Deutscher Boxer

Deutscher Boxer Den Preis für den besten Filmhund des Jahres gewann im Jahre 2010 bei den Filmfestspielen in Cannes der Deutsche Boxer „Boss“, der lt. Presse für "unzählige Handlungsmomente in Stephen Frears Komödie Tamara Drewe entscheidend gewesen ist“. Dies spricht für die Intelligenz und Gelehrsamkeit dieses schönen Hundes, der laut der jährlichen Statistik des Verbands für deutsches Hundewesen (VDH) an der siebten Stelle der Beliebtheitsskala für Rassehunde in Deutschland steht. Er zählt zu den von der FCI (Fédération Cyologique internationale –der Weltorganisation der Kynologie) anerkannten Hunderassen und wird dort unter der FCI-Gruppe 2 Sektion 2.1, Standard Nr. 144, Molosser und doggenartige Hunde, geführt.

Herkunft:

Als Vorfahren des Deutschen Boxers werden der Kleine und der Brabanter Bullenbeißer aufgeführt. Bullenbeißer waren sehr kräftige für das Bullenbeißen („Bullbaiting“) gezüchtete Hunde, deren Aufgabe es war, Bullen niederzuringen, ein damals in England sehr beliebter Wettsport. Als Jagd- und Hetzhunde eingesetzt, war es ihre Aufgabe, das aufgespürte Wild zu packen und festzuhalten, bis die Jäger eintrafen. Dafür benötigten sie ein breites Maul und breiten Zahnstand, um richtig zupacken zu können. Ende des 19. Jahrhunderts wurde dann diese Hunderasse immer seltener als Jagdhunde eingesetzt, da Schusswaffen sich verstärkt durchsetzten und Bären- und Sauhatzen immer seltener wurden. Sie waren noch Begleithunde der Viehhändler und Wagenhunde und verloren bald völlig an Bedeutung. Als Ende des 19. Jahrhunderts stammbuchmäßige Reinzuchten auch von Hunden modern wurden, begann, man, mit den wenigen noch verbliebenden Bullenbeißern unter Einkreuzung von Bulldoggen einen neuen Hund zu schaffen, den man in Anlehnung an den Münchner Begriff Bierboxer „Boxer“ oder „Deutscher Boxer“ nannte. 1896 wurde in München der erste Boxer-Klub gegründet und 1905 die ersten Standards aufgestellt, die noch viele möglichen Farben und auch Größen zuließen. 1920/25 wurden die Standards überarbeitet und die Farben Schwarz, Weiß und Gescheckt ausgeschlossen. Die Beliebtheit des Boxers stieg rasant an, und er wurde auch international anerkannt und ist inzwischen weltweit verbreitet. 1998 wird das Kopier-Verbot für Ohren erlassen, 1998 das für Ruten.

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Aussehen:

Deutscher Boxer Der Boxer oder Deutsche Boxer ist ein stämmiger, kräftiger Hund mit kurzem, harten und glatten Fell. Die Widerristhöhe eines Boxerrüden liegt bei 57 – 63cm, sein Gewicht bei über 30 kg. Die Hündin hat eine Schulterhöhe von 53 – 59 cm und ein Gewicht von ca. 25 kg. Er hat eine kräftige Muskulatur und einen quadratischen Körperbau. Der Kopf soll in gutem Verhältnis zum Körper stehen mit einem möglichst breiten Fang und einer dunklen Maske. Der Schädel ist schlank, kantig und leicht gewölbt. Ein deutlicher Absatz liegt zwischen Stirn und Nasenrücken. Die Nase selbst ist schwarz, breit und aufgestülpt, der Fang kräftig, die Fangzähne kräftig, lang und möglichst weit auseinander stehend, der Unterkiefer überragt den Oberkiefer, was bedeutet, dass der Boxer einen deutlichen Vorbiss hat, wobei die Lippen jedoch aufeinander liegen müssen. Die Oberlippe ist wulstig. Die dunklen Augen haben ebenfalls dunkle Lidränder und sollen weder zu groß noch zu klein sein, die Ohren sind naturbelassen und hoch seitlich am Oberkopf angesetzt mit einer Falte nach vorn fallend und bis zur Wange hängend. Hals und Rücken sollen kräftig sein, die Läufe sind kräftig und gerade. Die Haut ist faltenfrei, das Fell kurz, eng anliegend, hart und glänzend. Die Rute ist ebenfalls naturbelassen und hoch angesetzt. Die Fellfarbe ist gelb oder gestromt, wobei von hellgelb bis dunkelkirschrot alle Nuancen erlaubt sind. Bei gestromten Exemplaren müssen die dunkleren Streifen deutlich von der Grundfarbe zu unterscheiden sein. Ebenfalls zugelassen sind weiße Abzeichen, die bis zu einem Drittel der Körperoberfläche bedecken dürfen.

Deutscher Boxer - Welpen


Wesen:

Der Boxer ist ein ruhiger und ausgeglichener Hund, der jedoch durchaus selbstbewusst ist und dem man einen gewissen Eigensinn nachsagt.. Er soll nervenstark sein und ist für seine Wachsamkeit und seinen Mut bekannt. Er hängt sehr an seiner Familie, ist Fremden gegenüber jedoch zurückhaltend. Er ist fröhlich und kinderlieb und bis in hohe Alter verspielt, wird im Ernstfall jedoch seine Familie vehement verteidigen. Er ist sehr bewegungsfreudig und sollte nicht nur körperlich, sondern auch geistig ausreichend beschäftigt werden. Eine gute Sozialisierung   und konsequente Erziehung ist empfehlenswert. Boxer wollen Mitglied „ihrer Familie“ sein und sind nicht für Zwingerhaltung geeignet oder dafür, den ganzen Tag allein gelassen zu werden.

Verwendung:

Der Boxer wurde 1924 als Diensthund anerkannt und zu Kriegszeiten als Meldehund, Gepäckträger und als Wach- und Schutzhund eingesetzt. Er ist jedoch heutzutage in erster Linie ein Familienhund, jedoch findet man ihn auch als Behindertenbegleithund, Blindenführhund und Therapiehund. Er ist der ideale Begleiter für sportliche Menschen, und Hundesport, wie Agility und Flyball sind heißgeliebte Aktivitäten für ihn.

Rassespezifische Erkrankungen:

Wie alle größeren Hunde kann auch der Boxer eine genetische Disposition für Hüftgelenksdysplasie (HD  ) haben sowie für Spondylarthrosen (eine Arthrose   im Bereich der Wirbelsäule) und OCD   (Osteochondrosis dissecans  ), eine schmerzhafte Erkrankung   der Gelenke. Entsprechende Untersuchungen sind im Zuchtprogramm der Verbände vorgeschrieben. Boxer scheinen ebenfalls ein erhöhtes Risiko für gewisse Tumorerkrankungen, vor allem von Mastzelltumoren, zu haben.
Die Lebenserwartung dieses sportlichen Hundes beträgt ca. 10 bis 12 Jahre.

Du denkst, Hunde kommen nicht in den Himmel.
Ich sage dir, sie sind lange vor uns dort.
(Robert Louis Stevenson)

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