Dalmatiner

Dalmatiner


101 Dalmatiner wirbelten im Jahre 1961, von Walt Disney animiert, über die Leinwand, verzauberten ein Millionenpublikum mit ihrem Charme und machten nicht nur diesen Film zu einem Kassenschlager, sondern die Dalmatiner-Rassse mit einem Schlag weltweit bekannt, was dann für einige Zeit, vor allem in den USA, zu einem Dalmatiner-„Boom“ führte, was sich meistens nicht zum Wohl der Hunde erweist.

Bereits seit vielen Jahren steht der Dalmatiner in der Bestseller-Liste des Verbands für deutsches Hundewesen (VDH), wo er sich zurzeit an der 29. Stelle der Beliebtheitsskala für Rassehunde in Deutschland befindet. Er zählt zu den von der FCI (Fédération Cynologique internationale – der Weltorganisation der Kynologie) anerkannten Hunderassen und wird dort unter dem FCI-Standard Nr. 153, Gruppe 6: Laufhunde, Schweißhunde, Sektion 3: Verwandte Rassen, geführt.

Herkunft:

DalmatinerTheorien über die Herkunft des heutigen Dalmatiners gibt es viele, jedoch ist keine wissenschaftlich genau bewiesen. Abbildungen von getupften, den Dalmatiner ähnelnden Hunden kennt man bereits aus ägyptischen Pharaonengräber sowie von Fresken und Gemälden aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Inwieweit diese Hunde mit den Dalmatinern in Verbindung gebracht werden können, bleibt nach wie vor im Dunkeln. Andere vermuten die Vorfahren dieser schönen Hunde in Indien, von wo aus sie über Ägypten und Griechenland dann in den östlichen Mittelmeerraum gelangt sein sollen. Erste schriftliche Erwähnung des Dalmatiners findet man in kirchlichen Chroniken de 14. – 16. Jahrhunderts, woraus geschlossen wird, dass der Dalmatiner, so wie wir ihn heute kennen, wohl in der Gegend um die dalmatische Küste herum beheimatet war, die diesem Hund auch seinen Namen gab. Er wurde vom FCI offiziell als eine kroatische Hundezüchtung anerkannt. Wann er seinen Namen bekam, ist nicht mehr genau nachzuvollziehen, jedoch wird im Jahre 1790 bereits ein gefleckter Hund erwähnt und abgebildet, der als „Dalmatian“ oder „Coach Dog“ bezeichnet wird. Dieser Hund, der früher Herden bewachte, wurde dann später in Adelshäusern im 18./19. Jahrhundert gerne als Wagenbegleiter eingesetzt, wo er die Kutsche vor wilden Tieren und unangenehmen Zeitgenossen beschützen sollte. Dafür war ein wendiger und ausdauernder Hund erforderlich. Wie auch bei anderen Hunderassen, fingen irgendwann Züchter an, sich für diese Hunde zu interessieren und stellten die ersten Standards im Jahre 1882 auf, die vom Kennel Club dann 1890 anerkannt wurden.. Mit der Einführung der Automobile nahm der Bestand der ehemaligen Kutschenhunde jedoch dramatisch ab.. Nach dem Ersten. Weltkrieg wurden gerade mal 2 Dalmatiner zur Registrierung beim Kennel Club gemeldet, und der Dalmatiner schien war vom Aussterben bedroht zu sein. Jedoch schon 10 Jahre später hatte sich die Rasse wieder völlig erholt, und die Eintragungen stiegen wieder ständig an.. In den USA wurde der Dalmatiner Ende des 19. Jahrhunderts zum Maskottchen der dortigen Feuerwehr, wo er laut bellend vor dem noch von Pferden gezogenen Feuerwehrwagen rannte und als eine Art „hündische Sirene“ die Leute warnte, um die Straße für den Wagen frei zu räumen. .Aber mit der Motorisierung der Feuerwehr verlor er auch diesen „Job“, ist aber als „Sparky“ (mit Feuerwehrhelm auf dem Kopf und Uniform) auch heute noch immer noch das Symbol für die amerikanische Feuerwehr, speziell für Brandschutzverhaltensmaßnahmen für Schulen – mit eigener Website.

Als Kutschen-, Wach- oder Feuerwehrhund ist der Dalmatiner natürlich nicht mehr im Einsatz, hat sich aber zu einem beliebten Familienhund entwickelt, der inzwischen weltweit zu finden ist. Im Jahre 2011 wurden 728 Dalmatiner-Welpen beim VDH registriert.

Aussehen:

Der Dalmatiner ist ein mittelgroßer bis großer, muskulöser Hund mit schlankem Körperbau und einem auffällig getupften Fell. Die Widerristhöhe des Rüden liegt zwischen 56 – 62 cm bei einem Gewicht von 27 – 32 kg, die Schulterhöhe der Hündin beträgt 54 – 60 cm bei einem Gewicht von 24 – 29 kg. Seine Kopfgröße soll in guter Proportion zum Körper stehen, der Schädel flach mit seitlichen sanften Abrundungen und einer schwach ausgeprägter Stirnfurche und mäßigem Stop. Der Nasenschwamm ist groß und komplett pigmentiert (schwarz oder braun, je nach Farbe der Tupfen). Der Nasenrücken ist gerade, die Kiefer kräftig mit starken, eng anliegenden Lefzen. Er hat ein Scherengebiss mit 42 Zähnen. Die Augen sind oval und farblich passend zu den Tupfen. Die Hängeohren des Dalmatiners müssen ebenfalls getupft sein und haben die Form eines gleichschenkligen Dreiecks.. Sie sind hoch angesetzt mit angerundeter Spitze, liegen seitlich an und reichen bis zum Stop. Sein Rücken ist gerade und kräftig mit kurzen Lenden, langem Brustkorb und gut gewölbten Rippen, der Hals lang und kräftig ohne lose Kehlhaut. Die kräftige Rute wird zur Spitze hin dünner und soll etwa bis zum Sprunggelenk reichen. Seine Bewegungen sind elegant.

Dalmatiner


Das Haar des Dalmatiners ist kurz, dicht und hart, in der Grundfarbe weiß mit schwarzen Tupfen beim schwarzen Farbschlag und braunen beim braunen Farbschlag. Die Tupfen sollen möglichst gleichmäßig sein mit einer Größe von 2 – 3 cm im Durchmesser, proportional etwas kleiner an den Gliedmaßen und symmetrisch über den Körper verteilt sein.. Sie müssen klar voneinander abgegrenzt sein und dürfen nicht ineinander übergehen und größere Flecken bilden. Nur der schwarze und braune Farbschlag sind laut Standard zugelassen. Welpen werden normalerweise weiß, d. h. ohne Flecken geboren. Die Tupfenbildung beginnt erst mit 10 – 14 Tagen und ist erst im Alter von einem Jahr ganz abgeschlossen.

Wesen:

Der Dalmatiner ist ein intelligenter, freundlicher, lebhafter und ausgeglichener Hund. Er ist fröhlich und verspielt, aber auch sensibel und sollte zwar konsequent, jedoch mit viel Bestätigung und Liebe erzogen werden. Er ist ein Laufhund und braucht unbedingt sehr viel Bewegung, dann ist er auch im Haus ausgeglichen und ruhig. Er hängt sehr an „seinem Rudel“, ist oft sehr verschmust und braucht viel Zuwendung, ist also keineswegs ein Hund für Zwingerhaltung oder für einen ganztags abwesenden Hundeliebhaber, denn dieser Hund ist extrem rudelbezogen und möchte auch immer dabei sein. Er zeigt oft einen deutlichen Beschützerinstinkt und ist durchaus selbstbewusst, weshalb man ihm möglichst früh seine Stellung in der Familie klar machen sollte.

Verwendung:

Als Wachhund oder Kutschenhund findet man den Dalmatiner heute nicht mehr, sondern er ist in erster Linie ein beliebter Familienhund geworden, der mit seinem Charme, seiner Freundlichkeit und lange anhaltender Verspieltheit seine Familie bezaubert. Aufgrund seiner Attraktivität und Gelehrigkeit findet man ihn auch gelegentlich in Zirkusdressuren. Er ist der ideale Hund für eine sportliche Familie, die genügend Zeit hat, diesem Hund die erforderliche Bewegung zu verschaffen. Er ist für alle Hundesportarten zu begeistern und ein wunderbarer Begleiter für den Jogger, Radfahrer, Wanderer etc., eben für alles, was dazu beiträgt, seine Energie abzubauen, um aus ihm einen wundervollen Familienhund zu machen.

Dalmatiner


Pflege:

Das Haar des Dalmatiners ist durch seine Kürze relativ pflegeleicht, jedoch haart er fast ständig. Wer also nicht täglich gegen kleine, kurze, weiße Haare kämpfen kann oder will, sollte nicht unbedingt mit dieser Rasse liebäugeln.

Rassetypische Erkrankungen:

Dalmatiner sind mehr als andere Hunde von Harnsteinen betroffen. Diese Erkrankung   wird allgemein als Dalmatiner Syndrom oder Hyperurikosurie bezeichnet. Die betroffenen Tiere scheiden täglich die zehnfache Menge an Harnsäure mit dem Urin aus. Eine entsprechende purinarme Ernährung   wird empfohlen.
Ein weiteres großes Problem stellt die Taubheit dar. Eine deutsche Studie aus dem Jahre 2000 mit 1.899 Hunden ergab eine Taubheitsrate von 17,8 %, eine frühere amerikanische Studie kam sogar auf 29,7 %. Die häufigste Ursache war die sog. kongenitale, sensorineurale Taubheit, bei der bestimmte Sinneszellen im Innenohr absterben. Betroffene Tiere werden von den Verbänden von der Zucht ausgeschlossen, das Problem konnte jedoch bisher auch dadurch noch nicht behoben werden.
Die Lebenserwartung dieses eleganten Hundes liegt bei 10 – 13 Jahren.

Er wird bei dir sein, um dich zu trösten,
dich zu beschützen und, wenn nötig,
sein Leben für dich zu geben.
Er wird loyal zu dir sein,
in guten und in schlechten Zeiten.
Er ist ein Hund!
(Jerome K. Jerome)

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