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Kastration Hündin in der Tierarztpraxis

Kastration   einer Hündin (15 kg) bei minimalem Materialeinsatz für 200 Euro in der Praxis.

Einblich in den Operationsraum von Tierazrt Mastermann.


 * Die Abbildung ist fiktiv, die Rolle des Tierarztes wird durch einen Schauspieler übernommen, der Hund ist nicht am Leben. Sämtliche Fehler beruhen auf wirklichen Gegebenheiten auf der Basis von tatsächlichen Veröffentlichungen und spiegeln wider, wie sich deutsche Tierärzte im Internet darstellen oder sich in Zeitungsartikeln oder Printmedien ablichten lassen.

Die Originalbilder können hier leider aus rechtlichen Gründen nicht gezeigt werden!

Tierarzt   Mustermann betreibt eine kleine Tierarztpraxis, in der seine Frau als Tierarzthilfe ihm zur Hand geht. Er ist bekannt für seine günstigen Preise. Für die einfache Kastration einer Hündin mit 15 Kg Körpergewicht verlangt er rund 200 Euro zzgl. Mehrwertsteuer. Wie macht er das? Hier seine Kostenaufstellung:

Tierarzt Mustermann erstellt den nachfogenden Kostenvoranschlag:

Untersuchung der Hündin         10,74
Injektionsnarkose         15,34  
Narkose   Medikamente            9,43
Venenkatheter einlegen         12,27
Material Butterfly          0,32
Kastration Hund weiblich       € 127,82
Injektion          4,60
Medikament   Antibiotikum            0,31
Untersuchungshandschuhe          0,12
Einweg Kunststoffschürze          0,05
Einweg Nierenschale (Pappe)          0,15
Einweg Abdeckfolie Patient          0,30 
Einweg Abdecktuch Tisch steril          1,25
Tupfer Gaze steril 10 Stk.          1,45
Tupfer Schlingtupfer steril 10 Stk.          2,74
Hansaplast  25 cm          0,97
Leckschutz (Halskragen)          2,85
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        € 190,62
                       19% Mwst.         36,22
  ================
                       Endbetrag       € 226,84

Analyse der erbrachten Leistung:

Die Kosten für Praxis und Personal sind minimal. Er verwendet nur Generika, die ausschließlich nach dem günstigsten Medikamentenpreis ausgewählt werden. Zur Anästhesie des Patienten wird eine Injektionsnarkose eingesetzt. Sollte während der Operation die Hündin aus der Narkose erwachen, kann über den Venenzugang Narkosemittel nachdosiert werden. Überwachung der Patientin geschieht nebenbei mit halbem Auge, und die Schmerzausschaltung muss durch die Nachwirkung der Narkose gewährleistet werden.

Die von ihm verwendeten Instrumente sind sehr günstig, z.B. verwendet er eine einfache Präparierschere nach Metzenbaum, gebogen, eines No-Name-Herstellers aus dem Ausland für € 20,90. Dagegen kostet eine hochwertige Metzenbaum-Schere eines namhaften deutschen Herstellers € 189,-. Die Sterilisation     der Instrumente erfolgt in einem Heißluftsterilisator.

Lassen Sie uns einen genaueren Blick auf die Ausstattung werfen:

Zum Anzeigen der Zahlen auf der Abbildung bewegen Sie bitte Ihren Mauszeiger auf die Abbildung!

1.- Untersuchungsleuchte Hanaulux: bei Ebay für 300 Euro erhältlich. Im Gegensatz zu einer richtigen Operationsleuchte (bis 15.000 Euro) kann das Licht nicht auf tiefere Wundbereiche eingestellt werden. Da der Griff der Leuchte nicht sterilisiert werden kann, ist es dem Chirurgen nicht möglich, sie bei Bedarf während der Operation zu verstellen. Die Lampe besitzt einen Tageslichtfilter, der keine wärmehemmenden Eigenschaften hat, sodass der beleuchtete Operationsbereich während des Eingriffes aufgeheizt wird und austrocknen kann. Die Farbe des Filters ist nicht auf Blutgefäße abgestimmt, sodass der Chirurg feine Adern nicht erkennen kann.

2.- Kopfbedeckung: Die Kopfbedeckung sollte ausfallende Haare und Hautschuppen   vom Kopf oder Bart daran hindern, in den Operationsbereich zu fallen und diesen zu verschmutzen. Die gezeigte Kopfbedeckung ist ein Gastronomieschiffchen, wie es in Backstuben und Imbissbuden nicht unüblich ist. Die Kosten belaufen sich auf € 3,35, und der Artikel kann wieder verwendet werden. Ich konnte einen Tierarzt im Netz finden, der mit dieser Art der Kopfbedeckung sehr zufrieden war. Unser Schauspieler trägt die langen Haare hinten zusammengebunden; dennoch wird der Schutz des Wundbereichs vor Verschmutzung nicht gewährleistet!

3.- Mundschutz: Viele Tierärzte tragen scheinbar keinen Mundschutz während der Operation oder nur einen sehr einfachen, der keinen Fließfilter enthält. Der Mundschutz verhindert, dass Keime aus den Atemwegen des Operateurs in das Wundgebiet geblasen werden. Außerdem soll so vermieden werden, dass Haare und getrocknetes Nasensekret in den Operationsbereich fallen.

4.- Untersuchungshandschuhe: Sind zwar besser als blanke, gewaschene Hände, aber das Material ist etwas dick und ermöglicht keinen optimalen Tastsinn. Die Handschuhe liegen nicht gut an den Händen an und sind faltig, was die Manipulation während der Operation beeinträchtigen kann. Diese Art die Handschuhe ist nicht steril, kann aber durch Übersprühen mit einem Desinfektionsmittel keimarm gemacht werden. Es ist jedoch kein Vergleich zu richtigen sterilen Chirurgenhandschuhen aus Latex, die wie angegossen sitzen sollten.

5.- Abdeckfolie: Diese Abdeckfolie wird für Tierärzte auf einer 200-Meter-Rolle geliefert. Das Material reflektiert das Licht und könnte die Sicht des Chirurgen beeinträchtigen. Durch die glatte Oberfläche rutscht das Material auf der Haut, und es können Verschmutzungen der nicht gereinigten Hautareale ins Wundgebiet verschleppt werden. Das Material ist nicht steril, ist aber durch den Herstellungsprozess recht rein, jedoch können durch statische Elektrizität Schmutzpartikel, wie z. B. Staub, angezogen werden.

6.- Injektionsnarkose: Dies ist eine für kurze, nicht sehr schmerzhafte Eingriffe geeignete Narkosetechnik, die jedoch den Nachteil hat, dass sie schlecht gesteuert werden kann. Es ist also möglich, dass das behandelte Tier während der Operation aufwacht. In diesem Fall muss über den Venenzugang schnell Narkosemittel nachdosiert werden. Verfügt der Tierarzt über keine Assistenz, muss er die Spritze selbst bedienen.

7.- Behandlungstisch: Viele Operationen werden auf Behandlungstischen durchgeführt. Dieser Tisch kann jedoch nicht gekippt werden und ist nicht sehr rückenschonend für den Chirurgen. Ein solcher Tisch kostet ca. € 550; ein guter OP-Tisch mit Zubehör kann dagegen leicht auf € 16.000 kommen. Durch die Stahloberfläche kommt es zur Unterkühlung des Patienten. Eine Gummimatte oder eine Wärmematte kann dagegen den Patienten vor Auskühlung bei längeren Operationen schützen. Durch bewegliche Klemmhalter auf Schienen können die Fixierbänder des Patienten besser an die Körperverhältnisse angepasst und im Notfall schnell gelöst werden.

8.- Einweg-Kunststoffschürze: Diese Art der Schutzkleidung scheint weit verbreitet zu sein. Sie zeichnet sich durch minimale Kosten und guten Schutz vor Blut und Körperflüssigkeiten aus. Sie ist zwar sauber, aber nicht steril. Ob sie eingesetzt werden kann oder nicht, ist also von der Art des operativen Eingriffs abhängig, denn diese Schürze schützt zwar den Chirurgen, aber nicht den Patienten, da sie nur einen kleinen Teil des Operateurs abdeckt.

9.- Tracheotubus: Dieser Schlauch in der Luftröhre sichert die Atmung des Patienten. Kommt es zu einem Atemstillstand, kann sofort ohne Zeitverzögerung beatmet werden. Sollte sich der Patient übergeben müssen, kann Erbrochenes nicht in die Atemwege gelangen. Wenn aus Bequemlichkeit dieses Hilfsmittel nicht eingesetzt wird, erhöht sich das Risiko erheblich für den Patienten. Allerdings sollte der Tubus nicht über den sterilen Instrumenten enden. Durch die Öffnung des Tubus kann es zur Verschmutzung der Instrumente durch Keime in der Atemluft des Patienten oder durch abtropfendes Kondenswasser aus den Atemwegen kommen, die dann das Instrumentarium verschmutzen würden. Aus diesem Grund sollte ein Instrumententisch (11) eingesetzt werden, der unbenutzt im Hintergrund zu sehen ist.

10.- Nahtmaterial: Nahtmaterial von einer Spule, das entsprechend den Bedürfnissen entnommen wird, ist eine sehr wirtschaftliche Methode, einen kostengünstigen Wundverschluss zu erreichen. Da der Faden in die Nähnadel eingefädelt werden muss, dauert es etwas länger. Der Faden im Öhr der Nadel bildet einen Wulst, der mit mehr Kraft durch das Gewebe   geführt werden muss. Dabei sind größere oder kleinere Gewebeschäden, je nach dem zu nähenden Bereich, nicht zu vermeiden. Außerdem ist die Flasche mit dem Nahtmaterial außen nicht steril und sollte somit nicht auf dem sterilen Tischtuch stehen, auf dem das Operationsbesteck gelagert wird.

11.- Instrumententisch: Ein einfacher Instrumententisch ist bei Ebay schon für 180 Euro zu haben und ist dann natürlich nicht höhenverstellbar. Ein hochwertiger Instrumententisch, auch „Stumme Schwester“ genannt, schlägt mit 1.800 bis 5.000 Euro zu Buche. Dieser nützt natürlich nichts, wenn er nicht zum Einsatz im OP kommt.

12.- Heißluft-Sterilisator: Der sogenannte Ofen sterilisiert die Instrumente bei 180°C und ist als Gebrauchtgerät schon für 150 Euro zu haben. Der Nachteil ist, dass Tupfer, OP-Tücher oder Bekleidung des Operationsteams in diesem Apparat nicht keimfrei gemacht werden können, da sie bei diesen hohen Temperaturen verbrennen würden. Dennoch erfreut sich der Heißluftsterilisator großer Beliebtheit unter den Tierärzten. Da die Instrumente unverpackt im Sterilisator gelagert und bei Bedarf entnommen werden, kommt es durch das Türöffnen zur Verwirbelung der Luft, und Staub kann dann Keime auf die sterilen Instrumente bringen.

13.- Krankenstation: Die Käfige zur Unterbringung der Tiere sind aus Platzgründen im Operationsraum untergebracht. Hierdurch kann der Tierarzt die Tiere während der Aufwachphase überwachen. Leider werden die hygienischen Regeln nur beschränkt eingehalten. Haare und Hautschuppen werden während der Bewegung der Tiere in der Aufwachphase in den Raum geschleudert und mit der Luft verwirbelt. Dieses verschmutzte Material landet schließlich auf den sterilen Instrumenten und der Operationswunde, was unter Umständen Wundheilungsstörungen nach sich ziehen kann.

14.- Vogelkäfige: Vogelkäfige haben in einem Operationsraum absolut nichts zu suchen. Der Gesang eines Kanarienvogels mag ja durchaus unterhaltsam sein, doch Vögel verunreinigen sehr stark die Umgebung durch umherfliegende Federn und durch Futter, das aus dem Käfig in den Raum geschleudert wird. 


15.- Katzentransportkorb: Ein Katzentransportkorb ist ausschließlich für den Transport von Tieren geeignet. In einigen Tierarztpraxen werden diese Behältnisse scheinbar auch als Aufwachbox nach der Kastration einer Katze oder nach einer Zahnreinigung eingesetzt. Das Problem, das hier auftreten kann, ist, dass während der Aufwachphase das Tier mit dem Bein in das Gitter rutschen kann. Trägt die Katze dabei einen Halskragen und ist noch halb abwesend durch die Narkosenachwirkung, kann schnell eine Paniksituation entstehen, in der eine Verletzung   der verkanteten Gliedmaßen auftreten kann.

Vergleichen Sie bitte nun diese Leistungen mit denen einer Tierklinik  !

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