Arzt-Info

Parasitologie  /Okuläre Toxocariasis ist eine wichtige Differentialdiagnose zum Retinoblastom/Fallbericht

Hundespulwurm-Infektion   kann zu Erblindung führen

Würzburg (uka). Die Gefahren durch Infektionen   mit dem Hundespulwurm werden allgemein unterschätzt. Zwischen 7 und 68 Prozent aller Hunde gelten als infiziert. Die mit dem Kot ausgeschiedenen Eier des Hundespulwurms können nach der Embryonisation in der Erde jahrelang infektiös bleiben. Nach Aufnahme können sie nicht nur viszerale   oder zentralnervöse Erkrankungen, sondern auch eine okuläre Toxocariasis hervorrufen, wie Dr. Erwin Lutz und seine Kollegen aus Würzburg berichten.

Hundespulwurm Erkrankung beim MenschenDie Ärzte der Kinder- und Augenklinik Würzburg haben ein achtjähriges Mädchen behandelt, bei dem eine zunehmende Sehverschlechterung aufgefallen war ("Monatsschrift für Kinderheilkunde" 144, 1996, 602). Bei der augenärztlichen Untersuchung wurde ein fast vollständiger Visusverlust rechts, ein Zentralskotom sowie ein prominenter weißlicher, rasch wachsender Tumor   am Augenhintergrund festgestellt. Ein Retinoblastom konnte ausgeschlossen werden, da die typischen Verkalkungszeichen fehlten.

Im Blut fand sich jedoch eine Eosinophilie (33 %). Serologisch wurden eine Zystizerkose und eine aktive Toxoplasmose ausgeschlossen, aber Antikörper   gegen den Hundespulwurm (Toxocara canis) nachgewiesen. Dies führte zur Diagnose   der okulären Toxocariasis. In bildgebenden Verfahren fand sich kein Hinweis auf eine Mitbeteiligung des ZNS   oder innerer Organe.

Nach spezifischer vierwöchiger Therapie   war der IgE- Spiegel rückläufig. Die Raumforderung zeigte keine weitere Progredienz (lat.: Fortentwicklung, hier: Verschlechterungstendenz), das Zentralskotom (Gesichtsfeldlücke, -ausfall) nahm ab. Eine Visusverbesserung ließ sich allerdings nicht mehr erreichen.

Die Würzburger Ärzte betonen, dass besonders Kinder, die mit jungen Hunden spielen, gefährdet sind. Nur bei früher Therapie könne ein progredienter Visusverlust mit Erblindung verhindert werden. Als Medikamente   stehen Diethylcarbamazepin, Mebendazol, Thiabendazol oder Albendazol zur Verfügung.

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Echinococcose des Menschen

(Hundebandwurm- und Fuchsbandwurm-Erkrankung   des Menschen)

Leberinfektion mit Metazestoden von Echinococcus granulosus. Die kleinen, wässerigen Blasen (Finnen) enthalten Hunderte der rechts abgebildeten Fuchsbandwurmembryonen. Diese müssen chirurgisch entfernt werden.

Echicococcose beim Menschen in LeberEchinococcose

Als Hidatidose oder Echinococcose wird die Infektion mit Larven des Hundebandwurms E. granulosus oder Fuchsbandwurms E. multilocularis verstanden.

Die Finnen sind mit Flüssigkeit gefüllte Blasen, die beim Menschen am häufigsten in der Leber zu 50-70%, in der Lunge zu 4-14% und in seltenen Fällen in der Niere, Gehirn   oder Knochen vorkommen können.

Die Diagnose erfolgt radiologisch, sonographisch oder laparoskopisch. Auch verschiedene serologische Verfahren stehen zur Verfügung. Dem Hauttest nach Canosi kommt heutzutage eine eher untergeordnete Rolle zu.

Die Therapie ist ausschließlich chirurgisch und wird durch eine strenge Medikamentation unterstützt.

Der wichtigste Abschnitt liegt jedoch in der Prävention   der Krankheit   durch die entsprechenden hygienischen Maßnahmen, wie die regelmäßige Entwurmung von Hunden und Katzen mit Medikamenten.

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