Toxoplasmose

Allgemein | Toxoplasmose beim Menschen

Bitte beachten Sie: Unsere anatomischen Seiten enthalten Abbildungen von Präparaten, die bei einigen Lesern Unwohlsein auslösen können. Wenn Sie zu dieser Gruppe von Personen gehören, lesen Sie auf eigene Gefahr weiter.

Allgemeines

 

ToxoplasmoseDie Hauskatze ist mit einigen anderen katzenartigen Tieren der Endwirt für Toxoplasma gondii, dem Erreger   der Toxoplasmose. Somit kommt den Feliden die Schlüsselrolle in der Verbreitung der Toxoplasmose zu! Zwischenwirte sind viele Tierarten: Hunde, Kaninchen, Rinder  , Schafe, Ziegen, Pferde  , Schweine  , Geflügel   und Wild. Auch wenn einige dieser Tiere kein Fleisch fressen, infizieren sie sich über im Gras befindliche Oozysten aus dem Katzenkot!

Nimmt eine Katze Toxoplasmenzysten über infiziertes Fleisch auf oder infiziert sich an den von einer anderen Katze ausgeschiedenen Oozysten, nisten diese sich in ihrem Darm ein und bilden nach 3 Tagen "männliche" und "weibliche" Parasitenformen. Von diesen wird ein Teil als begeißelte Gameten (Samen) und ein anderer Teil als Riesengameten (Eizellen) ausgebildet. Zwischen diesen findet eine Art Befruchtung statt. Die befruchtete "Eizelle  " wird nach 3 - 10 Tagen reif und kann nach einem Zeitraum von 1 - 21 Tagen mit dem Kot ausgeschieden werden. Unter guten Bedingungen werden diese Oozysten nach 2 - 4 Tagen infektiös. Zusätzlich zur Entwicklung im Dünndarm schwärmen diese Erreger auch in andere Organe aus, wie z. B. in die Körpermuskulatur der Katze, in den Herzmuskel und in das Gehirn  . Nach Abschluss der Entwicklung gelangen 10 - 20 % der Parasiten   erneut in den Darm der infizierten Katze. Es werden dann nach 18 - 36 Tagen erneut Oozysten ausgeschieden, diese können unter günstigen Bedingungen bis zu fünf Jahre infektiös in der Umwelt verweilen. Obwohl die Katze Abwehrstoffe gegen den Parasiten erzeugt, bieten diese nicht immer einen sicheren Schutz vor der Ausscheidung der Oozysten.

Die Katzenwelpen können auch in der Gebärmutter von der Katzenmutter mit diesem Erreger infiziert werden. Eine Ansteckung über die Muttermilch ist ebenfalls möglich. Die infizierten Welpen sterben jedoch in den meisten Fällen.

nach oben

Toxoplasmose beim Menschen

 

Toxoplasmose Hirnentwicklungsstörung beim KleinkindDer Bekämpfung der Toxoplasmose beim Menschen kommt eine große Rolle zu. So sollte eine Frau vor der Schwangerschaft eine Blutuntersuchung von ihrem Hausarzt machen lassen, um festzustellen, ob Antikörper   (Abwehrstoffe) gegen Toxoplasmen gebildet wurden. Sind keine Abwehrstoffe vor der Schwangerschaft gebildet worden, besteht die ernsthafte Gefahr einer Infektion   des Fötus   während der Schwangerschaft. Eine Toxoplasmose kann in 45-70 % der Fälle vorkommen, bei denen eine Frau sich im Verlauf der Schwangerschaft erstmals mit Toxoplasma gondii infiziert. Ihre Schwangerschaft kann dann schwerwiegende Folgen für das Neugeborene haben, denn es ist mit schweren Hirnentwicklungsstörungen zu rechnen, die bis zur vollständigen, schwersten Intelligenzminderung führen können.

Toxoplasmose MikrofotografieIst die Blutuntersuchung einer Frau negativ auf Toxoplasma- Antikörper, so sollte beim Tierarzt   eine Blutuntersuchung aller im Haushalt gehaltenen Katzen erfolgen. Ist darunter eine Toxoplasmose-positive Katze, so ist große Vorsicht beim Umgang mit dem Kot der Katze geboten. Es muss an dieser Stelle noch einmal darauf hingewiesen werden, dass positive Katzen auch ohne eine erneute Infektion Toxoplasma-Oozysten ausscheiden können. Die Hauptinfektionsquellen für den Menschen ist oozystenhaltiger Kot besonders junger Katzen, aber auch rohes Schweinefleisch (Mett "halb und halb") kann Toxoplasmenzysten enthalten. Eine Ansteckung durch direkten Kontakt mit Katzen ist nicht möglich (Boch u. Supperer 2000), auch im Nasensekret, Speichel, Urin und Fell konnten keine infektionstüchtigen Erreger nachgewiesen werden.

Auf jeden Fall sollten auch immunsupprimierte Transplantationspatienten und Personen, die an einer Inmunschwäche (z. B. AIDS) leiden, höchste Vorsicht walten lassen!

Bei diesem Personenkreis kann die Infektion mit Toxoplasmose zu Lungenentzündung, Entzündung   der Leber und der Bauchspeicheldrüse führen, was schließlich in den Untergang des Gewebes durch Absterben der Zellen in der Endphase münden kann. In einigen Fällen kommt es zu Vernarbungen in der Netzhaut, die eine Erblindung bewirken können. Auch kann die Zerstörung der Hirnzellen durch Toxoplasmen zu einer vollständigen Demenz führen.

nach oben

Benötigen Sie eine zweite Meinung? –
Oder möchten Sie einen Tierarzt sprechen?

0900-1-8437362**

**Telefon Sofort-Hilfe. Täglich von 10:00 - 19:00 Uhr für 1,99 €/Minute (Mobilfunkpreise können abweichen).

Weitere Informationen