Deutscher Schäferhund

Deutscher Schäferhund PortraitBereits seit vielen Jahren steht der Deutsche Schäferhund, laut der jährlichen Statistik des Verbands für deutsches Hundewesen (VDH), an der ersten Stelle der Beliebtheitsskala für Rassehunde in Deutschland. Er zählt zu den von der FCI (Fédération Cyologique internationale –der Weltorganisation der Kynologie) anerkannten Hunderassen und wird dort unter dem FCI-Standard, Gruppe 1, Hütehunde und Treibhunde (ohne Schweizer Sennenhunde) geführt.

 Entwicklung der Rasse:

Stammväter des Deutschen Schäferhundes waren Hütehunde aus Deutschland, die die Herden und das Hab und Gut der Schäfer bewachten. Diese Hunde hatten noch keineswegs das Aussehen des heutigen Deutschen Schäferhundes, sondern waren eine bunt gemischte Gesellschaft aus Hunden mit Rauhhaar oder Langhaar, Schlapp-, Steh- oder Hängeohren, Ringelrute und allen möglichen Fellfarben. Erst Ende des 19. Jahrhunderts begann der königlich preußische Rittmeister und Hundezüchter Max von Stephanitz, der von diesen Hütehunden äußerst fasziniert war, mit der Reinzucht dieser Hunderasse. Er kaufte im Jahre 1898 einen dreijährigen Rüden, der als Horan von Grafratz der Stammvater aller Deutschen Schäferhunde wurde. Es wurden Rassestandards festgelegt, wie das hochgetragene, zugespitzte Ohr, die gestreckte Schnauze und die abwärts getragene, buschige Rute. Das Fell konnte langhaarig, glatthaarig oder rauhhaarig sein. Bei den Fellfarben des alten Standards waren die Farben Schwarz, Grau, Weiß und Rotgelb anerkannt, entweder einfarbig oder gemischt. Mit der Gründung des Vereins für Schäferhunde im Jahre 1899 begann der Siegeszug dieser als Gebrauchshunde   gezüchteten Tiere in Europa.

Junger Deutscher SchäferhundDurch die explosionsartig wachsende Nachfrage wurde dieser Hund nun überall massiv gezüchtet, auch von unseriösen Züchtern, die das schnelle Geld machen wollten und die Hunde nur noch nach dem Äußeren züchteten und nicht auf das Wesen achteten, sodass es zeitweise zu einer Verschlechterung des Bestandes kam. Im Jahre 1922 waren bereits 40.000 Hunde im Zuchtbuch eingetragen. Im gleichen Jahr wurde dann die Körung eingeführt, nach der die Hunde bezüglich ihres Wesens, ihrer Leistung und Anatomie beurteilt wurden und nur bei Erreichen der vorgeschriebenen Standards ins Zuchtbuch aufgenommen wurden, womit sich die Zucht allmählich wieder verbesserte. Inzwischen gehören der Weltunion der Schäferhundvereine viele Hundertausend Mitglieder in über 60 Ländern an, und allein in Deutschland gibt es z.Zt. ca. 250.000 eingetragene reinrassige Schäferhunde und 13.339 Welpen, die im Jahr 2011 beim VH registriert wurden. Diese Zahl ist allerdings rückläufig.

Beschreibung und Charakter:

Der Deutsche Schäferhund ist ein mittelgroßer Hund mit einer Widerristhöhe von 55 bis 65 cm und einem Gewicht von 30 bis 40 kg. Er ist kräftig und muskulös, ohne jedoch schwerfällig zu sein. Der Brustkorb ist gut gewölbt. Der keilförmige Kopf hat eine nur leicht gewölbte Stirn und eine gerade, schwarze Nase mit dunklen Lippen. Die Stehohren sollen größenmäßig zum Kopf passen und aufrecht und nach vorn gerichtet Aufmerksamkeit signalisieren. Die Augen sind dunkel und leicht schräg liegend. Die Pfoten sind kurz und rund. Die kräftigen Krallen und Ballen sind ebenfalls dunkel. Die Rute wird hängend getragen. Als Fellarten sind nach jetzt bestehenden Standards Stockhaar und seit 2008 auch wieder Langhaar erlaubt. Die weißhaarige Fellfarbe ist nicht mehr zugelassen. (Hier wurde inzwischen eine neue Hunderasse, die Weissen Schweizer Schäferhunde oder Berger Blanc Suisse als eigene FCI-Rasse anerkannt). Das Fell des Deutschen Schäferhundes ist anliegend mit dichter Unterwolle und wetterbeständig, etwas länger am Kragen, dem Hinterlauf und der Rute. Typischer Vertreter ist der braune oder gelbe Schäferhund mit schwarzem Sattel und schwarzen Abzeichen am Kopf. Aber auch der Schäferhund mit grauschwarzer Musterung befindet sich auf dem Vormarsch. Ebenfalls zugelassen sind einfarbig schwarze Hunde. Nicht zugelassen Farben sind weiß, braun-braun und blau.

Laufender Deutscher Schäferhund


Laut FCI-Standard soll der Deutsche Schäferhund „[…] vom Wesensbild her ausgeglichen, nervenfest, selbstsicher, absolut unbefangen und (außerhalb einer Reizlage) völlig gutartig sein, dazu aufmerksam und führig. Er muss Triebverhalten, Belastbarkeit und Selbstsicherheit besitzen, um als Begleit-, Wach-, Schutz-, Dienst- und Hütehund geeignet zu sein.“ Er ist ein intelligenter, kinderfreundlicher und lernwilliger Hund und zeichnet sich durch seinen Gehorsam und seine Treue gegenüber seinem Halter aus.  Er ist mutig, aber auch selbstbewusst und muss daher konsequent erzogen werden. All diese Eigenschaften machen ihn zu einem idealen Gebrauchshund, der vielfach eingesetzt wird als Dienst und Rettungshund bei Behörden und Militär, als Blindenhund, Lawinenhund, Drogenhund, Erdbebenhund, Wachhund, Polizeihund etc. und natürlich auch im privaten Bereich, wo er sich als Familienhund größter Beliebtheit erfreut. Er braucht jedoch geistige Beschäftigung und viel Bewegung. Er ist kein Hund für „Couch Potatoes“, sondern ist ein idealer Begleiter für sportliche oder naturverbundene Menschen, die sich gerne im Freien aufhalten. Agility ist ideal für ihn, aber er ist auch ein begeisterter Begleiter für Jogger oder Fahrradfahrer.

Rassetypische Erkrankungen:

Deutscher SchäferhundHüftdysplasie  : Dies ist die wohl bekannteste Anfälligkeit des Deutschen Schäferhundes. Es ist eine erblich bedingte Erkrankung  , die zu einer ungleichen Form von Oberschenkelform und Beckenpfanne führt und Grund für frühzeitige Arthrose   darstellt. Inzwischen wurde von den Verbänden der Hüftdysplasie-Zuchtwert eingeführt und nur Hunde, die einen bestimmten Wert nicht überschreiten, als Zuchthunde zugelassen.
Ellbogendysplasie (ED  ): Hier handelt es sich um eine  Miss- oder Fehlentwicklung im Bereich des Ellenbogens, wobei lt. Statistik inzwischen jedoch inzwischen 80 % der Hunde ED-frei sind.
Weitere Prädispositionen für Erkrankungen sind das Cauda equina Syndrom (CES), eine Einquetschung von Nervenbahnen durch Wirbelverknöcherung, sowie die Spondylose, die zu einer schmerzhaften Versteifung der Wirbelsäule führen kann.
Die Lebenserwartung eines Deutschen Schäferhundes liegt bei ca. 12 Jahren.

Der Deutsche Schäferhund ist ein wunderbarer, intelligenter, pflegeleichter Hund, der - gut erzogen und sozialisiert - seinem Halter treu ergeben ist und ihn sein ganzes Leben lang beschützen, dienen und lieben wird.

Ein Hund ist ein Herz auf vier Beinen.
Irisches Sprichwort

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