Geburtsweg

Unter der Bezeichnung Geburtsweg oder Geburtskanal wird der Abschnitt des weiblichen Genitaltraktes bezeichnet, der vom Fetus   während der Geburt   zurückgelegt werden muss, um aus dem Organismus   der Mutter in die Außenwelt zu gelangen. Es wird zwischen dem knöchernem Geburtsweg und dem weichen Geburtsweg unterschieden.

Der knöcherne Geburtsweg beinhaltet das Becken, das Kreuzbein und die ersten Schwanzwirbel. Das Kreuzbein bildet das Dach des Beckengürtels und ist durch Fasern mit dem Becken über die Iliosakralgelenke beweglich verbunden. Unter der Einwirkung der Östrogene   dehnen sich die Bänder der Iliosakralgelenke und der Beckengürtel kann sich beim Eintritt des Fetus dehnen. Während der Austreibungsphase der Frucht werden das Kreuzbein und die ersten Schwanzwirbel nach oben gedrückt; die Darmbeine verschieben sich seitlich, hierdurch wird der Durchmesser der Beckenhöhle vergrößert und dem Fetus der Austritt ermöglicht.

Der weiche Geburtsweg führt von der Gebärmutter (Uterus  ) durch die Cervix   (Gebärmutterhals) in die Scheide (Vagina  ). Nach Austritt des Fetus aus der Scheide gelangt der neugeborene Welpe in die Außenwelt, um ein eigenes Leben zu beginnen. Unter dem Einfluss der Östrogene löst sich der Schleimpfropfen in der Cervix und der Gebärmuttermund weitet sich für die Geburt. Unter dem Einfluss der Östrogene weiten sich die Schamlippen und erschlaffen.

Die Wehentätigkeit beginnt zuerst mit dem abfallenden Progesteronspiegel beim Einsetzen der Geburt. In der Hypophyse   wird das wehenfördernde Hormon Oxytocin   unter dem Einfluss von Östrogenen   gebildet und schließlich freigesetzt. Oxytocin regt die Durchblutung in der Muskulatur der Gebärmutter an und führt zur Bildung der Prostaglandine   im Endometrium  , die auf die Muskulatur der Gebärmutter (Myometrium  ) wirken. Prostaglandine führen zur Weitung des Gebärmuttermundes und veranlassen die rythmische Kontraktion   der Muskeln der Gebärmutter von den Hörnern zu dem Uteruskörper. Dies führt zum Vorschieben der Fruchtblasen mit den Föten.