English Cocker Spaniel

English Cocker Spaniel Der Hund ist in der Kunst, vor allem in der Malerei, schon immer ein beliebtes Thema gewesen. Wie sehr über Jahrhunderte hinweg sich berühmte und auch weniger bekannte Künstler speziell mit diesem Hund beschäftigt haben, zeigte die Ausstellung Cocker Spaniel in der Ursula-Blickle-Stiftung in Kraichtal aus dem Jahr 2009, die danach dann auch in der Kunsthalle in Kiel zu sehen war. Dies zeigt, welche Bedeutung dieser kleine fröhliche Hund schon seit sehr langer Zeit für die Menschen hatte und bis heute immer noch hat.

Bereits seit vielen Jahren steht der English Cocker Spaniel oder kurz Cocker Spaniel  laut der jährlichen Statistik des Verbands für deutsches Hundewesen (VDH) an der zehnten Stelle der Beliebtheitsskala für Rassehunde in Deutschland und zählt zu den von der FCI (Fédération Cynologique internationale –der Weltorganisation der Kynologie) anerkannten Hunderassen und wird dort unter dem FCI-Standard, Gruppe 8, Sektion 2., Standard 55 (Stöberhunde) geführt.

Herkunft:

Spaniel ist das altfranzösische Wort für Spanisch, weshalb vielerorts die Meinung vertreten wird, dass die Vorfahren dieser beliebten Hunderasse aus Spanien stammen, wo sie als Vogelhunde eingesetzt wurden. Bereits im 16. Jahrhundert wird aus England, der Heimat des heutigen English Cocker Spaniels, von Hunden berichtet, die jedoch noch nach der Art ihres Einsatzes als Falkenhunde, Fasanenhunde oder Rebhuhnhunde benannt wurden und nur vom gemeinen Volk als Spaniels bezeichnet wurden.  Erst um ca. 1800 wurden die verschiedenen Spaniel genannten Hunde näher hinsichtlich ihrer Größe unterteilt und man sprach vom Springing Spaniel und dem Cocking Spaniel, was sich auf die verschiedenen Arten des Jagens bezog. Der etwas kleinere Cocking Spaniel wurde für die Jagd auf Woodcocks, den Waldschnepfen, verwendet, was zu seinem Namen führte. Eine wirkliche Rassehundezucht begann erst 1873 mit der Gründung des Kennel Clubs in England, als die ersten Standards festgelegt wurden und mit der Anerkennung von drei verschiedenen Spaniel-Arten, dem Springer Spaniel, Cocker Spaniel und Field Spaniel. Der Siegeszug des English Cockers in Europa begann nach dem 2. Weltkrieg, als er mit einem Mal der zweitbeliebteste Hund nach dem Schäferhund war und in England 20 Jahre lang die Nummer eins. Seither ist seine Beliebtheit leider gesunken und seine Verwendung als Jagdhund ist fast völlig zurückgegangen. Im Jahre 1998 meldete der VDH noch 2.212 Welpengeburten, während es 2011 nur noch 1.226 waren.

Aussehen:

English Cocker Spaniel Der Cocker Spaniel ist ein mittelgroßer Hund mit kompaktem Körperbau. Die Widerristhöhe des Rüden beträgt 39 – 41 cm, die der Hündin 38 – 39 cm bei einem Gewicht von12,5 – 14,5 kg. Sein Kopf ist gut entwickelt mit einem kräftigen, quadratischen Kiefer und einem vollständigen Scherengebiss. Seine großen Augen sind dunkelbraun mit straffen Lidrändern, die Ohren sind hängend, in Augenhöhe angesetzt und mit seidigem Haar überzogen. Die Nase soll farblich zum Fell passen und ist verhältnismäßig groß. Er hat einen geraden Rücken, leicht geneigt vom Lendenende zum Rutenansatz. Die Lenden sind kurz und breit, der Brustkorb ist gut entwickelt mit tiefreichendem Brustbein und gut gewölbten Rippen. Die Rute setzt unterhalb der Rückenlinie an und muss gerade getragen werden. Sie wurde früher kupiert, was aber seit 1998 verboten ist. Die Vorderbeine sind gerade, die Hinterbeine muskulös, die Pfoten des Cocker ziemlich groß und fest und dicht behaart und mit kräftigen Ballen. Er hat dickes, eng anliegendes weiches, seidiges Fell, das an Brust, Bauch, am Schwanz und den Ohren etwas länger ist. Es darf weder wellig noch drahtig sein. Er kommt in den unterschiedlichsten Farben vor von schwarz und schwarz mit lohfarbenen Abzeichen, rot und braun sowie braun mit lohfarbenem Abzeichen, auch mehrfarbig, und alle drei Farben auch als „Schimmel“ und seit Kurzem auch zobelfarbig.

Wesen:

Der Cocker Spaniel ist ein lebhafter, intelligenter und verspielter Hund. Er ist anhänglich und temperamentvoll, aber auch sensibel und schließt sich vorzugsweise einem „Rudelführer“ an, toleriert jedoch auch andere Personen. Er ist selbstbewusst und da viele Cocker auch durchaus jagdfreudig sind, sollte man bereits von Anfang an durch eine liebevolle, aber konsequente Erziehung versuchen, diese Eigenschaft zu kontrollieren. Er hat einen starken Beschützerinstinkt, möchte unbedingt am Familienleben teilnehmen und sollte nicht den ganzen Tag allein gelassen werden. Er ist sehr bewegungsfreudig und kein Hund für Stubenhocker. Er braucht außer viel Auslauf auch unbedingt sinnvolle Beschäftigung. Seine Leidenschaft für Wasser ist groß. Da viele Cocker Spaniel auch einen großen Appetit haben, ist viel Bewegung umso sinnvoller, um Übergewicht   zu vermeiden. Aber ihre hervorstechende Eigenschaft ist ihre umwerfende Fröhlichkeit, die sie durch ein ständiges lebhaftes Rutenspiel unter Beweis stellen.

Pflege:

English Cocker Spaniel

Der Cocker sollte täglich gebürstet werden, damit das Fell, vor allem an den Behängen, nicht verfilzt. Außerdem wird empfohlen, ihn ca. viermal im Jahr zu trimmen oder trimmen zu lassen.  Auch seine Ohren sollte man wöchentlich kontrollieren und reinigen, da der Cocker anfällig für Ohrenentzündungen ist.

Verwendung:

Nur noch ca. 5 % der Cocker werden in ihrer ursprünglichen Eigenschaft als Jagdhund eingesetzt. Ansonsten ist der Cocker in erster Linie ein Familienhund, wurde aber aufgrund seines ausgezeichneten Geruchssinn auch schon als Rauschgiftsuchhund bei Polizei und Zollbehörden eingesetzt.

Rassespezifische Erkrankungen:

Der Cocker Spaniel leidet verstärkt unter dem Kongenitalem Vestibularsyndrom, einer Erkrankung   des Innenohrs, die zu Gleichgewichtsstörungen und evtl. zur Taubheit führen kann. Die Lefzendermatitis ist eine weitere Anfälligkeit sowie die progressive Netzhautatrophie und die Familial Nephoropathy (FN), eine schwerwiegende Nierenerkrankung.
In der Vergangenheit wurde häufig über die sogenannte Cockerwut berichtet, eine vererbbare Anfälligkeit, die sich in unkontrollierbaren, epilepsieähnlichen Aggressionsanfällen äußert und die bisher noch nicht geheilt werden kann.
Die Lebenserwartung dieses quirligen Hundes liegt bei ca. 12 bis 14 Jahren.

Mit einem kurzen Schweifwedeln kann ein Hund mehr Gefühle ausdrücken
als ein Mensch mit stundenlangem Gerede.
(Louis Armstrong)

 

 

 

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