Achtung: Giardiasis ist nicht nur bei unseren Haustieren auf dem Vormarsch, sondern auch beim Menschen!

Durchfallerkrankungen sind besonders bei Jungtieren von großer Bedeutung. Neuesten Untersuchungen zufolge ist es die am häufigsten auftretende parasitäre Erkrankung   beim Hund. Die wichtigsten Erreger   für hartnäckige bis blutige Durchfälle bei Hunden und Katzen sind die Giardien, eine Gruppe von Einzellern, die häufig bei Streunern, Findlingen, Hunden und Katzen aus dem Tierheim oder importierten Hunden aus dem Ausland nachgewiesen werden können. Der Erreger ist jedoch nicht sehr wirtsspezifisch, so dass er tierartenübergreifend auch den Darm von Haustieren befallen kann. Betroffen sind hier vor allem Hunde, Katzen und Kaninchen. Aber auch Nutztiere, wie beispielsweise Wiederkäuer  , Pferde   oder Schweine   stehen als Wirte ganz oben auf dem Speisezettel der Giardien. Auch bei Reptilien  , die sich in der heutigen Zeit einer stetig steigenden Beliebtheit erfreuen, kann der Nachweis erbracht werden.

Durch das große Wirtsspektrum dieses Darmparasiten und die enge häusliche Gemeinschaft mit unseren Haustieren ist auch der Infektionsdruck für den Menschen sehr hoch. So kommen immer wieder Krankheitsfälle bei Menschen vor, die durch entsprechende Vorsorgeuntersuchungen durch den Tierarzt   / die Tierärztin in der Praxis erkannt und gegebenenfalls bei einem positiven Nachweis beim Tier behandelt werden können. Giardien stellen eine besondere Gefährdung für Kinder und Personen mit einem geschwächten Abwehrsystem dar, aber auch gesunde Menschen können sich mit diesem Darmparasiten anstecken. Zu dem besonders gefährdeten Personenkreis zählen vor allem alte Menschen, Patienten mit chronischen Infektionserkrankungen, Krebs und Viruserkrankungen, z.B. AIDS.

Zunahme der Giardieninfektion beim Menschen zwischen 2007 und 2012 Bundesweit nach Bundesländer gegliedert.


Quelle der Grafik: Infektionsepidemiologisches Jahrbuch meldepflichtiger Krankheiten   für 2012; veröffentlicht vom Robert Koch-Institut, Berlin 2013-10-12


Relevante Informationen zur Giardiasis bei Hund und Katze sowie Haustieren im Allgemeinen finden Sie in unserem Bereich über Parasiten   hier auf www.tierklinik.de in dem Kapitel über Einzeller, in dem Sie Informationen über Giardien in Bild und Text finden.

Inkubationszeit

Nach der Aufnahme des Parasiten kommt es üblicherweise nach 7 bis 10 Tagen zur Ausbildung   von Symptomen, jedoch können Symptome   auch  schon ab drei oder erst nach 30 Tagen nach der Infektion   auftreten. Bei einigen Menschen verläuft die Infektion auch völlig ohne die Ausbildung von Symptomen.

Symtome

Wie äußert sich nun die Erkrankung beim Menschen?
Die akute   Infektion beim Menschen wird als Lambliasis oder Giardiasis zeichnet. Die dabei auftretenden Symptome sind Durchfall, begleitet von krampfartigen Bauchschmerzen, Blähungen, Übelkeit und Erbrechen. Appetitlosigkeit und Flüssigkeitsverlust können zu Nährstoffmangel führen, da Eiweiß, Fett und Fettsäuren nicht in den Körper aufgenommen werden können. Auch die Vitamine des B-Komplexes, Vitamin A und Elektrolyte gehen dem Körper verloren. Aus dem Nahrungsbrei des Darmes entsteht eine Ausscheidung, die als fettiger Stuhl bezeichnet wird.


Üblicherweise beschränkt sich der Erreger Giardia spp. auf den Dünndarm, jedoch können die Parasiten auch die Gallenblase und Bauchspeicheldrüse bevölkern und dort Entzündungsprozesse auslösen.  Der Krankheitsverlauf kann bei einigen Menschen auch verhältnismäßig unauffällig sein. Diese Personen tragen jedoch den Erreger Giardia spp. in ihrem Darm und können diesen auf andere Menschen oder Tiere übertragen.

Diagnose  

Der Nachweis des Erregers erfolgt aus einer Stuhlprobe des Patienten. Hier können sowohl Zysten   als auch Trophozoiten in der mikroskopischen Untersuchung nachgewiesen werden. Eine Diagnosesicherung kann auch durch die Immunfluoreszenz-Methode und den ELISA-Test im Anschluss erfolgen.

Der Teststeifen zeigt eine Kontrolliere das der Test einwandfrei durchgeführt wurde und eine zweite Linie die das positive Testergebnis anzeigt.


Therapie  

Antibiotika   aus der Gruppe der Nitroimidazole, wie beispielsweise Metronidazol, Ornidazol und Chloroquin kommen zur Bekämpfung der Krankheit   zum Einsatz.