Aufzucht und Zwangsernährung von Vögeln

Allgemein

Zwangsernährung VögelSehr kranke und geschwächte Vögel können selbst kein Futter aufnehmen. Als erste Hilfe kann eine 10prozentige Glukoselösung zubereitet und zur Anfütterung eingesetzt werden. Hierzu werden 10 g Traubenzucker in 100 ml Wasser gelöst und dem geschwächten Tier alle 10 bis 20 Minuten eingegeben. Achten Sie darauf, dass nur einige Tropfen der Lösung mit einer Spritze (ohne Kanüle) oder Pipette aus Kunststoff verabreicht werden. Es ist genau auf Sauberkeit und Hygiene   zu achten, da Bakterien   und Pilze   schnell die Lösung bevölkern. Besser und nahrhafter ist eine Lösung vom Tierarzt   , z.B. AMININ® von Merial. Sie enthält außer Glukose Eiweißbausteine, Mineralstoffe und Vitamine

Die Vögel brauchen zusätzlich Wärme, da sie einen hohen Stoffwechsel   haben mit einer hohen Körpertemperatur von 40 bis 44° C. Den kranken Vogel bitte nicht auf die Heizung stellen. Durch die erwärmte aufsteigende Luft wird kalte nachgezogen, so dass der Vogel in der Zugluft sitzt und das Krankheitsbild noch verschlechtert wird. Besser ist es, den Käfig mit Decken so zu schützen, dass nur die Frontseite offen ist. Hier ist nun eine Infrarotlichtlampe mit einer im Betrieb sehr dunkel leuchtenden Birne oder ein Keramikwärmestrahler einzusetzen. Dieser sollte die eine Hälfte des Vogelbauers so heizen, dass der Vogel die Wärme als angenehm und wohltuend empfindet. Die Wärme sollte sich im Käfig stauen, so dass sich die Lufttemperatur erhöht, dem Vogel aber die Möglichkeit gegeben ist, der Wärme auszuweichen, ohne dabei zu einer zu niedrigen Umgebungstemperatur zurückzukehren.

Ist der Vogel wieder etwas kräftiger geworden, kann eine halbfeste Nahrung gewählt werden. Hierzu wird eine Mischung aus zerbröseltem Zwieback, hartgekochtem Eigelb und der bereits zubereiteten Glukoselösung zubereitet. Dieses Futter sollte ohne Zusatz von Salz oder Tafelzucker angeboten werden. Eine Fütterung sollte alle zwei Stunden erfolgen. Dabei ist auf eine Überfütterung der oftmals ausgehungerten Vögel zu achten. Kontrollieren Sie den Füllungszustand des Kropfes und den Kotabsatz. Im Anschluss kann Kanarienaufzuchtfutter verabreicht werden, da dieses mit weiteren Nährstöffen und Vitaminen angereichert ist. Es enthält auch noch kleine getrocknete Käfer als Eiweißquelle. Es können auch leicht verdauliche Körner wie Hirse zugesetzt werden, um langsam auf Festfutter umstellen zu können. Bei der Fütterung sollten keine Pausen von mehr als vier Stunden entstehen, aber auch keine Überfütterung des Patienten, da sonst schwere Schäden die Folge sein können !

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