Fütterung bei chronischer Herzinsuffizienz und anderen Erkrankungen des Herzens

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Fütterung Chronische Herzinsuffizienz KatzeUnter Herzerkrankungen versteht man Veränderungen am Herzmuskel, an den Herzklappen und andere strukturelle Veränderungen, die zu einer Minderung der Herzleistung führen. Im Seniorenalter ist jeder zehnte Hund betroffen und jede fünfundzwanzigste Katze.

Das Herz ist eine Pumpe, die aus vier Kammern besteht. Ein rechter und ein linker Vorhof   sammeln das Blut, bevor sich die Trikuspidal- oder Mitralklappe öffnet, um dem Blut Einlass in die Herzkammern zu gewähren. Sehen Sie bitte hierzu unser Herzschema unterhalb dieses Absatzes an. Wenn Sie mit dem Mauszeiger auf die Abbildung gehen, erscheinen die Beschriftungen der Abschnitte. Die rechte blaue Seite des Herzens enthält venöses, sauerstoffarmes Blut. Von der Hauptkammer gelangt das Blut über die Lungenarterie   in die Lunge, um mit Sauerstoff angereichert zu werden. Im linken rot dargestellen Herzbereich befindet sich sauerstoffreiches Blut aus den Lungen, welches durch die linke Hauptkammer über die Körperschlagader   (Aorta  ) in den Körper geschleudert wird, um die Organe mit Nährstoffen und Sauerstoff zu versorgen. Das Herz kann selbstständig mit einem eigenen Rhythmus schlagen oder durch den Vagusnerven gesteuert werden.

Schematischer Aufbau des Herzens:

Fütterung Chronische Herzinsuffizienz Herz

Die häufigsten Herzerkrankungen sind chronische   Klappeninsuffizienzen, wobei die Herzklappen durch Infektionen  , Entzündungsprozesse oder "Abnutzung und Alterung" verbiegen und nicht mehr richtig schließen. So läuft ein Teil des Blutes bei jedem Herzschlag zurück statt vorwärts. Dies führt zu einer Einschränkung in der Pumpleistung des Herzens.

Auch der Herzmuskel kann erkranken. Entweder er wird zu kräftig (hypertroph), so dass die Blutmenge, die in die Hauptkammern passt und pro Herzschlag ausgeworfen wird, zu gering ist. Eine andere Möglichkeit ist, dass die Muskelschicht immer dünner wird im Laufe der Zeit und der Hohlraum der Kammer sich stark vergrößert, so dass die Blutmenge, die ausgestoßen werden soll, viel zu groß ist für den geschwächten Herzmuskel. In beiden Fällen nimmt die Herzleistung ab. Herzmuskelerkrankungen sind bei der Katze häufiger als beim Hund.

Die Herzerkrankungen führen im Endstadium zu Herzversagen oder mehrfachem Organversagen. Wenn das Herz nicht mehr in der Lage ist, den Körper mit Sauerstoff und Nahrung zu versorgen, folgt der Tod !

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Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Herzerkrankungen erhöhen:

Rasse:

Chronische   Herzklappeninsuffizienzen sind bei kleinen Rassen häufiger anzutreffen, z.B. bei Zwergpudel, Pekinese, Mops sowie Cavalier King Charles Spaniel.
Herzmuskelerkrankungen, z.B dilatative Kardiomyopathie, findet man beim Irischen Wolfshund, Neufundländer, Boxer, Dobermann und bei Doggen.
Herzklappeninsuffizienzen mit Kardiomyopathie betreffen v.a. Bernhardiner und Großpudel.

Alter:

Jungtiere leiden an angeborenen Herzerkrankungen. Im Seniorenalter (ab sieben bis acht Jahren) sind Herzkrankheiten häufiger.

Geschlecht:

Herzerkrankungen kommen bei männlichen Tieren häufiger als bei weiblichen Tieren vor.

Körperliche Kontitution:

Hunde und Katzen mit Übergewicht   und wenig Training   neigen zu Herzerkrankungen.

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Symptome, die auf eine Herzerkrankung hinweisen können:

  • herabgesetzte körperliche Belastbarkeit (ermüdet schnell bei Belastung)
  • häufiges Husten
  • Atemstörungen (schnelles Schnaufen, beschleunigte Atmung)
  • Teilnahmslosigkeit   und Schwäche
  • Schwellung des Bauchraumes
  • verminderte Fresslust
  • Gewichtsverlust
  • Teilnahmslosigkeit und Schwäche
  • Ohnmacht und Kollaps
  • Lähmungserscheinungen in den Hinterbeinen bei Katzen
  • unregelmäßiger Herzschlag bei Katzen


Anzeichen des Anfangsstadiums sind bei Herzerkrankungen nicht eindeutig. Lassen Sie Ihr Tier regelmäßig von Ihrem Haustierarzt untersuchen. Im Zweifelsfall sollte der Rat eines Spezialisten herangezogen werden. Zögern Sie nicht, wenn es um die Gesundheit Ihres Lieblinges geht!

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Diagnose

Während der jährlichen Untersuchung führt Ihr Tierarzt   eine allgemeine klinische Untersuchung Ihres Tieres durch. Hierbei überprüft Ihr Tierarzt, die KFZ oder Blutfüllungszeit der Schleimhäute, den Puls, den Herzschlag und den Herzrhythmus, die Herztöne und die Geräusche der Lunge. Kommt es bei diesen Untersuchungen zu Auffälligkeiten, wird Ihr Tierarzt Sie zu einem Spezialisten überweisen oder wird selbst weiterführende Untersuchungen anschließen. Zu diesen Untersuchungen zählen:

Röntgenuntersuchung: Diese gibt Aufschluss über Größe, Form, und Lage des Herzens. Des Weiteren können Flüssigkeitsansammlungen in der Brusthöhle und Lunge, sowie in einigen Fällen Tumore   sichtbar gemacht werden.

Elektrokardiografie (EKG): Bei diesem Untersuchungsverfahren werden die elektrischen Herzströme aufgezeichnet. Der Arzt erhält Informationen über Herzrhythmus und Herzfunktion.

Echocardiografie: Dieses diagnostische Verfahren setzt die Schallwellen des Ultraschallgerätes ein, um dem Arzt einen Einblick ins Innere des Herzens zu gewähren. Mit dem Dopplerverfahren kann der Blutfluss im Herzen und in den Blutgefäßen gemessen werden. Die Ultraschalluntersuchung   ermöglicht, Missbildungen an den Klappen oder der Herzwand aufzudecken. Bei der Kardiomyopathie (Herzmuskelerkrankung) kann die Wandstärke und Pumpleistung genau gemessen werden.

Blutdruckmessung: Diese Untersuchung kann heute durch die modernen Geräte so einfach wie beim Menschen mit einer Manschette durchgeführt werden.

Blutuntersuchungen: Sie helfen dem Tierarzt, weitere Informationen über den Herzmuskelschaden zu erhalten: ob eine Infektion   dahinter steckt, in wieweit andere Organe im Körper durch das kranke Herz Schaden genommen haben und welche Organe bei der Behandlung   möglichst entlastet werden sollten. In einigen Fällen müssen diese Organe mitbehandelt werden.

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Futterrezeptur

Bitte nur im äußersten Notfall nutzen, wenn keine Fertigdiät zur Hand ist!

     

Hunde

 

Katzen

100 g mageres Rindfleisch
50 g mageres Gefügelfleisch
600 g mehlig kochende Kartoffeln ohne Salz
2 Esslöffel Maiskeimöl
3 Esslöffel Weizenkleie

Vitamin-, Mineralstoffpulver nach Gewicht des Tieres der Herstellerangabe folgend.

Alles gut vermischen; möglichst frisch füttern.

 

300 g mageres Rinderherz
100 g gekochte Nudeln ohne Salz
1 weichgekochte ungesalzene Mohrrübe
1 Teelöffel Schweineschmalz
1 Teelöffel Weizenkleie

Vitamin-, Mineralstoffpulver nach Gewicht des Tieres der Herstellerangabe folgend.

In einem Mixer gut mischen und zerkleinern.

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Fertigfutter

Verschiedene Hersteller bieten Diätfertigfutter an. Bei diesen handelt es sich um sehr hochwertige Futtermittel, die durch ihre sorgsam ausgewählten Inhaltsstoffe oder durch besonders aufbereitete Inhaltsstoffe auffallen.

Hierbei handelt es sich um Verschreibungsdiäten, die nur beim Tierarzt erhältlich sind!

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