählt zu den wichtigsten Darmerkrankungserregern, die zu Durchfall bei Großtieren (Nutztieren) führen, aber auch Haustiere, wie Hunde und Katzen, und nicht zuletzt den Menschen, befallen können. Vor allem bei Nutztieren können Rotaviren zu erheblichen Verlusten von Neugeborenen führen und somit zu wirtschaftlich relevanten Bestandsverlusten. Rotaviren besitzen bei allen Spezies eine besondere Affinität für Dünndarmepithelzellen, so können schwere Verletzungen der Darmzotten ausgelöst werden.

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Morphologie

RotavirusRotaviren gehören zur Familie der Reoviridae; früher auch als Diplornaviridiae bekannt. Da sie im Elektronenmikroskop einem Wagenrad ähneln, wurde ihnen der Name Rota (lat.: Rad) zugeteilt. Charakteristisch ist das Fehlen einer Außenhülle. Das Kapsid hat einen Durchmesser von 60-80 nm und besteht aus zwei Halbschalen mit sieben Strukturproteinen sowie einer doppelsträngigen Erbsubstanz aus RNA  -Basen. Bei den Säugetieren sind drei Serotypen bekannt, bei Vögeln fünf. Viren   dieser Familie gelten trotz fehlender Außenhülle als sehr stabil in der freien Umgebung, wie Äckern und Stallungen, wo sie bis zu einem Jahr überleben können. Desinfektionsmittel sind gut wirksam, wie z. B. 70%iger Alkohol.

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Infektion

In den meisten Fällen verläuft die Infektion inapparent (unauffällig), da die ausgewachsenen Tiere über ausreichend Abwehrstoffe gegen das Rotavirus verfügen. Bestehen jedoch andere Grunderkrankungen, wie beispielsweise eine Infektion mit Coronavirus, starker Wurmbefall oder schlechter Ernährungszustand, kann dies das Eindringen des Virus begünstigen. Die Infektion erfolgt üblicherweise durch Verschlucken der Viruspartikel während der Aufnahme von Material, das durch Kot verschmutzt wurde. Dies ist in den meisten Fällen verschmutztes Trinkwasser, aber auch Pflanzen oder das normale Futter/Lebensmittel, wenn es durch infektiöses fäkales Material kontaminiert ist. Das Virus übersteht unbeschadet die Säurebarriere bei den monogastrischen (mit einem Magen ausgestatteten, wie Hund, Katze, Kalb etc.) Tieren. Im Dünndarm angekommen, greift das Virus die Schleimhautzellen der Darmzotten an. Die Tiere sind dann antriebsarm, appetitlos und zeigen vereinzelt Fieber. Der Kot ist wässerig und kann durch Flüssigkeitsverlust schnell zur Austrocknung des Tieres führen. Vor allem Jungtiere können schwer betroffen sein und sterben. Bei explosiven, blutigen Durchfällen ist an eine Coronavirusinfektion oder Parvovirusinfektion zu denken. Bei menschlichen Säuglingen treten Erbrechen und schwere Durchfälle auf. Hier ist die Krankheit   nach dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtig. Die pathogene Bedeutung des Caninen Rotavirus (CRV) ist umstritten; bei Junghunden konnte es als Durchfall-verursachender Erreger   gelegentlich auch in eigener Klinik   nachgewiesen werden. Viele Hunde besitzen eine gute eigene Abwehrlage und können somit das Virus problemlos bekämpfen.

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Diagnose

Die Diagnose des Virus kann in einigen klinischen Laboratorien mit Hilfe eines ELISA-Tests an Kotproben gemacht werden. Gut ausgerüstete, große Laboratorien können mit Hilfe der PCR   (Polymerase-Kettenrektion) einen RN- Nachweis durchführen oder das Antigen   mit dem Immunfluoreszenzverfahren nachweisen. An universitären Instituten kann der elektronenoptische Virusnachweis im Kot oder in Darmepithelzellen erbracht werden, der sich jedoch schwieriger gestaltet.

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Therapie

In den meisten Fällen ist nur eine Standard-Durchfallbehandlung notwendig. Am wichtigsten sind der Nahrungsentzug und die Durchführung einer Infusionstherapie. Die Krankheit ist autolimitierend und nach drei Tagen sind im Regelfall ausreichend Antikörper   (Abwehrstoffe) gebildet, die das Virus bekämpfen. Wichtig ist, die begünstigenden Erkrankungen, z. B. starken Wurmbefall, mitzubehandeln.

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Prophylaxe

Vorbeugend können eine gute Stallhygiene, einwandfreie Haltung und Ernährung   der Tiere sowie regelmäßige tierärztliche Kontrollen und Entwurmungen der Tiere hilfreich sein.

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