Fehlgeburt künstlich ausgelöst

Induzierter Abort   –  medikamentöse Behandlung   durch den Tierarzt   nach Fehlbelegung

Allgemeines

Wird eine Hündin versehentlich durch einen ungeeigneten Rüden, z. B. Streuner, gedeckt, kann es zu einer unerwünschten Trächtigkeit kommen. Damit diese verhindert werden kann, wenden sich Tierhalter entsetzt an einen Tierarzt, um das Geschehene möglichst schnell rückgängig zu machen. In diesem Fall sollten Sie aber einige Dinge berücksichtigen und nicht gleich in Panik verfallen.

 

Methoden zur Auslösung des Aborts

1.- Nidationsverhütung  : Durch die Gabe von Östrogen   an den Tagen 3-5  und 7-9 nach der Begattung wird die Wirkung der Gestagene (Gelbkörperhormone) unterdrückt. Die Schleimhaut der Gebärmutter vermag die befruchtete Eizelle   nicht aufzunehmen. So kommt es nicht zur Einnistung, sondern zur Ausschwemmung mit dem Schleim aus der Scheide. Der Nachteil dieser Methode ist, dass die Gefahr einer Gebärmuttervereiterung oder einer ähnlichen Gebärmuttererkrankung besteht. Schwerwiegend ist, dass in seltenen Fällen eine Knochenmarksschädigung auftreten kann, die mit schweren Blutungen verbunden sein kann.
2.- Gelbkörpereinschmelzung:
Der Gelbkörper   wacht über die Schwangerschaft. Werden nicht ausreichend Gelbkörperhormone gebildet, kommt es zum Verlust der Früchte, da diese nicht mehr von der Gebärmutter (Uterus  ) ernährt werden können. Diese Methode beinhaltet drastische Eingriffe in den Hormonhaushalt des Muttertieres. Das Befinden ist schlecht, starke Krämpfe der Gebärmutter können zu schweren Blutungen führen. Die Gelbkörpereinschmelzung findet seit 20 Jahren keine Verwendung mehr. 
3.- Progesteronantagonist: Dies ist die Methode der ersten Wahl, da das Medikament   Aglépristone sehr gut verträglich ist. Der Einsatz ist selbst dann vertretbar, wenn eine vermutete Fehlbelegung behandelt werden soll. Die gedeckte Hündin wird zwischen dem 6-16 Tag nach dem Deckakt mit der ersten Dosis behandelt und im Anschluss erfolgt eine zweite Dosis nach 24 Stunden. Die Embryonen werden von der Gebärmutter resorbiert, und es kommt zu keinen nennenswerten Nebenwirkungen.

  • Das Medikament verfügt über eine große Sicherheit.
  • Das Mittel ist verhältnismäßig teuer.
  • Die nachfolgende Läufigkeit tritt bereits nach 1-3 Monaten auf.