Mutationen

Chromosomensatz und fehlerhafte Chromosomen  

Leicht können die Chromosomen der Taufliege (Drosophila melanogaster) unter dem Lichtmikroskop betrachtet werden.

Chromosomen SpeicheldrueseDiese sehr großen Chromosomen werden auch als Polyänchromosomen bezeichnet. Sie entstehen durch Vervielfältigung der einzelnen exakt aneinandergereihten Chromosomen, die sich nicht voneinander trennen. Drosophila melanogaster verfügt über vier Chromosomenpaare, in denen helle und dunkle Banden sichtbar sind. Die hellen Banden enthalten abgespultes Chromatin  , in diesen Genloci (Genorten) findet eine hohe Transkriptionsrate statt. Die Erbsubstanz wird durch Enzyme   abgeschrieben und ein RNA  -Transkriptat generiert, das bei der Seidenraupe beispielsweise die Synthese   der Seide kodiert. Die hellen Banden in diesen Chromosomen werden als Puffs bezeichnet. Sind sie besonders groß, werden sie - nach ihrem Entdecker - als Balbiani-Ring bezeichnet. Diese Chromosome   können beispielsweise durch Röntgenstrahlen, ultraviolettes Licht, Gamma-Strahlen, Chemikalien etc. geschädigt werden und Mutationen herbeiführen.

 

Drosphila melanogaster wingDrosphila melanogaster withe-eye


Höhere Lebewesen verfügen über komplexe Chromosomensätze, die bei fehlerhafter Verdoppelung zur Abweichung in den Merkmalen der Sexualität oder des Individuums führen können.

Chromosome-femaleEin Hund verfügt in einer gesunden Zelle   über 78 Chromosome. Davon fallen 76 auf autosomale Chromosomen und 2 auf die Geschlechtschromosomen, während die Katze über 38 Chromosomen in einer gesunden Zelle verfügt. Diese teilen sich in 36 autosomale Chromosomen und 2 Geschlechtschromosomen auf. Abweichungen der Chromosomensätze sind häufig nicht erblich, sondern kommen eher zufällig vor. Durch fehlerhafte Meiose   kann es in den Keimzellen zur Verdoppelung der Geschlechtschromosomen kommen, z. B. XX, XY, XO. Diese verschmelzen zu XO, YO, XYY, oder XXY. Sie führen zur Intersexualität; die Individuen verfügen über beide Geschlechtsmerkmale (Zwitter  ). Bei Hunden, die mit einer XX-Sexumkehr geboren werden, sind etwa 90 % Hermaphroditen   mit Hoden   und Eierstöcken. Diese Intersexe können gehäuft bei Cockerspaniel, Weimaraner, Beagle und Blue Terrier auftreten. Häufiger treten Fehler bei der Mitose   auf - besonders bei Zellschädigungen durch Strahlen oder Chemikalien, die dann eine Mutation   generieren können. Um diese wichtigen Vorgänge besser verstehen zu können, wird den Vorgängen der Zellteilung ein eigener Abschnitt gewidmet.

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