Beagle

Der BeagleDer berühmteste Beagle der Welt heißt „Snoopy“ und ist Teil der amerikanischen Comic-Serie „The Peanuts“, die von Oktober 1950 bis zum Februar 2000 regelmäßig veröffentlicht wurde und jetzt auch noch in Gesamtausgaben erscheint. Diese Comic-Figur hat jedoch keinerlei charakterliche Ähnlichkeit mit dem bewegungsfreudigen „echten“ Beagle, denn Snoopy liegt meistens nur faul auf seiner Hundehütte und „denkt“, während der kleine, jagdfreudige Beagle normalerweise nicht zu bremsen ist.
Bereits seit vielen Jahren steht der Beagle laut der jährlichen Statistik des Verbands für deutsches Hundewesen (VDH) in den Top 100 der Beliebtheitsskala für Rassehunde in Deutschland, wo er momentan den 30. Platz einnimmt. Er zählt zu den von der FCI (Fédération Cynologique internationale –der Weltorganisation der Kynologie) anerkannten englischen Hunderassen und wird dort unter dem FCI-Standard, Nr.161, Gruppe Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen,, Sektion 1: Laufhunde, 1.3:Kleine Laufhunde geführt.

Herkunft:

Der BeagleErste schriftliche Hinweise auf kleine, mutige Laufhunde, die zur Hetzjagd eingesetzt wurden, findet man bereits im 3. Jahrhundert, und ab dem 15. Jahrhundert taucht bereits der Name „Beagle“ auf. Es wird angenommen, dass “Beagle“ zu dieser Zeit die Bezeichnung für alle kleinen Laufhunde, egal welchen Aussehens, war. Über die genaue Abstammung dieses kleinen Hundes gibt es, wie bei vielen anderen Hunderassen, unterschiedliche Meinungen. Die einen sehen ihn als Nachfahre von Hunden, die von den Römern bei der Eroberung Großbritanniens mitgebracht worden waren, während andere Kynologen die Meinung vertreten, dass seine Ahnen Hunde der Normannen waren, die im 11.Jahrhundert auf die englischen Inseln gelangt waren. Wie dem auch sei, seit dem 16. Jahrhundert wurden Beagle-Meuten bereits an den englischen Königshäusern gehalten und zur Hetzjagd auf Hasen und Kaninchen eingesetzt, da sie ein besonders feinen Geruchssinn haben und, obwohl sie keine besonders schnellen Laufhunde sind, durch ihre Ausdauer das Wild dem Jäger sicher zum Schuss bringen. Diese Hunde waren von Gegend zu Gegend unterschiedlich, es gab schwerere dem Basset ähnelnde Hunde und leichtere, Draht- Rauh- und Glatthaar, die meisten waren tricolor, aber es gab auch schwarze, weiße und tanfarbene Haarfarben. Zeitweise wurde auch eine besonders kleine Beagle-Varietät gezüchtet mit einer Widerristhöhe von nur 18 cm, die „Rabbit“ oder „Pocket Beagles“ genannt wurden. Erst mit der Gründung des Beagles Club im Jahre 1890 und der Gründung der Association of Masters of Harriers and Beagles begann eine Vereinheitlichung der Beagles, und die ersten Standards wurden aufgestellt. Der Erste Weltkrieg führte fast zum Untergang der Rasse und noch im Jahre 1945 wurde nur ein einziger Beagle beim Kennel Club registriert. Es wurden Beagles aus amerikanischen Zuchten eingeführt und die Eintragungen stiegen wieder an, um im Jahre 1961die Rekordzahl von 3.979 registrierten Hunden zu erreichen. Heute gibt es in England zwei Zuchtrichtungen, die der Show-Beagles und die der Arbeitsbeagles. In den USA, wohin die Beagles Ende des 19. Jahrhunderts gelangt waren, werden zwei unterschiedliche Größen gezüchtet. Inzwischen hat der Beagles in vielen Ländern Europas sowie in den USA einen recht großen Freundeskreis gewonnen.
Im Jahre 2012 wurden 757 Beagle-Welpen beim VDH registriert.

Der Beagle


Aussehen:

Der Beagle ist ein kleiner, robuster und kompakter Jagdhund mit einer Widerristhöhe zwischen 33 und 40 cm und einem Gewicht von bis zu 18 kg. Sein Kopf ist mäßig lang und faltenlos mit einem ausgeprägten Stop, der Schädel mäßig breit und gewölbt. Sein Nasenschwamm soll möglichst schwarz sein, bei helleren Hunden ist jedoch auch eine etwas hellere Pigmentierung erlaubt. Seine Augen sind weit auseinander stehend, groß, haselnussbraun oder dunkelbraun, die Ohren lang, hängend und abgerundet. Kiefer und Gebiss sind kräftig mit einem regelmäßigen Scherengebiss. Der Hals ist ausreichend lang für die Spürarbeit am Boden, die Rippen gut gewölbt, der Rücken gerade und kurz, die Lenden kräftig und biegsam. Seine Vorderläufe sind gerade, die Oberschenkel der Hinterhand muskulös. Vorder- und Hinterpfoten sind fest mit kräftigen Ballen und kurzen Krallen. Die starke Rute ist mittellang, gut behaart und hoch angesetzt, darf aber nicht über den Rücken gerollt sein.

Der Beagle Der Beagle hat ein pflegeleichtes, kurzes, wetterfestes und anliegendes Haar. Laut Standard sind folgende Haarfarben erlaubt: „Dreifarbig (schwarz, braun und weiβ); (blau, weiβ und braun); dachsfarbig gefleckt (Badger-pied); hasenfarbig gefleckt (Hare-pied); zitronengelb-gefleckt (Lemon-pied); zitronengelb (lemon) und weiß; rot (red) und weiß; braun und weiss; schwarz und weiß; ganz weiß. Mit Ausnahme von ganz weiß können alle oben genannten Farben auch ‚mottles’ (getüpfelt) sein.“ Die Rutenspitze soll weiß sein“

 

Wesen:

Der Beagle ist ein fröhlicher, intelligenter und liebenswürdiger Hund.  Er ist äußerst bewegungsfreudig und benötigt viel Auslauf und Bewegung. Sein Jagdtrieb ist stark ausgeprägt. Als Meutehund ist er sehr sozial und braucht die Gesellschaft von vertrauten Menschen oder anderen Hunden, kann also keineswegs allein in einem Zwinger gehalten werden. Er ist ein ausdauernder Läufer und bei der Jagd zielstrebig und hartnäckig. Er ist unerschrocken, ohne aggressiv zu sein, zeigt aber ab und zu auch eine gewisse Dickköpfigkeit. Eine weitere Eigenschaft des Beagles ist seine große Fresslust und damit verbunden eine Neigung zu Übergewicht  , die unbedingt unter Kontrolle gehalten werden muss.

Verwendung:

Der Beagle ist ein Meutenhund für Schleppjagden. In Deutschland wird er jedoch eher selten eingesetzt, da die gesetzlichen Vorschriften über die Mindestanforderungen der Reviergrößen von 1.000 Hektar für Meutejagden nur selten erfüllt werden können. Er ist zwar ein wachsamer Hund, ist aufgrund seines freundlichen Wesens jedoch nicht als Schutzhund geeignet. Bis ins 20. Jahrhundert wurde der Beagle ausschließlich als Jagdhund gezüchtet, hat sich jedoch in der letzten Zeit auch als Familienhund einen wichtigen Platz erobert. Er ist durch seine soziale Prägung als Meutehund auch ein idealer Familienhund mit geradezu sprichwörtlicher Liebe für Kinder. Er ist kein Anfängerhund, sondern sollte in erfahrene Hände kommen, die ihn mit viel Geduld, Liebe und mit fester Hand erziehen und ihn unter Berücksichtigung seines Wesens auslasten und beschäftigen können.
In der medizinischen Forschung werden Beagles oft als Versuchstiere eingesetzt.
In den USA werden „Beagle Brigades“ von den Zoll- und Grenzschutzbehörden eingesetzt, um nach illegal eingeführten Lebensmitteln, Pflanzen oder Tieren an Grenzübergängen zu suchen.

Rassespezifische Erkrankungen:

Der Beagle ist eine sehr robuste Hunderasse. Bekannt sind bei ihm jedoch eine Prädisposition für Hound-Ataxie, einer Form von Epilepsie  , sowie Meningitis-Arteriitis, eine entzündlichen Erkrankung   des Rückenmarks.
Die Lebenserwartung dieses fröhlichen Hundes liegt bei 12 – 14 Jahren.

Hunde sind nicht unser ganzes Leben,
aber sie machen unser Leben ganz.
Roger Caras

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