Dackel oder Dachshund

DackelbandeDas Maskottchen der Olympischen Sommerspiele 1972 in München war der Dackel „Waldi“, der als typisch bayerischer Hund die von den Sportlern erforderten Eigenschaften Beharrlichkeit, Beweglichkeit und Widerstandsfähigkeit darstellen sollte. Dies spricht für die Bekanntheit dieser Hunderasse, die seit vielen Jahren laut der jährlichen Statistik des Verbandes für deutsches Hundewesen (VDH) an der zweiten Stelle der Beliebtheitsskala für Rassehunde in Deutschland steht.

Der Dackel (Synonyme: Dachshund oder Teckel) zählt zu den von der FCI (Fédération Cynologique internationale –der Weltorganisation der Kynologie) anerkannten Hunderassen und wird dort unter dem FCI-Standard, Gruppe 4: Dachshunde) geführt.

Entwicklung der Rasse

DackelKurzbeinige, langgestreckte Kleinhunde findet man bereits auf Wandmalereien aus dem alten Ägypten, und auch in der vorkolumbianischen Geschichte sowie bei den Germanen gibt es Hinweise auf dackelbeinige Hunde, die zur Jagd eingesetzt wurden. Diese Hunde hatten wahrscheinlich jedoch außer ihrer Bein- und Körperform noch nicht viel andere Gemeinsamkeiten mit dem heutigen Dackel. Erst im Mittelalter findet man dann genauere Beschreibungen des damaligen Dachshundes oder Dackels, die jedoch immer noch „ohne einheitlichen Grundsatz“ gezüchtet wurden, jedoch schon deutlichere Merkmale des heutigen Rassestandards aufwiesen. Das Interesse an niederläufigen Bodenhunden schwand zunächst nach dem Mittelalter, und im Jahre 1840 wurden nur noch 54 Dachshunde ins erste deutsche Hundestammbuch eingetragen. Als sich dann einige Jahrzehnte später auch in Deutschland die Idee verbreitete, Hunde nach festen Rassemerkmalen und Stammbuch zu züchten, wuchs die Anzahl der Züchter wieder stark an. 1888 wurde der erste Deutsche Teckelklub gegründet, der noch immer besteht und um die 25.000 Mitglieder hat, und die ersten Rassekennzeichen wurden festgelegt. Nur ein Jahr später wurde das erste Teckelstammbuch herausgegeben. Und damit begann der Siegeszug dieses kleinen Jägers und damit auch das Bedürfnis, internationale Rassestandards festzulegen, die dann im Jahre 1925 publiziert wurden. Die Anzahl der Dackel stieg nach dem 2. Weltkrieg in Deutschland sprunghaft an, ist jedoch in den letzten Jahren in der BRD rückläufig. Im Jahre 1972 wurden noch ca. 28.000 Dackelwelpen registriert, während es im Jahre 2010 nur noch 6.500 Welpen waren. International (vor allem in Japan), ist der Dackel jedoch immer noch stark vertreten.

Beschreibung und Charakter:

DackelDer Dackel oder Dachshund ist ein Hund, der speziell für die Baujagd in Fuchs-, Dachs- und neuerdings auch in Kaninchenbauten gezüchtet wurde. Durch seinen Körperbau ist er in der Lage, in den Bau einzudringen und hat die Aufgabe, das Wild aus dem Bau vor die Flinte des Jägers zu treiben. Außerdem sind Dackel bestens geeignet für die Stöberarbeit bei Drückjagden und der Fährtenarbeit bei der Verfolgung von verwundetem Wild. Auch im Wasser leisten sie beste Arbeit beim Apportieren  .

Der Dachshund oder Dackel wird inzwischen in drei Größen gezüchtet:

  • Dackel:
    Gewicht zwischen 6, 5 bis 9 kg, Brustumfang mehr als 35 cm
  • Zwergdackel:
    Gewicht bis zu 4 kg, Brustumfang 30 – 35 cm
  • Kaninchendackel:   
     Gewicht bis zu 3,5 kg, Brustumfang unter 30 cm.

Bei Dackeln ist nicht die Schulterhöhe entscheidend, sondern der Brustumfang, da dies die maßgebliche Größe für seine Fähigkeit ist, in den Bau zu gelangen und dort zu agieren.

Außerdem gibt es diese Hunde in den drei Haararten, nämlich Langhaar, Kurzhaar und Rauhhaar, und alle in den unterschiedlichsten Farbvariationen (von einfarbig rot, rotgelb, gelb, zweifarbig schwarz oder braun etc.) sowohl ein- als auch mehrfarbig und gestromt.

DackelDer Dackel ist ein lang gestreckter, kleiner Hund mit kurzen, aber geraden Beinen. Er soll muskulös, aber dennoch flink und beweglich sein. Der Kopf ist lang gestreckt, die Augenbrauenbögen deutlich ausgebildet, der Schädel eher flach. Der Fang ist breit und kräftig, Ober- und Unterkiefer sind stark entwickelt. Die Augen sind oval und mittelgroß und sind dunkelrotbraun bis schwarzbraun bei allen Hundefellfarben. Er hat hängende Ohren und eine nicht zu hoch angesetzte Rute. Das Brustbein ist gut ausgeprägt und stark vorspringend, der Hals lang und muskulös.

Der Dackel, der ja speziell für die Jagd gezüchtet worden war, ist im Dachs- oder Fuchsbau allein auf sich gestellt und muss eigene Entscheidungen treffen. Dies erklärt wohl auch seine Selbstständigkeit und geradezu sprichwörtliche Dickköpfigkeit. Er hat sich in dieser Hinsicht seine Urwüchsigkeit erhalten, obwohl er kaum noch für Jagdzwecke eingesetzt wird, sondern fast nur noch als reiner Haushund gehalten wird. Er ist eine kleine Hundepersönlichkeit, aber neben seiner Sturheit auch freundlich, intelligent und charmant. Er braucht eine konsequente Hand. Sein Jagdtrieb ist nach wie vor sehr ausgeprägt und sollte möglichst schon im jungen Alter unter Kontrolle gebracht werden. Obwohl er so klein, ist er äußerst lauffreudig und braucht viel Bewegung, aber auch geistige Beschäftigung. Er kann durchaus als Wohnungshund gehalten werden, Treppensteigen ist aufgrund des Körperbaus jedoch Gift   für diesen Hund mit langem Rücken und kurzen Beinen.

Rassetypische Erkrankungen:

Aufgrund seines Körperbaus ist der Dackel äußerst anfällig für Bandscheibenprobleme, und die Dackellähme, eine Sonderform des Bandscheibenvorfalls, ist eine gefürchtete, leider nicht so seltene Erkrankung   bei allen Dackelliebhabern. Hierbei werden Nerven der Wirbelsäule abgeklemmt, und der Dackel hat keine Kontrolle mehr über seine Hinterbeine. Einmal eingetreten, kann sie nur durcheinen chirurgischen Eingriff und Physiotherapie   gemildert werden. Ebenfalls anfällig sind die Ohren des Dackels, die gut gepflegt werden sollten, da sonst sehr leicht Gehörgangsentzündungen auftreten können.

Die Lebenserwartung für Dackel beträgt ca. 15 Jahre.

"Die genaueste Vorstellung von der Machtlosigkeit des Menschen haben sicherlich Gott und der Dackel.“
George Mikes

 

 

 

 

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