Zahnerkrankung und Zahnpflege

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Zahnpflegefutter

Allgemein

Zahnerkrankung Hund allgemeinEbenso wie Menschen benötigen unsere Haustiere eine gute Hygiene   im Mund bzw. Maul. Nur so können die Zähne erhalten und der Körper des kleinen Lieblings gesund bleiben. Sind die Zähne gesund und nur das Zahnfleisch krank, kann auch ein gesunder Zahn sich lockern und ausfallen. Zahnerkrankungen beginnen zunächst mit der Bildung von weichen Belägen, gelblich gelartigen Plaques, die sich auf der Zahnoberfläche ansammeln. Durch Einlagerung von Salzen aus dem Speichel härten diese Beläge aus zu hartem Zahnstein. Die poröse Struktur dieser harten Plaque erlaubt die Einlagerung von Futterresten und Bakterien  , die durch ihre Ausscheidungen eine Entzündung   des Zahnfleischsaums (Gingivitis) verursachen. Beim Fortschreiten dieser Entzündung werden Zahnfleischtaschen gebildet, in denen sich Milliarden von Keimen ansiedeln.

Durch die Entzündungsprozesse bildet sich der Knochen zurück, der das Zahnfach bildet. Nun können größere Mengen an Futterresten und Keimen eingelagert werden, bis schließlich der Zahn ausfällt. Dieser Prozess ist als Parodontitis bekannt und kann im schlimmsten Fall zum Abschwemmen der Keime mit dem Blutstrom führen. Die Keime können sich an einer anderen Stelle im Körper des Tieres einnisten. Hieraus folgen weitere Krankheiten  , die sich weiterentwickeln können, bis sie schließlich im Organversagen mit anschließendem Tod des Tieres enden.

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Faktoren, die Zahnerkrankungen begünstigen können

Unzureichende Hygiene im Maul:

Wird nicht auf eine vorbeugende Pflege geachtet, bildet sich Zahnstein und mit diesem Gingivitis und Parodontitis.

Rasse:

Einige Hunderassen mit sehr kurzer Schnauze neigen zu Zahnfehlstellungen, da die normale Anzahl der Zähne nicht mehr in den Fang passt. Daher greifen die Selbstreinigungsmechanismen des Scherengebisses nicht mehr,  und es entsteht Parodontitis. Bei Katzen neigen Abessinier und Somali häufiger zu Parodontitis.

Alter:

Erkrankungen in der Maulhöhle treten häufiger bei Tieren im Seniorenalter auf als bei jüngeren Tieren.

Infektionskrankheiten:

Einige Infektionskrankheiten, wie Katzen-AIDS und Leukose, sind häufig mit Entzündungen der Gingiva (Zahnfleisch) vergesellschaftet.

Futter:

Die Fütterung eines Haustieres mit weichen, klebrigen oder anhaftenden Futtermitteln kann zur Bildung von Plaque und Zahnerkrankungen führen.

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Symptome

  • schlechtriechender Atem
  • gelblich-bräunliche Ablagerungen auf den Zähnen (Zahnstein)
  • leuchtend roter Zahnfleischsaum
  • Zahnfleischblutungen
  • Schmerzen beim Fressen und Kauen
  • Veränderungen beim Fress- und Kauverhalten (vermeidet hartes Futter)
  • Verlust von Zähnen
  • unnatürlich ruhiges Verhalten
  • austropfender Speichel aus den Leftzen ohne Futterreiz

Bitten Sie Ihren Tierarzt  , bei jeder Routineimpfung die Zähne und das Zahnfleisch Ihres Tieres zu kontrollieren. Vor allem ältere Tiere sind anfälliger für Erkrankungen der Zähne und der Maulhöhle!

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Diagnose

Die Diagnose basiert auf der Untersuchung des zahnheilkundlichen Tierarztes. Außer der klinischen Adspektion   (inspizieren der Maulhöhle) können andere Untersuchungsmethoden notwendig werden, wie das Abklopfen der Zähne, Sondieren von Zahndefekten, Ausmessen der Zahnfleischtaschentiefe, Röntgenuntersuchungen, Untersuchung von Zahnfächern, in denen sich noch Wurzelreste befinden können usw.. Diese genaueren Untersuchungen können beim Menschen ohne Schwierigkeiten durchgeführt werden, beim Tier hingegen ist in den meisten Fällen eine Beruhigungs- oder Betäubungsspritze notwendig. Der Tierarzt ermittelt die durchzuführenden Schritte, etwa ob eine professionelle Zahnsteinentfernung mit anschließender Politur und Fluoridierung der Zähne notwendig ist, ob Zähne gezogen werden müssen oder vielleicht gefüllt werden können, ob Zahnfleischtaschen zu entfernen sind oder gar eine Parodontitis-Behandlung   notwendig ist. Eine regelmäßige Kontrolle der Zahngesundheit bei Ihrem Liebling kann ihm das Gebiss bis ins hohe Alter erhalten.

 

Zahnerkrankung Labrador gutes GebissZahnerkrankung Teckel Gebiss


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Zahnpflege

Zahnerkrankung ZahnpflegemittelEine gute Zahnpflege kann bei Hund und Katze mit einer speziellen Zahncreme und Zahnbürste erfolgen. Die Tiere sollten jedoch vom Welpenalter an spielerisch an die Zahnreinigung mit einer Zahnbürste gewöhnt werden. Dabei spielt es keine Rolle, dass Zahncreme verschluckt wird, denn sie ist ungiftig!

Zahnbürsten werden in verschiedenen Größen mit ergonomischem Design angeboten. Zahncreme ist in den Geschmacksrichtungen, Hühnchen, Malz, Fisch und neutral erhältlich. Es stehen verschiedene Mundwasser und Zahnfleischcremes zur Verfügung bei Gingivitis und Parodontose. Spielzeug ist zur Zahnreinigung nicht geeignet!

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Zahnpflegefutter

Fertigfutter steht für eine Vielzahl von Erkrankungen des Magen-Darmtraktes zur Verfügung. Jedoch ist die Fütterung von der jeweiligen tierärztlichen Diagnose abhängig und lässt sich nicht so einfach verallgemeinern.

Bei diesen Diäten handelt es sich um Verschreibungsdiäten, die nur beim Tierarzt erhältlich sind!

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Leckereien aus naturbelassenen tierischen Nebenerzeugnissen:

Zahnerkrankung SchweineohrBei diesen im Tierhandel erhältlichen Produkten handelt es sich um getrocknete Haut und Knorpelprodukte, die zur Zahnreinigung nur einen bedingten Nutzen aufweisen. Vor allem Schweineschwarten und Schweineohren stehen hoch im Kurs bei Hunden, der Fettanteil ist jedoch sehr hoch. Dieser Snack kann nur gelegenlich als besondere Delikatesse angeboten werden. Rinderhaut und Ochsenziemer sind zwar nicht so schmackhaft für Hunde, werden aber gern gekaut. Sie enthalten keine Salze oder Fasern, die den Zahnreinigungseffekt verbessern. Die enthaltenen Kollagenfasern werden beim Kauen durch den Speichel weich. Zahnreinigung erfolgt im Seitenbereich mittelmäßig, im restlichen Gebiss nicht so gut. Faserreste werden in Zahnzwischenräumen gefangen und können bei empfindlichen Hunden Parodontitis fördern. Der Kaloriengehalt ist hoch. Diese Leckereien sind auch geräuchert im Handel. Aus gesundheitlichen Aspekten ist den naturbelassenen Produkten jedoch der Vorrang einzuräumen, auch wenn die Haltbarkeit kürzer ist.

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Leckereien aus verarbeiteten tierischen Nebenerzeugnissen:

Zahnerkrankung BüffelhautknochenFür diese sogenannten Büffelhautknochen wird Rinder  - oder Schweinehaut verwendet. Diese wird entfettet und zu knochenähnlichem Kauspielzeug verarbeitet. Ein Hund kann seinen Kautrieb mit dieser Leckerei befriedigen, ohne eine sehr hohe Kalorienmenge dabei aufnehmen zu müssen. Des Weiteren sind Hunde eine ganze Weile mit diesem Kauvergnügen beschäftigt durch die Verarbeitung zu dicken Stangen mit Knoten und hartausgetrockneter Struktur.

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Hundekuchen:

Zahnerkrankung HundekuchenHundekuchen sind mit verschiedenen Aromen für Hunde erhältlich. Die häufigsten sind Karotte, Kräuter, grüner Pansen und Pansen natur. Die zahnreinigende Wirkung ist sehr gering und übertrifft die eines Kekses kaum. Als Leckerei von Hunden durchaus geschätzt, eignen sie sich eher als Belohnung bei erzieherischen Maßnahmen. Obwohl viele Hundekuchen wie ein Knochen geformt sind, ist deren zahnreinigende Eigenschaft minimal, da sie mit dem Speichel zu einem klebrigen Brei gekaut werden und Zahnzwischenräume sowie Zahnfleischtaschen füllen.

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Crackersnacks:

Zahnerkrankung CrackersnacksCrackersnacks täuschen durch das appetitliche Aussehen eine Wurstware in einem frischen Mantel vor. Sie sind als kalorienhaltige Belohnung durchaus zu empfehlen, sollten aber von der Tagesfutterration abgezogen werden, um keine unnötigen Pfunde auf den Hüften abzulagern. Eine Zahnpflegewirkung kann bei diesem Snack nicht nachgewiesen werden. Er ist zur Zahnpflege nicht geeignet.

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Knochen:

Zahnerkrankung KnochenDie vielgepriesenen Knochen gelten oft als unabdingbar für die Ernährung   von Hunden. Neben Fett und Bindegewebe versorgen sie den Körper mit wichtigen Mineralstoffen. Besonders wird der Effekt zur Gesunderhaltung der Zähne gelobt. Hunde, die an Knochenfütterung gewöhnt sind, können von diesem tierischen Nebenerzeugnis profitieren. Verwöhnte Stadthunde könnten diese Knochen gierig verspeisen, dabei schlecht zerkauen und erhebliche Schwierigkeiten bei der Verdauung haben. Zur Fütterung sind Rinder-, Kalbs- und Lammknochen durchaus geeignet. Geflügelknochen von alten Tieren sollten wegen der Splitterbildung vermieden werden. Bitte nicht mehr als 10 g Knochen pro kg Körpergewicht füttern!

Wenn Sie Markknochen füttern, diese auf jeden Fall durchsägen lassen. Sie verschmutzen leider den Hundeplatz oder die Wohnung! Ebenfalls kann es durch das Kauen der harten Markknochen zu Haarrissen an den Zähnen kommen, so dass es nicht anzuraten ist, diese zu oft zu verfüttern.

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Hundespielzeug zur Zahnreinigung:

Zahnerkrankung KauspielzeugIm Handel ist eine große Anzahl Kauspielzeuge für Hunde erhältlich. Einige sind mit Rillen ausgestattet, um Zahnreinigungscreme aufbringen zu können. Oft werden diese scheibchenweise zerbissen und verschluckt. Das Loch in der Mitte ermöglicht es dem Hund, wenigstens bis zum Tierarzt weiter atmen zu können. Andere haben Noppen, um eine Zahnfleischmassage zu ermöglichen.

Kauspielzeug im allgemeinen ist jedoch sinnvoll, wenn es nicht zu leicht vom Hund zerbissen und verschluckt werden kann. Besonders Welpen und junge Hunde müssen ihrem Kautrieb nachkommen, da ansonsten andere im Haushalt befindliche Gegenstände dafür hinhalten müssen, wie die Sonntagsschuhe von Frauchen. Das Kauspielzeug muss nach Größe und Alter des Hundes sorgsam ausgewählt werden. Sind die Beschädigungen so groß, dass Ihr Tier Gefahr läuft, Teile zu verschlucken, muss es ausgetauscht werden. Tennisbälle werden gern als Hundespielzeug genommen, sind aber auch nicht geeignet, da sie einen beschleunigten Zahnabrieb verursachen und ähnlich wie Schmirgelpapier die Zähne schädigen!

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