Deutsch Drahthaar

Deutsch Drahthaar Wenn in den Fünfziger Jahren der Jäger im Kino „durch den Silberwald streifte“ und die Herzen der Kinobesucherinnen dahin schmolzen, so war es sicherlich nicht allein der Verdienst des guten Mannes, sondern sicherlich auch der seines treuen Begleiters, des Deutsch Drahthaar, der schon seit langer Zeit laut der jährlichen Statistik des Verbands für deutsches Hundewesen (VDH) an der dritten Stelle der Beliebtheitsskala für Rassehunde in Deutschland steht. Er zählt zu den von der FCI (Fédération Cynologique internationale –der Weltorganisation der Kynologie) anerkannten Hunderassen und wird dort unter dem FCI-Standard I-Gruppe 7, Sektion 1.1, Standard Nr. 98, Vorstehhunde) geführt.

Herkunft und Geschichte:

Stammväter des Deutsch Drahthaars waren Vorstehhunde, vor allem rauhaarige Exemplare von Pudelpointer, Griffon Korthals und Deutsch Stichelhaar, die es bereits seit einigen Jahrhunderten gab. Im Jahre 1882 gründete der Jagdkynologe und Schriftsteller Sigismund Freiherr von Zedlitz und Neukirch (Pseudonym Hegewald) den Reinzuchtverband Deutsch Drahthaar mit dem Ziel, einen robusten, wesensfesten und vielseitigen Vollgebrauchshund für die Jagd zu züchten, der nicht, wie bisher üblich, nur für einen Zweck eingesetzt werden konnte, sondern sowohl zu Wasser bei der Entenjagd als auch im Feld und Wald als Vorsteherhund, zur Stöberarbeit, zum Apportieren  , zur Wildverfolgung und Schweißarbeit, also praktisch für alle Aufgaben der Jagd außer der Baujagd, eingesetzt werden kann. Oberstes Ziel dieser neuen Züchtung war die Leistungsfähigkeit des Jagdhundes, ein Prinzip, das bis heute verfolgt wird. Noch heute trägt deshalb die jährliche Zuchtausleseprüfung des Verbands Deutsch Drahthaar, deren Grundstandards er Ende des 19. Jahrhunderts aufgestellt hatte, den Namen „Hegewald-Zuchtprüfung“ oder kurz „Hegewald“. Diese Züchtung mit den vielseitigen Einsatzmöglichkeiten dieses Jagdhundes erwies sich als voller Erfolg und machte den Deutsch Drahthaar innerhalb kurzer Zeit zu einem weltweit äußerst beliebten Jagdhund, der momentan der am weitesten verbreitete Jagdgebrauchshund Deutschlands ist mit 3.500 Welpen pro Jahr.

Beschreibung:

Deutsch Drahthaar Der Deutsch Drahthaar ist ein großer, muskulöser Jagdhund mit einer Widerristhöhe von 61 – 68 cm beim Rüden und 57 – 64 cm bei der Hündin und einem Gewicht von 27 – 32 kg. Seine Brust ist gut ausgeprägt mit kräftigen, gewölbten Rippen. Sein Rücken ist verhältnismäßig kurz mit breiten Hüften und kräftigen Lenden. Die hoch angesetzte, starke Rute verjüngt sich zur Spitze hin. Der Schädel ist flach mit leicht abgerundeten Seiten, deutlich ausbildeten Augenbrauen und erkennbaren Stop. Der Fang ist kräftig, lang und breit, die Lefzen nicht überhängig, mit kräftigem Kiefer und großen, kräftigen Zähnen. Die mittelgroßen Behänge (Ohren) sind hoch, breit und nicht gedreht. Der Bart sollte hart und kräftig sein, die Augen möglichst dunkel mit lebhaftem Ausdruck.  Der Hals ist mittellang und muskulös. Die Pfoten ovalrund mit widerstandsfähigen Ballen.

Das Fell des Deutsch Drahthaar ist, wie der Name schon sagt, drahthaarig, dicht, hart, eng anliegend und widerstandsfähig und ca. 2 bis 4 cm lang mit einer dichten und wasserabweisenden Unterwolle. Dieses Fell schützt das Tier nicht nur vor Verletzungen, wie Dornen und Unterholz, sondern ebenfalls vor Witterungseinflüssen. (Der Hund ist übrigens ein begeisterter Schwimmer). Zugelassene Fellfarben sind braun- oder schwarzschimmel mit oder ohne Platten und  braun und hellschimmel mit oder ohne weißen Brustfleck. Andere Farben sind laut dem geltenden Standard nicht erlaubt.

Deutsch Drahthaar

Charakter:

Der Deutsch Drahthaar ist ein ausgeglichener, freundlicher und pflegeleichter Hund. Er ist intelligent, lebhaft, wachsam und sportlich, was auch bedeutet, dass er, der ja als Jagdhund gezüchtet wurde und auch in diesem Bereich in den meisten Fällen eingesetzt wird, sehr viel Bewegung benötigt. Wird er in der Familie gehalten, wo er auch durchaus gute Dienste als Wach- oder treuer Familienhund leistet, muss darauf geachtet werden, dass er genügend Auslauf bekommt. Man muss sich also darüber im Klaren sein, dass dies ein Hund ist, der viel Zeit erfordert. Er ist auch ein idealer Begleiter beim Radfahren oder Joggen, braucht aber auch geistige Beschäftigung. Er hängt sehr an seiner Familie und ist kinderlieb, Fremden gegenüber jedoch eher reserviert. Aufgrund seines widerstandsfähigen Fells kann er auch draußen gehalten werden. Er sollte konsequent erzogen werden, am besten von einem erfahrenen Hundehalter.

Rassetypische Erkrankungen:

Obwohl der Deutsch Drahthaar nicht nur äußerlich, sondern auch gesundheitlich als sehr robust gilt, kommen auch bei ihm, wie bei allen Rassehunden, zwar selten, aber doch einige vererbbaren Krankheiten   vor. Dazu zählen:

  • Epilepsie  
  • Stoffwechselerkrankungen (OCD  )
  • Hüftgelenkdysplasie (HD  )
  • Blutgerinnungsstörungen (von Willeband-Krankheit   Typ II (VWD)
  • Entropium (eingerolltes Augenlid)

Die Lebenserwartung eines Deutsch Drahthaars spricht jedoch für sich und wird mit 12 – 14 Jahren angegeben.

„Dass mir mein Hund das Liebste sei, sagst du,
oh Mensch, sei Sünde,
mein Hund ist mir im Sturme treu,
der Mensch nicht mal im Winde.“
Franz von Assisi

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