Behandlungsmöglichkeiten von Stress

 1. Desensibilisierung:

Besonders psychische   und Verhaltensprobleme   bedürfen einer professionellen Analyse durch einen Tierpsychologen. Es bedarf der Aufdeckung von Stör- und Angstfeldern, die im Umfeld des Tieres angesiedelt sind und den Leidensdruck ständig verstärken. Konnte die Ursache der Angst ermittelt werden, kann unter der Anleitung des Tierpsychologen oder Tierarztes eine Desensibilisierung des Tieres versucht werden. Hierbei wird das Tier durch steigende Trainingsabschnitte an die störenden Geräusche oder angstauslösenden Faktoren gewöhnt. Die Analyse der Faktoren muss im häuslichen Umfeld erfolgen, und es muss einiges an Zeit aufgebracht werden. Wichtig ist es auch, das Verhalten der Familienmitglieder und des Tierhalters mit in die Analyse einzubeziehen.

2. Phenothiazine:

bekannt als Vetranquil® und Sedalin®, sind zwar im Internet scheinbar auch ohne Rezept erhältlich, sollten aber unter keinen Umständen ohne tierärztliches Rezept und Dosieranweisung verbreicht werden. Das Medikament   kann zu einem Blutdruckabfall führen, was besonders bei Patienten mit Herzkreislauf-Erkrankungen zu schweren Problemen führt und dann gegebenenfalls die Angst verstärkt. Einige Rassen, wie z. B. Boxer, können eine Unverträglichkeit auf das Medikament entwickeln, die in schwerwiegenden Fällen zum Tod des Tieres führen kann.

3. Benzodiazepine:

Zu dieser Medikamentengruppe zählen beispielsweise Beruhigungsmittel wie das Valium®. Kater liegt sitzend auf dem SofaDiese Medikamente   wirken auf die Erregungsbildung im ZNS   durch Hemmung der Gamma-Aminobuttersäure (GABA). Bei Tieren zeigen diese Medikamente allerdings nur eine geringe beruhigende Wirkung. Einige Tiere zeigen sogar entgegengesetzte Reaktionen, das heißt, sie wirken durch das Medikament aufgedreht, und die Angst kann verstärkt werden. Außerdem reagieren einige Rassen besonders empfindlich auf diese Medikamentengruppe. Die Anwendung sollte deshalb nur nach tierärztlicher Verordnung erfolgen.

4. Trizyklische Antidepressiva:

Können gegen Angstprobleme   erfolgreich eingesetzt werden. In der Tiermedizin wird Clomipramin - Clomicalm® verwendet, da es im Gehirn   Serotonin freisetzt, was einen „glücklich machendem Eindruck für den Patienten hervorruft" und die Angstsituation löst. Die Anwendung sollte aber auch nur unter tierärztlicher Aufsicht erfolgen.

5. Monoaminooxidase-Hemmer (MAO-Hemmer):

Im Handel ist Selegelin verfügbar als Präparat Selgian®. In einigen Fällen ist die Wirkung aber bei Hunden zu schwach.

6. Caseinhydrolysat:

Ist in Kapselform als Nahrungsergänzungsmittel rezeptfrei erhältlich. Der Hautbestandteil ist das alpha-Casozepin, das den Benzodiazepinen in der Wirkung ähnlich ist; dennoch verfügt es nicht über deren Nebenwirkungen. Das im Handel erhältliche Präparat Zylkene ® sollte schon vier Tage vor Eintreten der Stresssituation (z. B. Silvester) verabreicht werden.

7. Tryptophan:

Wird im Organismus   von Säugetieren als Aminosäure   in den Neurotransmitter Serotonin umgewandelt. Damit ein ausreichender Effekt erreicht wird, muss die Aminosäure über vier Wochen verabreicht werden. Das in der Tiermedizin verfügbare Präparat ist unter dem Handelsnamen Relaxan® erhältlich und wird als Futterergänzungsmittel vertrieben.

8. Pheromone:

Für Katzen und Hunde stehen individuell spezielle Duftstoffe, die als Pheromone bekannt sind, zur Verfügung, die einen beruhigenden Einfluss auf diese Tiere ausüben können. Diese Duftstoffe werden künstlich produziert und gelangen als D.A.P.®-Zerstäuber für Hunde und als Feliway® für Katzen in den Handel. Diese Pheromone sind den von der Talkdrüse des Gesäuges eines Muttertieres abgesonderten Duftstoffen nachempfunden. Sie üben eine beruhigende mit Geborgenheit und Wohlbehagen gekoppelte Empfindung für das Tier aus und können so Angstzustände lösen.

9. Naturheilkundliche Beruhigungsmittel:

Hierzu zählen homöopathische Tropfen, Globuli und Bachblüten. Damit diese einen wirksamen Effekt erreichen können, muss durch einen erfahrenen naturheilkundlichen Tierarzt   oder Heilpraktiker die Art der Angst, Phobie oder Stresssituation durch eine umfangreiche Anamnese   ermittelt werden. Es kann versucht werden, im Notfall durch Dr. Bachs Notfalltropfen eine Linderung zu schaffen, doch ist dies nicht mit der professionellen Verschreibung einer Darreichungsform zu vergleichen.

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