Der Chinesische Schopfhund

Chinesischer SchopfhundIm kalifornischen Petaluma wird jedes Jahr der „World’s Ugliest Dog Contest“ ausgetragen, ein unglaublich skurriler Schönheitswettbewerb, bei dem es darum geht, den „hässlichsten Hund der Welt“ zu wählen. Zu diesem nicht ernst zu nehmendem Wettbewerb treffen sich hier durchaus stolze Hundebesitzer mit ihren Tieren, die sie für diesen Wettbewerb für geeignet halten. Sieht man sich einmal die Kandidaten an, so findet man dort unter den Bewerbern und dann auch bei den Siegern eine ungewöhnliche Anzahl von chinesischen Schopfhunden, einem Hund, der durch sein ungewöhnliches Aussehen wohl nicht immer das Schönheitsempfinden der breiten Masse trifft, dem diese „Auszeichnung“ jedoch bisher absolut nicht zum Schaden gereicht hat, denn die Zahl seiner Anhänger ist in den letzten Jahren ständig gewachsen und ist immer noch dabei anzusteigen.
Seit einigen Jahren steht der Chinesische Schopfhund nun auch in den Top 100 des Verbandes für Deutsches Hundewesen (VDH), wo er im Jahre 2012 den 73. Platz in der Beliebtheitsskala einnahm. Der Chinesische Schopfhund ist eine von der FCI (Fédération Cynologique Internationale – der Weltorganisation der Kynologie) anerkannte chinesische Hunderasse mit dem Patronat Großbritannien und wird dort unter dem Standard Nr. 228, Gruppe 9: Gesellschafts- und Begleithunde, Sektion 4: Haarlose Hunde, geführt.

Herkunft:

Ob die Vorfahren des Chinesischen Schopfhundes, auch Chinesischer Nackthund genannt, wirklich aus China stammen, ist nicht bewiesen. Nackthunde gab es auch in anderen Ländern und auf anderen Kontinenten, und es wird auch vermutet, dass die Ahnen des Chinesischen Schopfhundes aus Afrika stammen können, wo sie aus Mutationen haarloser Hunde entstanden sind. Auch in Mittel- und Südamerika findet man Vertreter dieser Nackthunde, die als Vorfahren des „Chinesen“ infrage kommen könnten. Wie dem auch sei, die Nackthunde gelangten auf jeden Fall nach China, wo sie seit über 1.000 Jahren gezüchtet wurden, und zwar in zwei Varianten: eine kleinere, haarlose mit einem Haarschopf auf dem Schädel und Quasten an Schwanz und den Füßen, die von Mönchen gezüchtet wurde, und eine zweite größere Variante, die ebenfalls haarlos, deutlich gröber, dunkler und schwerer war und als Fleischration für Festtage diente. Die kleinen Tempelhunde wurden gehegt und gepflegt und waren auch beim Adel und reicheren Chinesen sehr beliebt. Durch Seefahrer gelangten diese Hunde bald auch in andere Länder, wo ebenfalls Zuchten aufgebaut wurden. Der erste Chinesische Schopfhund wurde 1885 in den USA ausgestellt, dann jedoch erst wieder im Jahre 1926 in Philadelphia. Danach war es wieder sehr ruhig um diesen exotischen Hund, bis im Jahre 1975 der Chinese Crested Dog Club of America gegründet wurde und ab 1985 regelmäßig Hunde auf Ausstellungen gezeigt wurden. Nachdem 1969 auch ein englischer Klub ins Leben gerufen worden war, ging es aufwärts mit der Zucht. Die Hunde gelangten auch nach Deutschland, wo bereits 1965 ihr erster Klub entstand. Der FCI erkannte diese Rasse jedoch erst im Jahre 1987 an, der American Kennel Club erst 1991.

Die jährlich beim VDH registrierten Welpengeburten dieser Rasse haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Waren es im Jahre 2000 noch 45 eingetragene Welpen, so stieg die Zahl bis 2010 bereits auf 184 an und erreichte 2012 dann 193 gemeldete Welpen, ein Beweis für die steigende Beliebtheit dieser außergewöhnlichen Hunde, die jedoch, insgesamt gesehen, immer noch zu den selteneren Rassen zählen.

Chinesischer Schopfhund


Aussehen:

Der Chinesische Nackthund wird in zwei Haarvarianten gezüchtet, und es existieren ebenfalls zwei unterschiedliche Körperformen. Zum einen gibt es die sogenannte „Hairless-Variante“, die einen haarlosen Körper hat mit einem Haarschopf am Kopf sowie Quasten an der Rute und den Pfoten, zum anderen werden auch die sogenannten „Powder Puffs“ gezüchtet, Hunde mit einem langen, schleierartigen Deckfell und Unterwolle. Bezüglich des Knochenbaus existiert der sog. „deer type“ mit leichtem, zarten Körperbau und der „Cobby-type“, der einen schwereren Körperbau hat. In der Zucht hat sich inzwischen jedoch die grazilere Deer-Variante durchgesetzt, auf die hier auch im Folgenden näher eingegangen wird.

Der Chinesische Schopfhund ist ein kleiner Hund mit leichtem bis mittelstarken Knochenbau und einer Widerristhöhe von 28 – 33 cm beim Rüden und 23 – 30 cm bei der Hündin bei einem Gewicht von maximal 5,5 kg. Er hat einen langen und leicht gerundeten Kopf ohne übermäßige Faltenbildung und einen leichten Stop. Der Nasenschwamm ist sehr schmal, jede Farbe ist erlaubt. Der Fang verjüngt sich leicht, ohne jedoch spitz zu werden, die Lippen sind straff und dünn. Er hat kräftige Kiefer mit einem Scherengebiss. Der Schopf, ein unverwechselbares Merkmal dieser Rasse, sollte möglichst wallend sein, am Stop beginnen und bis zum Halsbereich reichen. Die Augen sind mittelgroß, sehr dunkel und weit voneinander eingesetzt. Die Ohren dieses Nackthundes sind groß und werden aufrecht getragen, sind tief angesetzt und mit oder ohne Befransung. Bei den Powder Puffs sind auch hängende Ohren zugelassen. Der schlanke Hals geht in kräftige Schultern über. Der Körper ist geschmeidig und mittellang mit einem geraden Rücken und einer gut bemuskelten Kruppe, die Brust ziemlich breit und tief. Die Rute ist hoch angesetzt, lang und spitz auslaufend mit einer langen Befederung, die sich auf 2/3 des unteren Teils beschränkt. Seine Läufe sind lang und schlank mit gut schließenden Ellenbögen und extrem ausgebildeten, langen und schmalen sog. „Hasenpfoten“ mit einzigartiger Verlängerung, die fast den Eindruck eines zusätzlichen Gelenks vermittelt. Beim Krallenschneiden ist darauf zu achten, dass man nicht zu tief schneidet, da die Blutgefäße hier tiefer in die Krallen reichen als bei anderen Hunden. Der Chinesische Schopfhund hat an keiner Stelle seines Körpers größere behaarte Stellen. Seine Haut fühlt sich weich und sehr warm an und kann jede Farbe oder Farbkombination haben, wobei dunklere Haut bevorzugt wird. Die behaarte Variate dieses Hundes, die Powder Puffs, haben ein Haarkleid aus Unterwolle und einem langen, weichen Haarschleier, der sie ebenfalls unverkennbar macht.

Wesen:

Der Chinesische Schopfhund ist ein kleiner, lebhafter, freundlicher und intelligenter Hund. Er ist verspielt und äußerst bewegungsfreudig. Man sagt ihm eine sehr starke Bindung zu seiner Bezugsperson nach. Er verträgt sich gut mit anderen Haustieren, Artgenossen und Kindern, ist Fremden gegenüber jedoch eher reserviert. Er gilt als besonders einfühlsam und sensibel. Dieser kleine Hund ist wachsam, ohne aggressiv zu sein oder Dominanzverhalten zu zeigen.

Chinesischer Schopfhund


Verwendung:

Aufgrund seines angenehmen Wesens ist der Chinesische Schopfhund ein idealer Familien- und Wohnungshund. Er ist leicht zu erziehen und ist deshalb auch ein Hund für „Hundeanfänger“. Er ist sowieso ein Hund, der für jeden geeignet ist, für die Einzelperson oder die Familie und auch für den sportlichen Hundebesitzer, denn er liebt lange Spaziergänge und ist bei entsprechendem Training   auch ein ausdauernder Läufer, passt sich jedoch auch dem Bewegungsvermögen seiner Bezugsperson an. Er spielt und tobt für sein Leben gern und ist auch für Agility oder andere Hundesportarten bestens geeignet.

Pflege:

Man sollte jedoch beachten, dass dieser Hund in der haarlosen Version äußerst wetterempfindlich ist. Bei starker Kälte muss er durch entsprechende Kleidung geschützt werden, bei Hitze können vor allem die helleren Hunde ohne Sonnenschutz sehr schnell einen Sonnenbrand bekommen und müssen mit einer Creme mit hohem Sonnenschutzfaktor behandelt werden. Seine Haut ist sowieso empfindlich und sollte durch entsprechende Pflege vor Austrocknung bewahrt werden. Die Powder-Puff-Variante ist deutlich widerstandsfähiger.

Rassespezifische Erkrankungen:

Der Chinesische Schopfhund hat häufig mit Hautproblemen und Allergien zu kämpfen. Weitere bekannte erblichen Erkrankungen sind Immundefizienz, Patellaluxation und die Progressive Retina-Atrophie   (PRA). Außerdem findet man bei diesen Hunden häufig ein unvollständiges Gebiss, was durch das Haarlos-Gen   verursacht wird, das in direktem Zusammenhang mit dem für die Gebissbildung zuständigen Gen steht. Züchter bemühen sich seit Langem und auch erfolgreich, dieses Problem zu minimieren.
Die Lebenserwartung dieses fröhlichen, außergewöhnlichen Hundes liegt bei 12 bis 14 Jahren.

Wissenswertes:

Oft wird der Chinesische Schopfhund als „Hund für Allergiker“ bezeichnet. Es gibt darüber jedoch keine Studien, und Allergiker sollten dies vorher genau testen, denn die allergische   Reaktion wird nicht in erster Linie durch die Tierhaare, sondern durch Speichel und Hautschuppen   ausgelöst, und es gab schon Fälle, in denen Betroffene sogar äußerst heftig auf diesen kleinen Hund reagiert haben.

Solange Menschen denken, dass Tiere nicht fühlen,
müssen Tiere fühlen,
dass Menschen nicht denken.
Arthur Schopenhauer

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