Diskussion: Für und Wider einer Schutzimpfung

Allgemein | Wie oft impfen | Tumore   nach der Impfung

Allgemein

Pressemeldung: "Impfung nur noch alle drei Jahre, öfter ist eine Abzocke der Tierärzte!"

Die Schutzimpfung   bei Haustieren hat in der Vergangenheit durch Presseberichte für reichlich Verwirrung gesorgt. Die so entstandene Diskussion hat für starke Unsicherheit bei Tierhaltern in Bezug auf die Notwendigkeit und die sinnvolle Zeitspanne zwischen Wiederholungsimpfungen gesorgt.
Im Westdeutschen Rundfunk (WDR) wurde am 10. März 2002 in der Sendung "ServiceZeit - Tiere suchen ein Zuhause" das Thema "Hundeimpfungen - Kritik an der Impfpraxis nimmt zu!" behandelt.

Für die Impfung der Tollwut   bestehen gesetzliche Regelungen, diese im jährlichen Abstand durchführen zu lassen. Den Tierärzten wird als gängige Impfpraxis die gleichzeitige Auffrischungsimpfung einer fünf- bis siebenfachen Schutzimpfung empfohlen. Im Gegensatz hierzu werden nicht bestätigte Quellen aus den USA zitiert, bei denen ein Schutz von mehr als drei Jahren erreicht werden könnte.

Seit der Einführung der Pflicht zur Bestimmung der Tollwut-Antikörper   im Blut von geimpften Tieren, die nach Norwegen, Schweden oder Großbritannien reisen sollen, hat sich doch bei einigen Tieren, trotz einwandfreier Impfung im jährlichen Abstand und guter Ernährung  , ein mangelhafter Schutz gegen Tollwut gezeigt. Diese Tiere konnten erst nach einer Boosterung (mehrfach wiederholtes Impfen) einen sicheren Schutz gegen das Tollwutvirus aufbauen, obwohl keine Krankheiten   nachzuweisen waren. Die bei einigen Tieren abgeschwächte Immunlage könnte in zuchttechnischen Ursachen begründet sein.

Hundestaupe wurde in der Bundesrepublik Deutschland vor der Wiedervereinigung aufgrund von geschlossenen Grenzen und einer intensiven Impfpraxis kaum diagnostiziert. Nach Öffnung der östlichen Grenzen traten gleich einige leichte Epidemien auf, da sich zum einen eine gewisse "Impffaulheit" breit gemacht hatte und zum anderen das Virus   Veränderungen unterworfen war, die zu einer veränderten Oberfläche dessen geführt hatten und so dem Abwehrsystem das Erkennen des Virus erschwerten.

Das Katzenseuchevirus (Parvovirus) hat sogar Mutationen durchlaufen, nach denen es hinterher die Artenbarriere nicht mehr respektierte. So kann das Virus, das zuvor nur Katzen anstecken konnte, plötzlich auch Hunde infizieren und die Erkrankung   der Parvovirose   auch bei einer für das Virus fremden Art verursachen. Umgekehrt kann das Hundevirus nach Mutation   auch Katzen anstecken.

Trotz allem ist es eine unbestrittene Tatsache, dass die Schutzimpfung die beste Protektion gegen Viruserkrankungen ist und wesentlich zur Gesunderhaltung der Haustierpopulation beiträgt.

Im Juni 2003 wurde eine ältere Dame in Hamburg von einer Fledermaus in den Finger gebissen, als sie versuchte, das hilflos auf der Straße sitzende Tier aufzulesen, um es in einem schützenden Gebüsch abzusetzen. Geistesgegenwärtig packte sie die Fledermaus in eine Plastiktüte und brachte das Tier in das Tropeninstitut nahe des  Hamburger Hafens. Dort konnte die Diagnose   Tollwut bei der Fledermaus gestellt werden. Die alte Dame wurde behandelt und kam so mit dem Schrecken davon. In Hamburg wurden in den letzten 25 Jahren keine Tollwutfälle mehr beobachtet. Dieser Vorfall zeigt deutlich die Notwendigkeit der Impfung, da auch vermehrt Marder in den Städten anzutreffen sind. Marder und Fledermäuse könnten Hunde und Katzen mit der Krankheit   infizieren und diese dann den Menschen.

Der sicherste Schutz ist eine regelmäßige Schutzimpfung der Haustiere! Zu Ihrer eigenen Sicherheit sollten Sie aber auch regelmäßige Schutzimpfungen bei Ihnen selbst durchführen lassen.

nach oben

Kann ich mein Tier zu oft impfen und es dadurch krank machen?

Im Allgemeinen ist die Impfung nicht gefährlich oder schädlich, es gibt jedoch keine risikofreie Impfung! Impfstoffe sind unentbehrlich, um gefährliche Viruserkrankungen zu bekämpfen, da für die meisten keine effektiven Behandlungen zur Verfügung stehen. Es können an der Injektionsstelle kleine Reaktionen mit Schwellung und leichter Schmerzempfindung bei Druck entstehen. Diese sind harmlos, sollten aber Ihrer Tierärztin/Ihrem Tierarzt   zur Beurteilung vorgestellt werden. Eine gewisse Reaktion auf den Impfstoff ist ja auch gewünscht und notwendig. Wenn die Reaktionen an der Impfstelle von Jahr zu Jahr zunehmen, ist unbedingt die Tierärztin/Tierarzt davon zu unterrichten.

Einige Tiere gehören zu sogenannten Risikogruppen. Sie sollten mit Ihrer Tierärztin/Ihrem Tierarzt genau besprechen, wogegen Ihr Tier geimpft werden soll und in welchen Abständen, um das Risiko von Impfreaktionen bei prädisponierten Tieren zu minimieren.

Schwere Impfreaktionen können in sehr seltenen Fällen mit einer allergischen Reaktion auftreten, die ein Schockgeschehen auslösen kann. Dennoch überwiegen die Vorteile einer Impfung deutlich.

Besprechen Sie auf jeden Fall den speziellen Fall Ihres Tieres mit Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt, denn diese sind die einzigen qualifizierten Partner, die Ihnen bei der Entscheidung wirklich helfen können und - außer Ihnen -  Ihr Tier noch am besten kennen!

nach oben

Tumore nach der Impfung

Vor allem für Katzenhalter ist die Entstehung von Fibrosarkomen (bösartige Tumore des Bindegewebes, die keine Tendenz zur Metastasierung aufweisen) ein wichtiges Thema. Ab dem Jahr 1991 bemerkten Tierärzte bei einigen wenigen Katzen das Auftreten von Schwellungen an der Impfstelle. Diese verschwanden in den meisten Fällen wieder von selbst, sehr selten kann sich aber auch ein Fibrosarkom   bilden. Wenn Sie bei Ihrer Katze einen Knoten bemerken, der nicht in einem Zeitraum von drei Monaten von selbst verschwindet, sollten Sie Ihr Tier bei Ihrem Tierarzt vorstellen. Es wird diskutiert, dass bestimmte Adsorbentien im Tollwut- und Leukoseimpfstoff die Auslösung eines Tumorwachstums begünstigen können, Beweise konnten bisher nicht erbracht werden. Das Auftreten dieser Tumore an der Impfstelle ist jedoch sehr selten, kommt scheinbar nur bei Katzen vor und die Vorteile einer Impfung werden nicht durch die Tumorgefahr aufgehoben. Da der Tumor   im frühen Stadium behandelt werden kann und keine Tochtergeschwüre bildet, ist die Impfung für gefährdete Katzen trotzdem zu empfehlen, eventuell kommt es zu einem Tumorrezidiv (erneutes Auftreten des Tumors).

nach oben

Benötigen Sie eine zweite Meinung? –
Oder möchten Sie einen Tierarzt sprechen?

0900-1-8437362**

**Telefon Sofort-Hilfe. Täglich von 10:00 - 19:00 Uhr für 1,99 €/Minute (Mobilfunkpreise können abweichen).

Weitere Informationen