Deutsche Dogge

Deutsche Dogge - schwarzBei einer Größe von 2,02 m aufrecht stehend und einem Gewicht von 111 kg, was erwartet man da? Einen Baseball- oder Handballspieler, einen Schwergewichtsboxer? Nein, es ist die Deutsche Dogge Giant George aus Arizona, ein vierjähriger Rüde, der es auf stolze 1,09 m Schulterhöhe und 2,2 m Länge bringt und es damit 2010 ins Guiness Buch der Rekorde als „größter Hund der Welt“geschafft und inzwischen eine riesige Fangemeinde auf Facebook hat.

Bereits seit vielen Jahren steht die Deutsche Dogge laut der jährlichen Statistik des Verbands für deutsches Hundewesen (VDH) an der neunten Stelle der Beliebtheitsskala für Rassehunde in Deutschland und zählt zu den von der FCI (Fédération Cyologique internationale –der Weltorganisation der Kynologie) anerkannten Hunderassen und wird dort unter dem FCI-Standard, Gruppe 2, Sektion 2.1, Standard 235 (Molossoide, doggenartige Hunde) geführt. Im Bundesstaats Pennsylvania ist diese Rasse der offizielle „State Dog.

Herkunft:

Junger DoggenrüdeBereits auf Wand- und Höhlenmalereien von vor über 2.000 Jahren gibt es Abbildungen von doggenähnlichen, großen Hunden, jedoch ist ein Zusammenhang mit den jetzigen Deutschen Doggen, wie manchmal erwähnt, mehr als fragwürdig. Schon im Altertum wurden große Hunde gezüchtet, die als Kriegshunde und zur Jagd eingesetzt wurden und Molosser genannt wurden. Im Mittelalter wurden große Hunde zur Jagd von Bären, Wildschweinen und anderem Großwild eingesetzt, die Hatzrüden oder Saurüden und Bullenbeißer  genannt wurden. Aus diesen Hunden entwickelte sich nach und nach die Dogge, die dann unter verschiedenen Namen wie Dänische Dogge, Englische Dogge oder Ulmer Dogge, je nach Farbe und Größe des Hundes,, bekannt war. Die Hunde waren äußerst beliebt an den adeligen Höfen und wurden gut ausgebildet und gepflegt. Ende des 19. Jahrhunderts verlor das Jagdgeschehen immer mehr an Bedeutung und die Dogge wurde nach und nach immer mehr von Privatleuten gehalten. Im Jahre 1876 wurden dann alle diese Hunde unter dem Namen Deutsche Dogge zusammengefasst und 1880 die ersten Standards aufgestellt, womit die Reinzucht begann. Der „Deutsche Doggen-Club“ wurde 1888 gegründet und ist nach wie vor für die Einhaltung des FCI-Standards für die Deutsche Dogge zuständig.

Aussehen:

Deutsche DoggeDie Deutsche Dogge ist ein sehr großer, eleganter und kräftiger Hund. Die Widerristhöhe beim Rüden soll mindestens 80 cm betragen, die der Hündin nicht unter 72 cm liegen. Das Idealgewicht liegt bei mindestens 46 bis 54 kg, jedoch erreichen große Tiere durchaus ein bedeutend höheres Gewicht, siehe oben. Ihr langer Kopf soll schmal und ausdrucksvoll sein mit erkennbaren Augenbrauenbögen.. Der Nasenrücken ist möglichst breit mit eher breiter als runder, schwarzer Nase und einem deutlichen Stop. Der Fang ist rechteckig mit prägnanten, dunkel pigmentierten Lefzen. Der breite Kiefer hält ein Scherengebiss mit 42 Zähnen. Die Augen sind mittelgroß und meistens dunkel (bei schwarz-weißen Doggen sind auch hellere Augen erlaubt). Die Ohren der Dogge sind mittelgroß und hängend und vorne an den Backen anliegend. Der lange Hals ist muskulös, der Rücken kurz und straff und etwas abfallend, die Lenden kräftig und muskulös. Die Rute ist hoch angesetzt, verjüngt sich zum Ende hin und reicht bis zum Sprunggelenk. Der Brustkorb ist stark gewölbt mit breiter Brust und gut zurückreichenden Rippen. Die Läufe sind muskulös mit rundlichen Pfoten und kurzen, möglichst dunklen Krallen. Die Hinterläufe stehen parallel zu den Vorderläufen. Die Haut ist straff und pigmentiert, das Haarkleid ist sehr kurz, glatt und dicht. Die Deutsche Dogge wird lt. Standard in den Farben Blau, Gelb und Gestromt, Schwarzweiß-Gefleckt und Schwarz gezüchtet: Das Gelb kann von einem Hellgoldgelb bis Goldgelb reichen mit möglichst schwarzer Maske. Bei der gestromten Variante ist die Grundfarbe ebenfalls Hell- bis Goldgelb mit gleichmäßigen in Rippenrichtung verlaufenden Streifen und schwarzer Maske. Die sogenannten „Tigerdoggen“, also Schwarz-Weiß gefleckte Doggen, haben eine weiße Grundfarbe und gleichmäßige schwarze Flecken. Die schwarzen Doggen dürfen kleine weiße Abzeichen haben. Bei der blauen Varietät darf das stahlblaue Fell weiße Abzeichen an Brust und Pfoten haben.

Wesen:

Deutsche Dogge mit KindDie Deutsche Dogge wird als gutmütig, freundlich und intelligent beschrieben. Lt. Standard soll sie ein mutiger, leicht führiger und gelehriger Familien- und Begleithund sein ohne Aggressivität und mit einer hohen Reizschwelle. Sie ist ein sanfter, treuer und anhänglicher Hund, der sehr an der Familie hängt, vor allem auch an Kindern und auch mit anderen Tieren sehr tolerant ist. Fremden gegenüber ist sie jedoch reservierter. Sie ist sehr sensibel, und man sagt ihr auch eine gewisse Sturheit nach. Sie sollten bereits von Anfang an konsequent und liebevoll erzogen werden, denn ein so großer Hund muss unbedingt kontrollierbar sein. Sie spielt gern und benötigt entsprechenden Auslauf.

Pflege:

Bei der Aufzucht einer Dogge muss ganz besonders auf die körperliche Belastung und auf die Futtermenge des heranwachsenden Hundes geachtet werden, um Knochenfehlbildungen zu vermeiden. Ihr Tierarzt   berät Sie gern. Zuviel Treppensteigen sollte, vor allem beim Junghund , aber auch beim Erwachsenen vermieden werden.. Das Fell ist pflegeleicht, aber Ohren und Augen sollten regelmäßig geprüft werden. Nach der Fütterung soll die Dogge unbedingt ruhig gehalten werden, da gerade bei dieser Rasse die Gefahr der Magendrehung groß ist. Sie sollte weich liegen, eine einfache Hundedecke reicht ihr nicht, denn bei diesem schweren Hund ist eine weiche Liegefläche wichtig, um Druckstellen zu vermeiden.

Deutsche Doggen Welpen


Verwendung:

Die Deutsche Dogge ist ein Begleit-, Wach- und Schutzhund und hat vor allem inzwischen ein Familienhund. In ihrem ursprünglichen Bereich als Jagdhund wird sie so gut wie gar nicht mehr eingesetzt. Als Wachhund ist sie durch ihr Misstrauen Fremden gegenüber bestens geeignet, außerdem natürlich schon durch ihre Größe und ihr  imposantes Auftreten. Und als Familienhund ist sie aufgrund ihres Charakters weltweit beliebt.
Sie ist kein Hund für Zwingerhaltung, da einmal ihr Fell nicht für eine Außenhaltung geeignet ist, sie vor allem aber unbedingt den Kontakt zu ihrer Familie braucht. Dieser große Hund braucht Platz, um sich bewegen zu können, ist also nicht unbedingt passend für eine kleine Wohnung, in der er sich nicht drehen kann. Außerdem sollte man daran denken, dass eine so große Rasse auch einen großen Appetit hat und die Unterhaltskosten für eine Dogge deutlich über denen eines „normal großen“ Hundes liegen.

Rassespezifische Erkrankungen:

Leider wurden Doggen immer größer gezüchtet, sodass ihre Lebenserwartung auch immer weiter sinkt. Wie bei fast allen großen Hunden spielt bei den Krankheitsanfälligkeiten auch die Hüftgelenksdysplasie   eine Rolle, aber Doggen sind auch anfällig für dilatative Cardiomyopatie (DCM – eine Herzmuskelerkrankung), Magendrehung, Knochenkrebs, Augen- und Hautprobleme.
Die Lebenserwartung dieses eleganten Hundes liegt bei ca. 10 Jahren.

Freude an einem Hund haben Sie erst, wenn Sie nicht versuchen, aus ihm einen halben Mensch zu machen. Ziehen Sie statt dessen doch einmal die Möglichkeit in Betracht,
selbst zu einem halben Hund zu werden.
Edward Hoagland


 

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