Französische Bulldogge

Französiche BulldoggeUnter dem Namen „Bouledogue français“,“Französische Bulldogge“ oder liebevoll „Bully“ findet man in der Literatur diesen kleinen Hund mit dem eckigen Kopf und den großen Fledermausohren, die er stolz und aufrecht durch die Gegend trägt.

Bereits seit vielen Jahren steht die Französische Bulldogge laut der jährlichen Statistik des Verbands für deutsches Hundewesen (VDH) in den Top 100 der Beliebtheitsskala für Rassehunde in Deutschland, wo sie momentan den 61. Platz einnimmt. Sie zählt zu den von der FCI (Fédération Cynologique internationale –der Weltorganisation der Kynologie) anerkannten französischen Hunderassen und wird dort unter dem FCI-Standard, Nr. 101, Gruppe 9, Gesellschafts- und Begleithunde, Sektion 11: Kleine doggenartige Hunde geführt.

Herkunft:

Die Geschichte der französischen Bulldogge und ihrer Reinzucht ist weitestgehend identisch mit der der Englischen Bulldogge, von der sie abstammt. Die Bezeichnung „Boldogge“ findet man in der Literatur seit dem Jahre 1500. Davor hießen die kurznasigen Hunde „Alan“ oder „Alouentz“ und ab dem 17. Jahrhundert dann „Bulldoggen“. Hierunter verstand man massige, schwere Hunde, die zum „Bullbaiting“, einer Art Tierkampf, bei der Kampfhunde auf Stiere gehetzt wurden, eingesetzt wurden. Nachdem im Jahre 1802 das englische Parlament das Bullenbeißen verbot, traten an deren Stelle Hundekämpfe, die nicht weniger grausam waren. Dazu brauchte man jedoch kleinere, wendigere Hunde, und man versuchte, dies durch Kreuzen von Bulldoggen mit Terriern zu erreichen. 1858 wurden auch die Hundekämpfe verboten, wodurch sich das Zuchtziel wieder änderte. Gefragt waren jetzt keine aggressiven Hunde mehr, sondern kleinere, umgängliche Hunde, die hauptsächlich in den Wohnungen von Arbeitern und Handwerkern gehalten wurden. So entstand nach und nach eine Miniaturausgabe der Bulldogge, die als Toy Bulldogge bekannt wurde. Er war ein Hund der einfachen Leute, die als Weber und Spitzenklöppler ihr Dasein fristeten und sich mit der Zucht von Hunden etwas dazu verdienten. Ende des 19. Jahrhunderts ließen sich dann englische Spitzenklöppler auch in Frankreich nieder und brachten ihre Toy Bulldoggen mit, mit denen sie nach Gutdünken ohne irgendwelche Rassestandards weiterzüchteten, unter Einkreuzung von Terriern und Möpsen. In dieser Zeit gelang es auch, das aufrecht stehende Ohr erblich zu fixieren. Der erste Verein der „Terrier-Boules“ wurde 1880 in Frankreich gegründet und 1885 das erste Zuchtbuch eröffnet. Die Anerkennung als französische Rasse erfolgte erst im Jahre 1898 durch die Société Canine Centrale, aber erst, als der englische König Eduard VII sich für diese Hunde interessierte, wurde die „Bouledogue Francais“, die bisher als ein Hund der Unterklasse galt, auch salonfähig. Ende des 19. Jahrhunderts war sie auch in die USA gelangt, wo sich die Hunde mit den Fledermausohren bald großer Beliebtheit erfreuten und sehr teuer gehandelt wurden. Auch in Deutschland und Österreich fanden sich bald Anhänger für die „Bullies“. Der 2. Weltkrieg führte dann zu einem starken Rückgang der Eintragungen, jedoch erholte sich die Zucht danach wieder.
In der Welpenstatistik des VDH wurden im Jahre 2012  312 Französische Bulldoggen eingetragen.

Französiche Bulldogge


Aussehen:

Die Französische Bulldogge ist ein kleiner, muskulöser, kurzer und gedrungen wirkender Hund mit einem Gewicht von 8 – 14 kg und einer Widerristhöhe von 35 cm. Sie hat einen kräftigen, breiten und quadratischen Kopf mit eingezogenem Oberkiefer- und Nasenbereich. Der Schädel ist breit und flach, die Stirn gewölbt, die Augenbrauenbogen stehen vor, der Stop ist stark ausgeprägt. Ihr Nasenspiegel ist breit und kurz. Die schwarzen, dicken Lefzen müssen Zähne und Zunge völlig bedecken.  Die Kiefer sind kräftig, breit und quadratisch, wobei der Unterkiefer über den Oberkiefer hinausragt, d. h. der Hund hat einen Vorbiss. Die Augen sind dunkel, rund und groß und leicht hervorstehend mit schwarzen Lidrändern. Die Ohren des Bullys sind unverkennbar. Sie sind hoch angesetzt und werden aufrecht getragen, sind groß mit breitem Ansatz und an der Spitze abgerundet mit nach vorn geöffneter Ohrmuschel. Sein kurzer Hals ist leicht gebogen, der Rücken breit und muskulös, die Brust sehr tief mit stark abgerundeten Rippen. Die Rute ist kurz und breit und verjüngt sich zur Spitze hin. Die Vorderläufe sind gerade, die hinteren Gliedmaßen etwas höher als die Vorderen. Die Hinterhand darf von Geburt   an keine Afterkralle aufweisen. Seine Pfoten sind klein und rund mit kompakten Zehen, dicken, schwarzen Ballen und kurzen, dicken Krallen. Das Haar der Französischen Bulldogge ist dicht, weich und glänzend mit folgenden vom FCI zugelassenen Farben: Falbfarben (fauve), gestromt oder ungestromt mit begrenzter, mittlerer oder überwiegender Scheckung. Bei der Falbfarbe werden alle Abstufungen zugelassen, Ganz weiße Hunde werden der Farbe „Gestromtes Fauve mit überhandnehmender weißer Scheckung“ zugeordnet. . Andere Verbände lassen auch andere Haarfarben zu.

Wesen:

Die Französische Bulldogge ist ein ausgeglichener, freundlicher und fröhlicher Hund, der sehr kinderlieb ist. Sie ist mutig und beschützend, ohne aggressiv zu sein und zeigt manchmal durchaus den Dickkopf einer Bulldogge, worauf bei der Erziehung von vornherein geachtet werden sollte. Sie ist sehr familienbezogen und verschmust und nicht nur ein Hund für die jüngere Familie, sondern auch ein Hund für ältere Personen, da sie nicht nur verspielt, sondern auch sensibel und genügsam ist. Sie ist aufgrund ihres empfindlichen Fells nicht für Außenhaltung geeignet, sondern ist ein idealer Wohnungshund, der natürlich seine täglichen, regelmäßigen Spaziergänge braucht, jedoch nicht stundenlang laufen muss. Am Fahrrad zu laufen, sollte man diesem kleinen Hund nicht zumuten, denn aufgrund seines Körperbaus, des flachen Gesichtes und der damit möglichen beeinträchtigten Atmung kann er die Körpertemperatur nicht optimal regulieren wie andere Hunde, weshalb er leichter überhitzen kann. Im Sommer sollte man ihn deshalb nicht zu lange der Hitze aussetzen und im Winter darauf achten, dass er nicht auskühlt, da das feine Haar nicht ausreichend wärmt.

Rassespezifische Erkrankungen:

Die Französische Bulldogge gilt zwar als eine verhältnismäßig robuste Rasse, jedoch sind einige genetisch bedingte Erkrankungen oder Dispositionen für Erkrankungen bei dieser Rasse bekannt, wie z. B.:

  • Brachyzephalie (Kurzköpfigkeit), was zu massiven Problemen der oberen Atemwege führen kann.
  • Von Willebrand Disease, eine Störung der Blutgerinnung;
  • Schilddrüsenerkrankungen und damit in Zusammenhang stehende Hauptprobleme;
  • Augenprobleme, wie umgestülptes drittes Augenlid, Glaukome, Hornhautgeschwüre, Katarakte sowie Nickhautdrüsenentzündungen;
  • Achondroplasie, eine Genmutation, die zu Rücken- und Wirbelsäulenerkrankungen führen kann;
  • Megaösophagus, erweiterte Speiseröhre.

Etliche Französische Bulldoggen können ihre Jungen nur noch per Kaiserschnitt zur Welt bringen, da einige Züchter dazu neigen, Hunde mit immer größeren Köpfen zu züchten. Befragen Sie vor dem Kauf den Züchter nach den Elterntieren.
Die Lebenserwartung dieses charmanten Hundes liegt bei ca. 12 Jahren.

Ich sprech mit ihm, wenn ich einsam bin,
und ich weiß genau, er versteht mich.
Wenn er mich aufmerksam anschaut und sanft meine Hände leckt:
An meinem besten Anzug reibt er seine Schnauze-
aber ich sag keinen Ton:
Weiß Gott! Ich kann mir neue Kleidung kaufen,
aber keinen Freund wie ihn!
(W. Daayton Wedegefarth)


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