Magenwürmer

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Allgemeines

Die Magenwürmer des Kaninchens haben eine weltweite Verbreitung. Sie befallen alle wildlebenden Kaninchen, Hasen und hasenartige Tiere. Auch Hauskaninchen können durch Fütterung von frischem Grünfutter - vor allem Gras - infiziert werden.

Infektionszyklus

Über den Infektionszyklus ist wenig bekannt. Die ausgewachsenen Würmer leben in der Magenwand des Kaninchens, wo die Eier abgelegt werden. Mit der Abstoßung der alten Schleimhautschichten werden die Wurmeier über den Verdauungskanal mit dem Kot ausgeschieden. Die Eier (Oozysten) reifen im Gras bei guten Umweltbedingungen in etwa zehn Tagen zur Larve   (L1) heran. Nach 2 -3 Tagen entwickelt sich die Larve L2, die sich dann zur infektiösen Larve L3 weiter entwickelt. Diese infektiöse Larve wandert dann immer in den Dämmerungsphasen an die Spitze von Grashalmen und lauert dort, bis sie von einem Kaninchen gefressen wird. Im Magen des Wirtes entwickt sie sich zur Larve L4.  Diese bohrt die Mundwerkzeuge in die Schleimhaut der Magenwand. Durch die optimalen Futterbedingungen erreichen sie schnell die Geschlechtsreife. Die Männchen erreichen eine Länge von 12 mm und die Weibchen eine Länge von 16 mm. Nach der Kopulation   legt das Weibchen die befruchteten Eier ab, die mit Schleim und abgestoßener Schleimhaut über den Verdauungstrakt ausgeschieden und in die Umgebung freigesetzt werden.

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Klinik

Graphidium Würmer in der Magenwand vom Kaninchen

Die Abbildung zeigt Würmer in der Magenschleimhaut eines Kaninchens. Der ausgewachsene, rötliche Wurm lebt auf der Magenschleimhaut, durch das Einbohren der Mundwerkzeuge kommt es zu erheblichen Verletzungen der Magenwand. Bei einer Überbevölkerung im Magen breiten sich die Würmer über den Dünndarm bis zum Blinddarm aus. Überwiegend bei Jungtieren führt der Parasit   zur Abmagerung, Schwäche und Blutarmut und nicht selten zum Tod des betroffenen Tieres.

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Diagnose

Graphidium Oozyste KaninchenDer Parasit kann als Ovozyste im Flotationsverfahren nachgewiesen werden, zumal die Eier mit dem Kot ausgeschieden werden. Die Eier sind etwa 55 x 95 µm groß. Nur selten kommt es zur direkten Ausscheidung der Würmer.

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Therapie

Benzimidazole - Fenbendazol: 20 mg /kg oral auf 3 einander folgenden Tagen eingeben, nach 10-14 Tagen Behandlung   wiederholen.

Macrolide - Ivermectin - Avermectin: 0,4 mg/kg Injektion, nach 10-14 Tagen Behandlung wiederholen.

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Vorbeugung - Prävention

Hauskaninchen nicht mit Frischfutter füttern, das von Grünflächen stammt, zu denen Wildkaninchen und Hasen Zugang haben.

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