Gefährliche Impfmüdigkeit bei den Tierhaltern

Nur etwa die Hälfte aller Hunde und sogar nur ein Drittel aller Katzen in Deutschland werden regelmäßig geimpft.
Damit ein Mindestschutz vor der seuchenhaften Verbreitung von Krankheiten   gewährleistet werden kann, müssen mindestens 70 % aller Tiere  geimpft sein!

Häufig werden ungeimpfte Tiere über die geografischen Grenzen nach Deutschland gebracht, entweder als Mitbringsel aus dem Urlaub oder durch Schlepperbanden, die Welpen zum Verkauf im Internet-Schnäppchenmarkt anbieten. Als besonderes Extra bringen diese Tiere dann schlimme Krankheiten, wie beispielsweise Staupe   oder Katzenseuche  , ins Land.

Gerade in der Nähe zu osteuropäischen Ländern wie Polen und Tschechien sollte ein regelmäßiger Impfschutz selbstverständlich sein! Jedoch auch in unserem Land lauern tödliche Gefahren, nicht nur für Hunde und Katzen, sondern auch für die Familie. So gab es im Jahr 2013 16 Fälle von Tollwut   bei Fledermäusen allein in Schleswig-Holstein. Man stelle sich vor, die Hauskatze ist Freigänger und fängt beim Jagen eine Fledermaus. Diese wird lebend nach Hause getragen und Frauchen vor die Füße gelegt als Wertschätzung und zur Demonstration der großartigen Jagdfähigkeiten des kleinen Lieblings. Ist die Katze nicht geimpft, könnte sie durch die Fledermaus mit Tollwut infiziert worden sein. Sollte der Tollwutverdacht ausgesprochen werden und kein adäquater Nachweis der Impfung vorliegen, wird die Katze eingeschläfert, damit eine Untersuchung auf Tollwut am Gehirn   des Tieres erbracht werden kann. Sollte dieser negativ ausfallen, ist die Katze vollkommen sinnlos aus Nachlässigkeit geopfert worden. Es ist zu berücksichtigen, „das Leben eines Menschen“  ist immer vorrangig zum Tier.

Andere Infektionskrankheiten, wie beispielsweise die Leptospirose beim Hund, sind auch Zoonosen, die auf den Menschen übertragen werden können. In entsprechenden Gebieten ist die Impfung sogar in halbjährlichem Abstand notwendig. Infektionen   können zu akutem Nierenversagen führen und dann tödlich enden. Die Leptospiren sind sehr dünne Bakterien  , die mit dem Urin ausgeschieden werden. Durch das Belecken des Genitalbereichs können Bakterien in das Maul gelangen und durch Belecken von Herrchen oder den Kindern können die Leptospiren durch die intakte Haut in den Körper eindringen, ohne dass eine Verletzung   vorliegt.

Angesteckt werden können vor allem ungeimpfte Tiere über Urin und / oder Kot sowie Speichel durch gegenseitiges Belecken oder Trinken aus Regenpfützen. Tiere, die über einen unzureichenden Impfschutz verfügen, haben ein deutlich hohes Risiko zu erkranken. Viele Tierhalter sind auch der Meinung, dass alte Tiere, die schon oft geimpft wurden, nicht mehr dem Impfstress unterzogen werden sollten. Doch im Alter ermüdet das Abwehrsystem und bedarf der Stimulation  . Alte Menschen sollten ja auch z.B. gegen Grippe und Lungenentzündung geimpft werden, während dies bei gesunden Erwachsenen nicht so dringlich ist.

In der Klientel sind jetzt viele der Meinung, dass man sein Tier nur alle fünf Jahre zur Impfung vorstellen muss, da der Impfschutz ja mindestens 3 - 5 Jahre wirken soll. Dies ist aber lediglich für die Tollwutimpfung richtig, sofern der Hund nach einem bestimmten Schema geimpft wurde. Leider führt dies in den meisten Fällen zu Missverständnissen, die dann dafür sorgen, dass ein unvollständiger Impfschutz aufgebaut wird.

Das folgende Impfschema kann empfohlen werden:
Welpen sollten mit 8 – 12 und mit 16 Wochen geimpft werden, um dann nach einem Jahr eine Auffrischung zu erhalten. Durch einen Antikörpertiternachweis kann dann der vorhandene Impfschutz überprüft werden. Bei einem ausreichenden Schutz kann dann die Tollwutimpfung alle drei Jahre erfolgen, die Staupe- und Parvovirose  -Schutzimpfungen müssen alle zwei Jahre aufgefrischt werden. Bei der Tollwut gilt, dass bei Reisen ins Ausland einige Länder den dreijährigen Impfschutz nicht akzeptieren. Auch wenn ein Mensch durch einen Hund oder eine Katze verletzt wurde und Gefahr im Verzug ausgesprochen wird, kann die Tötung des Tieres angeordnet werden, damit ein Tollwuttest am frischen Hirngewebe des Tieres vorgenommen werden kann. Um diese Maßnahme vermeiden zu können, muss ein lückenloser und regelmäßiger Impfnachweis vorgelegt werden können. Sollte sich ein solcher Fall ergeben, gilt immer, dass der Mensch  Priorität vor dem Tier hat. Auch wenn angeblich keine Tollwut in Deutschland existieren soll, konnten allein in Schleswig-Holstein im Jahr 2013 16 Fledermäuse positiv auf Tollwut getestet werden. Auch Waschbären, Füchse, Bären und Wölfe, die immer häufiger ihren Weg aus dem Osten in unsere deutschen Wälder finden, können als potente Quelle für Tollwuterreger in Frage kommen.

Es ist zu beachten, dass Auffrischungsimpfungen in regelmäßigem Abstand ohne Verspätung erfolgen.

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