Sarcocystose - Sarkosporidiose

 

Allgemeines:
Einzelliger Parasit  , der durch die Aufnahme von Fäkalien, verschmutztem Gras und Pflanzen in den Zwischenwirt gelangt.  Die Krankheit   kommt bei allen Haustieren und bei Jagdwild vor. Beispiele für Zwischenwirte sind: Rinder  , Damwild, Kamelarten, kleine Wiederkäuer  , z. B. Ziegen und Schafe; Hausschweine, Wildschweine und Kaninchen. Der Erreger   nistet sich bei diesen Tieren in deren Muskulatur ein, unter Bildung spindelförmiger Zysten  , die nach ungeschlechtlicher Fortpflanzung der Parasiten   der Gattung Sarcocystis gebildet werden. Die Verbreitung ist weltweit, wenn auch nicht alle Arten pathogen   sind. Beim Hauptwirt wird die geschlechtliche Fortpflanzung des Parasiten in der Darmschleimhaut durchgeführt. Die Sarcozystis-Arten (Sarkosporidien), die von Hund, Fuchs, Wolf, Kojoten oder von dem Menschen als Hauptwirt ausgeschieden werden, sind pathogen!

 

Erreger:
Der Erreger ist in seiner zystischen Form bei den Zwischenwirten anzutreffen. Diese Veränderungen werden auch als "Mieschersche Schläuche" bezeichnet, sie sind meist kleiner als 1 cm, bei Schafen und Ziegen erreichen sie jedoch eine Größe von bis zu 1,5 cm. Die Befunde in der Speiseröhre zeigen eine eher eiförmige Morphologie  , die in der Muskulatur eine eher längliche oder spindelförmige. Im Inneren enthalten sie eine charakteristische Zystenummantelung, die gekammert sein kann und mehrere Tausend bananenförmige Zystozoiten oder Bradyzoiten enthalten kann. Beim Rind können Sarcocystis cruzi mit Zysten von 0,5 mm Länge entstehen, Endwirte sind Fleischfresser. Bei Sarcocystis hirsuta, mit Zysten von bis zu 8 mm Länge, ist der Endwirt die Katze und bei Sarcozystis hominis, mit Zysten von 0,5 mm Länge, ist der Endwirt der Mensch. Beim Pferd kommt Sarcocystis bertami vor mit Zysten von bis zu 8 mm Länge, bei Schweinen Sarcocystis miescheriana mit bis zu 11 mm langen spindelförmigen Zysten. Sie befallen vorzugsweise den Hund als Endwirt. Es gibt noch eine Vielzahl dieser Sarcocystisarten, die hier nicht aufgezählt werden, bei Interesse wird an die Fachliteratur verwiesen.

 

 

anatomisches Präparat der Speiseröhre eines Schafes, es zeigt die Zysten in der SchleimhautMikrophotografie eines Miescherschen SchlauchesBradyzoiten unter dem Mikroskop


 

Schematische Darstellung der Entwicklungsstadien in dem Haupt- und Zwischenwirt


 

Entwicklungszyklus der Sarkosporidien in den einzelnen Abschnitten mit Erklärungen

 

 

Mikrofotografie von stark vergrößerten Bradyzoiten

Im Magen und Darm wird das Eiweiß der Muskelfasern verdaut, dabei werden die Bradyzoiten aus den Sarkosporidienzysten freigesetzt.   Mehrere Tausend bananenförmiger Zystozoiten schwärmen in den Darm des Endwirtes aus und dringen in die Epithelschicht der Dünndarmzotten ein.


Mikrophotografie der Dünndarmzotten eines Hundes mit GammogonienMikrophotografir der Gammogonien im Darm


 

Die freien Zystozoiten, die in das Epithel   der Darmzotten eingedrungen sind, beginnen mit der Gammogonie am Epithel der Blutgefäße. Hier findet die Entwicklung von männlichen und weiblichen Geschlechtsmerkmalen zur Fortpflanzung statt. Ein Teil der Gammogonien entwickelt Mikrogamonten, die als männliche Keimzellen bezeichnet werden können. Die Gammogonien differenzieren sich zu Makrogamonten, die mit der Eizelle   vergleichbar sind. Nach ihrer Reifung werden sie freigesetzt, und durch Befruchtung wird die Sporogonie gebildet, die zunächst in der Darmschleimhaut verbleibt.

 

Schema der sexuellen Fortflanzung der Sarkozysten

Geschlechtlicher Fortpflanzungszyklus von Sarcozystis durch Differenzierung der Gammogonien


Unreife dickwandige Oozysten unter dem MikroskopDie Sporogonie verfügt zunächst über eine dicke äußere Hülle. Im Inneren werden durch Zellteilung die Sporozysten gebildet. Diese Zysten werden etwa am 70. Tag infektiös und langsam über mehrere Monate vom Endwirt mit dem Kot ausgeschieden.


Mikrophotografie von zwei Sporulierten oozystenMikrophotografie der Freisetzung der Sporozoiten

Die reifen sporulierten Oozysten verfügen über eine dünne äußere Schale, die beim Verschlucken der Oozysten durch den Zwischenwirt herbivore oder omnivire Tiere löst und die Sporozoiten im Darm freisetzt.


 

Endopolygenie am BlutgefäßMikrophotografie der Endopolygenie im Muskel


In dem  Epithel der Blutgefäße werden durch Endopolygenie Merogonien gebildet. Durch ungeschlechtliche Vermehrung mittels Schizogonie   werden Merozoiten durch Mitose   gebildet. Nach Reifung bricht die Merogonie auf und setzt die Merozoiten frei. Dieser Prozess findet dreimalig statt. Bei einigen Spezies werden die weißen Blutkörperchen zur Vermehrung einbezogen.

 

 

 

Klinik  :
Infektionen   mit einer geringen Anzahl an Erregern verlaufen im Allgemeinen symptomlos.

Bei stärkerem Erregerbefall kommt es in der akuten Phase zu Störungen des Allgemeinbefindens mit Fieber, Durchfall und Bauchkrämpfen. Die Infektion   hinterlässt keine ausreichende Resistenz. Bei einer Reinfektion kommt es zu erneutem Auftreten der Symptome  . Das Muskelfleisch kann sehr wässerig und aufgedunsen werden.

Bei chronischen Fällen, in denen es zur Zystenbildung in der Muskulatur und anderen Geweben des erkrankten Organismus   kommen kann, können Schmerzen der Muskulatur und Gewichtsverlust, begleitet von sekundären Erkrankungen durch Bakterien  , Viren   oder Pilze  , ausgelöst werden und den Krankheitsverlauf drastisch verschlimmern.

 

Diagnose  :

 

Therapie  :
Eine Therapie ist bei schwachen Infektionen nicht erforderlich.
Hunde und Katzen, die bei einer Infektion als Zwischenwirt fungieren, können gegebenenfalls eine Enzephalitis und Hepatitis entwickeln. In den meisten Fällen ist eine Therapie nicht möglich, es kann aber ein Therapieversuch mit geeigneten Antibiotika   und Chemotherapeutika unternommen werden.

Prävention  :
Damit die Ausscheidung von Sporozysten unterbunden wird, sollte ausschließlich ausreichend erhitztes Fleisch (Minimalthemperatur im Kern 70° C für 15 Minuten) oder tiefgefrorenes Fleisch, das im Kern -18° Celsius über 72 Stunden konstant erreicht hat, verfüttert werden.
Bei Nutztieren und Zwischenwirten können Impfstoffe zur Vorbeugung eingesetzt werden. Zusätzlich können Chemotherapeutika (z. B. Praziquantel) zur Verbeugung appliziert werden.