Leishmaniose Impfung

Allgemeines - Impfstoff - Impfschema - Vorsichtsmaßnahmen - Empfehlungen

Allgemeines 

Phlebotomus spp.Die Leishmaniose ist eine in Europa weitverbreitete Erkrankung  , die durch einen von der Sandmücke übertragenen Blutparasiten ausgelöst wird. 

Der genaue Lebenszyklus der Leishmanien kann in unserem Abschnitt der Parasitologie   im Kapitel Leishmaniose nachgelesen werden.

Der Mittelmeerraum ist ein bei allen sehr beliebtes Reiseziel, aber gerade in Südfrankreich, Spanien, Portugal, Italien, Griechenland und der Türkei trifft man auf ganz besonders stark durchseuchte Wirte. Hier kann also die Mücke bei einem erkrankten Tier während einer Blutmahlzeit leicht den Erreger   Leishmania infantum aufnehmen und diesen Parasiten   auf ein gesundes Tier, beispielsweise einen Hund aus Deutschland, den Niederlanden, Irland, Schweden, Norwegen oder Polen übertragen. 

Nicht nur die globale Reiselust des Menschen sorgt für einen Import von Sandmücken und Leishmanien in Regionen hinein, die sonst nur sporadisch auftretende Krankheitsfälle zu verzeichnen hatten, sondern auch der Klimawandel bewirkt eine Anpassung der Sandmücke und somit eine Ausweitung der Verbreitungsgrenze für dieses Insekt. Deshalb ist die Leishmaniose jetzt auch in einigen für sie bisher untypischen Regionen ansässig, wie z. B. in Süddeutschland bis hin zur Region um Frankfurt und entlang des Rheingrabens bis Köln. Auch Österreich, Belgien und die Schweiz sind seit jüngster Zeit betroffen. Diese rapide Ausbreitung dieser parasitären Erkrankung bedroht nicht nur unsere Haustiere, sondern auch den Menschen.

Bisher konnte ausschließlich durch den Einsatz von Insektizid- oder Repellenten- Substanzen versucht werden, den Stich dieser blutsaugenden Insekten zu verhindern. Allerdings ist der Erfolg nur mäßig, sodass es doch zur Übertragung von Leishmania infantum kommen kann.

Impfstoff

Seit Kurzem steht in Deutschland und Europa ein neuartiger, zugelassener Impfstoff gegen den Parasiten Leishmania infantum zum Schutz Ihres Hundes zur Verfügung!

Die Entwicklung war sehr schwierig und erforderte intensive Forschung über einen Zeitraum von 20 Jahren. In einer reinen Kultur von Leishmania infantum, die absolut frei von fremden Eiweißstoffen ist, werden die Parasiten vermehrt. Während der Vermehrung der Leishmanien werden von dem Parasiten unterschiedliche Eiweißstoffe gebildet, von denen einige besonders geeignet sind, in einem Impfstoff verwendet zu werden. Diese Eiweiße werden als ESP (Exkretorische sekretorische Proteine) bezeichnet und werden durch spezielle Reinigungsverfahren und Filterungen aufbereitet. Diese aufgearbeiteten Eiweißstoffe erzeugen eine sehr starke Immunantwort des Abwehrsystems mit der Bildung von Antikörpern gegen Leishmania infantum. Damit die Verabreichung einer Impfdosis zu einer optimalen und effektiven Reaktion des Abwehrsystems führt, ist das Adjuvans   QA-21 dem Impfstoff zugesetzt worden.

In Feldstudien, die von der Firma Virbac in Auftrag gegeben wurden, konnte bei Hunden, die durch Impfung geschützt wurden, bei bis zu 93 % der Tiere ein symptomfreier Verlauf der Krankheit   nachgewiesen werden.

Es gibt zwar schon seit einigen Jahren Impfstoffe gegen die Leishmaniose, aber diese wurden in Europa nie zugelassen, da ihre Wirksamkeit sich als zu gering erwies.

Die hohe Wirksamkeit dieses neuen Präparates und die gute Verträglichkeit des Impfstoffes bei Hunden im Alter von vier Monaten bis zu 12 Jahren lassen jedoch nur die eine Empfehlung zu, und zwar gefährdete Hunde auf jeden Fall durch diese Impfung schützen zu lassen!

Impfschema

1.- Erstimpfung: Erfolgt im Alter von sechs Monaten mit der Gabe von drei Impfdosen in einem Intervall von drei Wochen.

2.- Nachimpfung: Im Anschluss findet die Wiederholungsimpfung - wie bei den meisten Vakzinationen - einmal pro Jahr statt.

Vorsichtsmaßnahmen

Vor der ersten Impfung sollte unbedingt eine Blutuntersuchung vorgenommen werden. Wird hierdurch eine aktive Leishmaniose-Infektion   ausgeschlossen, kann die Impfung durchgeführt werden. Ist jedoch eine Leishmaniose-Infektion nachgewiesen worden, sollte zunächst auf die Impfung verzichtet und zu einem späteren Zeitpunkt die Blutuntersuchung zum Nachweis der Leishmaniose wiederholt werden. Bei Patienten, die unter Allergien (nicht gegen das Medikament   oder eines seiner Inhaltsstoffe) leiden, ist die Behandlung   nur dann durchzuführen, wenn eine Observierung des Patienten über einen Zeitraum von zwei Stunden gewährleistet werden kann. Da dieser Impfstoff auf Fremdeiweißen basiert, kann eine Überempfindlichkeitsreaktion ausgelöst werden! An der Injektionsstelle kann eine schmerzhafte Schwellung auftreten, die jedoch nicht von Bedeutung ist und schnell wieder abklingt. Diese Impfreaktion kann auch bei anderen Impfstoffen auftreten und ist sogar im geringen Maß wünschenswert.  

 Empfehlungen

Hunde, die ihr Herrchen und Frauchen auf Reisen in den Süden begleiten, können durch diese Impfung geschützt werden. Dennoch wissen wir durch unsere spanischen Kollegen, dass bei Hunden, die mit diesem Impfstoff geimpft wurden, gelegentlich Todesfälle aufgetreten sind. Für Hunde, die in Regionen, wie Nordrhein-Westfalen, Hessen, Thüringen, Sachsen, Reinland-Pfalz, Saarland, Baden-Württemberg und Bayern ansässig sind, ist die Impfung durchaus eine Möglichkeit zum Schutz, zumal sich die Krankheit immer weiter ausbreitet und letztendlich auch den Hundehalter bedroht. Wichtig ist die im Vorfeld erwähnte Blutuntersuchung zur Feststellung einer bereits erfolgten Infektion, da in diesem Fall die Impfung nicht zu empfehlen ist.CaniLeish es ist mehrfach von Todesfällen berichtet worden.

An erster Stelle ist sicherlich eine Prophylaxe   gegen die Sandmücke zu erwägen. Hier können sowohl Spot-On-Präparate wie auch geeignete Halsbänder einzeln oder auch kombiniert eingesetzt werden, die in Ihrer Tierarztpraxis oder Tierklinik   erhältlich sind. Ihr Tierarzt   / Ihre Tierärztin berät Sie gern bezüglich der geeigneten Maßnahmen.

Berücksichtigen Sie bitte, dass Kleinkinder bis zu einem Alter von drei Jahren keinen direkten Kontakt zu Leishmaniose-positiven Hunden haben sollten, da eine direkte Übertragung durch den Speichel des Hundes auf Schleimhäute (Lecken) des Kindes zu einer Infektion des Kleinkindes führen kann!

 

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