Chihuahua

ChihuahuaEin Hund, der momentan ständig in Filmen, im Fernsehen und in den Zeitschriften als Darsteller oder als Mode-Accessoire von Stars und Möchtegern-Prominenten zu sehen ist, ist der Chihuahua, eine Hunderasse, die als die kleinste der Welt gilt. Dabei ist dieser kleine Hund viel mehr als nur ein momentan modernes, schmückendes Utensil, mit dem man sich gerne fotografieren lässt. Er ist vielmehr eine kleine Hundepersönlichkeit, die es verdient, ein ganz normales Hundeleben ohne Designer-Outfit und Glamour zu führen.

Bereits seit vielen Jahren steht der Chihuahua in der Bestseller-Liste des Verbands für deutsches Hundewesen (VDH), wo er sich zurzeit an der 21. Stelle der Beliebtheitsskala für Rassehunde in Deutschland befindet. Er zählt zu den von der FCI (Fédération Cynologique internationale – der Weltorganisation der Kynologie) anerkannten Hunderassen und wird dort unter dem FCI-Standard Nr. 218, Gruppe 9: Gesellshats- und Begleithunde, Sektion 6: Chihuahueno, geführt

Herkunft:

ChihuahuaÜber die Abstammung des Chihuahua gibt es die unterschiedlichsten Theorien und Spekulationen. Bewiesen ist, dass er aus der mexikanischen Provinz Chihuahua stammt, der er seinen Namen verdankt und von wo aus seine Verbreitung in die ganze Welt erfolgte. Seine Urahnen können freilebende Hunde der Techichi-Rasse im präkolumbianischen Mexiko gewesen sein, die von den Ureinwohnern Amerikas, den Tolteken, domestiziert wurden. Sie waren der gehobenen Kaste vorbehalten und wurden angeblich auch als Opferhunde für religiöse Zwecke eingesetzt.. Diese Hunde waren zwar schon klein, jedoch doch deutlich größer als die heutigen Chihuahuas. Durch Vermischung mit chinesischen Zwerghunden, die von Händlern mit nach Mexiko gebracht wurden, sollen die Hunde dann ihre heutige Größe erreicht haben. Aber auch eine Abstammung aus Malta oder Ägypten wird diskutiert. Wie dem auch sei, bewiesen ist, dass diese Hunde Ende des 19. Jahrhunderts von Mexiko aus in die USA gelangten und im Jahre 1884 das erste Exemplar unter der Bezeichnung „Chihuahua-Terrier“ in Philadelphia ausgestellt wurde. 1904 wurden dann zum ersten Mal Chihuahuas im Zuchtbuch des Kennel Clubs registriert und der erste Chihuahua-Klub von Amerika gegründet. Dies gab der neuen Rasse großen Auftrieb und sie gelangte auch nach Europa, wo 1952 der Britische Chihuahua Club gegründet wurde. In Deutschland wurden die ersten Chi’s im Jahre 1956 registriert.

Im Jahre 2011 wurden beim VDH in Deutschland 903. Chihuahua-Welpengeburten angemeldet.

Aussehen:

ChihuahuaDer Chihuahua ist ein kleiner Hund mit einem kompakten Körperbau, der etwas länger als hoch ist. Sein Gewicht soll zwischen 1,5 – 3 kg liegen; es werden jedoch auch Hunde mit einem Gewicht zwischen 0,5 – 1,5 kg akzeptiert. Widerristhöhen werden im Standard nicht angegeben. Ein typisches Merkmal für diesen Zwerghund ist sein apfelförmiger Schädel mit einem ausgeprägten, tiefen und breiten Stop. Der Fang ist kurz, die Lefzen liegen an. Seine weit auseinander stehenden nicht hervorquellenden Augen sind rund, groß und dunkelbraun oder rubinrot, die Ohren groß mit abgerundeter Spitze, seine Nase ist mäßig kurz. Er hat ein Scheren- oder Zangengebiss. Der Hals ist mittellang und leicht gewölbt, die Läufe gerade und muskulös, die Pfoten zierlich, oval und gut gepolstert. Der Rücken ist kurz und fest mit starken Lenden und tiefem, breiten Brustkorb mit gut gewölbten Rippen. Die Rute ist ebenfalls charakteristisch für diese Rasse. Sie ist mittellang und hoch angesetzt und wird aufrecht über dem Rücken getragen. Die offene Fontanelle  , die früher ebenfalls als ein Charakteristikum für den Chihuahua gesehen wurde, ist nach dem neuesten FCI-Standard nicht mehr zugelassen.
Man unterscheidet zwischen der kurzhaarigen und langhaarigen Version. Der kurzhaarige Chihuahua hat dichtes und weiches Haar, während die langhaarige Varietät weiches, feines, glattes oder leicht gewelltes Haar hat mit Befederung an den Ohren und dem Hinterseiten der vorderen und hinteren Läufe sowie einen möglichst prägnanten Halskragen. Laut Standard sind alle Farben erlaubt mit allen Schattierungen, von einfarbig mit oder ohne Abzeichen, Tricolor, etc, bis hin zu rein schwarz. Die Fellscheckung Merle ist laut dem neuesten Standard nicht mehr zugelassen, da sie, genau wie die Farbe Blau, in Verdacht steht, häufiger als andere mit bestimmten Krankheiten   in Verbindung zu stehen.

Wesen:

ChihuahuaDer Chihuahua ist ein intelligenter, lebhafter, mutiger und robuster Hund, der keinesfalls verhätschelt werden muss. Er ist bewegungsfreudig und lernfähig und braucht eine konsequente, liebevolle Erziehung. Er ist wachsam und unerschrocken, bellt auch gerne und viel, was von Jugend an unterbunden werden sollte, und hängt sein Herz vorzugsweise an eine Person, ist aber anderen Familienangehörigen durchaus loyal. Fremden gegenüber ist er eher zurückhaltend. Er hat einen gewissen Eigensinn und möchte unbedingt immer dabei sein, kann also auf keinen Fall den ganzen Tag allein gelassen werden.

Verwendung:

Der Chihuahua ist laut Standard ein Gesellschaft- und Begleithund, findet aber vor allem Verwendung als Familienhund. Da ein Chihuahua-Welpe ein sehr empfindliches, kleines Geschöpf ist, sollte er nicht unbedingt in eine Familie mit sehr kleinen Kindern, die die Fragilität dieses kleinen Hundes noch nicht einschätzen können. Er kann mit genügend Auslauf ohne Probleme auch in kleinen Wohnungen gehalten werden. Er ist durchaus auch ein Begleiter für den sportlichen Menschen und kann problemlos sein Herrchen/Frauchen beim Wandern oder Joggen begleiten. Auch einige Hundesportarten sind für ihn geeignet, da er auch geistig ausgelastet werden sollte. Er ist ideal für den Reiselustigen, da er leicht mitgenommen werden kann, aber auch für den Alleinstehenden oder älteren Menschen, der einen verschmusten, liebevollen, aber durchaus auch wachsamen Kameraden wünscht. Aufgrund seiner Intelligenz wird er sogar als Therapiehund empfohlen.

Rassespezifische Erkrankungen:

Bei den Chihuahuas liegt eine Disposition für Patella-Luxationen (Verschiebung der Kniescheibe) vor. Seriöse Züchter schließen diese Tiere von der Zucht aus. Eine ebenfalls auftretende Erkrankung   dieser Rasse ist der Hydrocephalus   (Wasserkopf  ) sowie die Epilepsie  . Hunde mit großen, hervorquellenden Augen sind stark anfällig für viele Arten von Augenerkrankungen, sehr kleine Hunde unter 1 kg haben ein deutlich höheres Krankheitsrisiko.
Die Lebenserwartung dieses kleinen Hundes beträgt 15 – 17Jahre. Bei Hunden, die weniger als 1 kg wiegen, ist diese Spanne jedoch deutlich kürzer.

Der Hund braucht sein Hundeleben.
Er will zwar keine Flöhe haben, aber die Möglichkeit, sie zu bekommen.
(Robert Lembke)

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