Ernährung nach Operationen und schweren Erkrankungen in der Rekonvaleszenz

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Allgemein

Rekonvaleszenz Katze im BettIhr Tier hat eine extreme Stresssituation überstanden, in der es Fettreserven und in sehr schwerwiegenden Fällen auch Muskelmasse abbauen musste, um ausreichend Energie und Kraft zu erzeugen, um das Krankheitsgeschehen überstehen zu können. In der Phase der Rekonvaleszenz erholt sich der Körper, regeneriet und wird aufgebaut.

Zunächst müssen wir darauf hinweisen, dass bei Erkrankungen erst die Phase der besonderen diätetischen Maßnahmen abgeschlossen sein muss, bevor mit der Ernährung   für rekonvaleszente Tiere begonnen werden kann. Wir möchten dies an Hand von drei Beispielen erläutern:

1. Eine Katze erkrankt an einer Infektion   mit Parvovirose  . Das Virus   schädigt die Darmschleimhaut erheblich, so dass kein Futter aufgenommen werden kann. Zunächst wird eine Ernährung durch Infusionen vom Tierarzt   sichergestellt und die Katze in einer Klinik   behandelt. In der zweiten Phase wird eine vorsichtige Anfütterung mit einer speziellen magen- und darmvertäglichen Diät angeschlossen. Nachdem die Erholung des Patienten gut voranschreitet, kann nun die Phase der Rekonvaleszenz angeschlossen werden mit einer besonderen Diät zum Aufbau des Tieres und zum schnelleren Erreichen der normalen Körperverhältnisse.

2. Ein Hund erleidet einen Unfall mit Knochenbrüchen. Aufgrund der Schmerzen kann er nur kleine Mengen an Futter aufnehmen. Hier kann eine rekonvaleszente Ernährung sofort einsetzen.

3. Ein säugendes Muttertier mit einem großen Wurf wird körperlich   stark gefordert, da das Muttertier große Mengen an Nährstoffen bei der Milchproduktion verbraucht, so dass es in einigen Fällen auch an die eigene Substanz gehen muss, wobei Körpermasse abgebaut wird. Um dies zu verhindern, kann eine entsprechende Ernährung eingesetzt werden, damit das Muttertier die Saugperiode gut übersteht. Bei all diesen Stresssituationen kommt es zu einem erhöhten Energiebedarf, der durch die Nahrung gedeckt werden sollte, damit ein körperlicher Abbau oder Verfall möglichst abgewendet werden kann. Bedauerlicherweise befindet sich meistens der Körper in einer Phase der Fressunlust, gerade dann, wenn ein hoher Bedarf an Eiweiß besteht, um die Wundheilung zu beschleunigen oder das Abwehrsystem zu regenerieren. Werden ungenügende Nährstoffe aufgenommen, kann der Patient nicht aus dem Kreislauf der Unterernährung entkommen und neue Krankheiten   folgen.

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Faktoren, die die Rekonvaleszenz bei Tieren verzögern können:

Unzureichende Futteraufnahme:

Bei erhöhtem Energiebedarf und nicht ausreichender Futtermenge wird lebenswichtiges Eiweiß im Körper abgebaut, um Energie gewinnen zu können. Dieses Eiweiß fehlt dem Körper für Heilungsprozesse und Kampftätigkeiten des Abwehrsystems.

Unausgewogene Nährstoffzusammensetzung:

Das Futter sollte auf die besonderen Bedürfnisse des Tieres abgestimmt sein. Ein solches Futter sollte reich an Eiweiß sein sowie leicht verdauliche Fette und Zucker enthalten, um auch die energetischen Bedürfnisse des Patienten decken zu können. Des Weiteren sind Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente von größter Bedeutung.

Bakterielle Infektionen  :

Ein durch Krankheit   bereits geschwächtes Abwehrsystem begünstigt das Eindringen von Bakterien   aus dem Darm. Hieraus können Krankheiten, wie Sepsis   (Blutvergiftung), Bauchspeicheldrüsen-, Leber-Entzündung   und viele mehr entstehen.

Umwelt:

Eine Unterkühlung in der Rekonvalesenz Ihres Tieres sollte vermieden werden. Verhindern Sie, dass Ihr Tier auf kalten Fliesen, feuchtem Untergund oder in zugiger Umgebung liegt.

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Warnsignale während der Rekonvaleszenz:

Eine verzögerte Rekonvaleszenz kann durch die nachfolgenden Symptome angezeigt werden:

  • ausbleibende Gewichtszunahme
  • anhaltender Gewichtsverlust
  • mangelnde Fresslust, die länger als drei Tage anhält
  • Niedergeschlagenheit
  • langsame oder schlechte Wundheilung
  • Wunden reißen auf, evtl. tritt Flüssigkeit aus
  • vermehrter Durst

Sollte Ihr Tier an einem rapiden Gewichtsverlust leiden und dabei das Fressen verweigern oder nur sehr geringe Mengen aufnehmen, wenden Sie sich bitte umgehend an Ihren Tierarzt / Ihre Tierärztin, damit im Zweifelsfall der Ursache auf den Grund gegangen werden kann.

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Diagnose

Die Diagnose ergibt sich aus der Krankengeschichte und dem Gewichtsverlust. Weitergehende diagnostische Schritte werden immer dann notwendig, wenn Komplikationen wie Infektionen hinzu kommen. In diesen Fällen muss der Tierarzt die üblichen diagnostischen Maßnahmen einleiten, damit die Sekundärerkrankung erst erkannt und dann behandelt werden kann.

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Futter-Rezeptur:

Wichtig ist eine ausreichende Energiezufuhr. Das wird durch Zugabe von Traubenzucker und leicht verdaulichen Speiseölen erzielt. Die Eiweißquellen sind nahrhaft und leicht vom Körper zu nutzen.

Hund

 

Katze

Tagesration für einen Hund (10 kg KGW) :

2 Eier, hart gekocht
200 g mageres Hähnchenfleisch ohne Haut
3 weichgekochte Mohrrüben
125 g Reis, poliert
Die Zutaten kochen und dann :

125 g Magerquark
1 EL Traubenzucker
2 EL Maiskeimöl
2 EL Leinensamenöl
1 EL Kalziumpulver
1 gehäufter EL Korvimin HK

Alles gut vermengt füttern

 

Tagesration für eine Katze (5 kg KGW) :

1 Ei, hart gekocht
100 g mageres Hähnchenfleisch ohne Haut
100 g Rindertartar
50 g Reis, poliert oder Nudeln
Die Zutaten kochen und dann :

1 EL probiotischer Joghurt natur
1 TL Traubenzucker
1 weichgekochte Mohrrübe
2 TL Maiskeimöl
2 TL Leinensamenöl

1 TL Korvimin HK

Alles im Mixer zerkleinern und gleichmäßig vermengen. Gekochtes Tatar unter das Futter bröseln

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Fertigfutter

Verschiedene Hersteller bieten Diätfertigfutter an. Bei diesen handelt es sich um sehr hochwertige Futtermittel, die durch ihre sorgsam ausgewählten Inhaltsstoffe oder durch besonders aufbereitete Inhaltsstoffe auffallen.

Hierbei handelt es sich um Verschreibungsdiäten, die nur beim Tierarzt erhältlich sind!

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