Hovawart

Hovawart Der Name Hovawart stammt aus dem Mittelhochdeutschen und kommt von Hova = Haus und Wart = Wächter, d.h. dieser Hund ist ein Haus- oder Hofwächter, was bedeutet, dass er seinen Namen - wie früher viele andere Hunde auch - nach der Art seines Einsatzes erhalten hat.

Bereits seit vielen Jahren steht der Hovawart, laut der jährlichen Statistik des Verbands für deutsches Hundewesen (VDH), an der 13. Stelle der Beliebtheitsskala für Rassehunde in Deutschland. Er zählt zu den von der FCI (Fédération Cynologique internationale –der Weltorganisation der Kynologie) anerkannten Hunderassen und wird dort unter der FCI-Gruppe 2, Sektion 2.21, Standard Nr. 190, Molossoide, Berghunde geführt.

Herkunft:

Vorfahren des Hovawarts waren die unterschiedlichsten kräftigen deutschen Bauernhunde des Mittelalters, die zur Bewachung der Höfe eingesetzt wurden und aussehensmäßig wenig mit dem heutigen Hovawart zu tun hatten. Alle diese Wachhunde wurden damals Hovawart genannt, egal welche Rasseanteile in ihnen vereinigt waren. Anfang des 20. Jahrhunderts trafen Züchter auf der Suche nach selbstständig arbeitenden Schutzhunden auf den Bauernhöfen immer häufiger auf einen starken, meist lang- oder zottelhaarigen Hundetyp, der äußerlich schon eine deutliche Ähnlichkeit mit dem heutigen Hovawart hatte. Sie begannen, mit diesen Hunden ihre Ideen zu verwirklichen, den alten Typus des mittelalterlichen Bauernhundes wieder aufleben zu lassen, um einen intelligenten, wachsamen und widerstandsfähigen, mutigen Leistungshund zu schaffen. Um ihren Vorstellungen näherzukommen, wurden diverse andere Hunde eingekreuzt, so unter anderem der Deutsche Schäferhund, der Leonberger, Neufundländer und Kuvasz, um Schutzhunde mit Hängeohren und langem Fell zu erhalten. Die Reinzucht begann, und die Standards wurden festgelegt. Im Jahre 1937 wurde der Hovawart als eigene Rasse anerkannt und im Jahre 1964 auch als Dienstgebrauchshundrasse.
Im Jahre 2011 wurden 1.152 Hovawart-Welpen beim VDH registriert.

Aussehen:

Hovawart Der Hovawart ist ein mittelgroßer, kräftiger Hund mit langem, leicht gewellten Haarkleid. Die Widerristhöhe eines ausgewachsenen Rüden beträgt 63 – 70 cm bei einem Gewicht von ca. 40 kg, die Schulterhöhe der Hündin liegt bei 58 – 65 cm und einem Gewicht von ca. 30 kg, d.h. die Hündin ist deutlich leichter als der Rüde und wird, wenn sie auch noch helles Haarkleid hat, oft mit einem Golden Retriever verwechselt. Der Hovawart hat einen kräftigen Schädel mit breiter, gewölbter Stirn und einem deutlichen Stop. Der Fang ist kräftig mit gut anliegenden Lefzen und einem starken Scherengebiss. Der Nasenrücken ist gerade, die Augen oval und dunkelbraun bis mittelbraun. Die Ohren sind dreieckig und hoch und weit auseinanderliegend angesetzt mit leicht abgerundeter Spitze. Sein Rücken ist gerade mit kräftigen Lenden und tiefer, breiter Brust, die Läufe kräftig und gerade, die Hinterhand gut angewinkelt. Seine Pfoten sind kräftig und rundlich. Seine Rute ist buschig. Sein Fell ist lang und wellig ohne viel Unterwolle, etwas länger an Bauch, Brust, Rückseite der Oberschenkel und an den Vorderläufen. Anerkannt sind laut Standard die drei Farbschläge Blond, Schwarz und Schwarzmarken. Blond bedeutet eine mittelblonde Farbe, die zu den Läufen und Bauch hin etwas heller wird. Lider, Ballen und Lefzen sind schwarz. Schwarze Hovawarts haben ebenfalls schwarze Pigmentierung an den Lidern, Ballen und Lefzen, ebenso wie die Schwarzmarken-Variante dieses Hundes, bei dem das Fell ebenfalls schwarz ist, jedoch mit einigen Markenzeichnungen in Mittelbond um die Lefzen, Augen, Brust und den Läufen.

Wesen:

Der Hovawart ist ein intelligenter, nervenstarker Hund mit einer hohen Reizschwelle und angeborener Wachsamkeit, der durchaus seinen eigenen Kopf hat. Es ist deshalb zwingend notwendig, ihn vom Welpenalter an konsequent aber liebevoll zu erziehen und zu sozialisieren, damit er seine Rangfolge in „seinem Rudel“ klar erkennt. Er ist ein Energiebündel, aber auch anhänglich und sensibel und äußert lernbegierig und hängt sehr an seiner Familie. Er will immer dabei sein und ist nicht für Zwingerhaltung geeignet. Viel Bewegung ist für ihn ein Muss, um ausgeglichen zu sein und seine Energie nicht anderweitig austoben zu müssen. Der Hovawart ist ein sogenannter „Spätentwickler“, d. h. seine Wesensentwicklung wird erst ab drei Jahren als abgeschlossen angesehen. Im Hinblick auf seine Größe und sein Wesen ist er nicht unbedingt ein Hund für Hundeanfänger, sondern sollte in die Hand eines erfahrenen Hundebesitzers kommen.

Hovawart


Verwendung:

Der Hovawart erfüllt aufgrund seiner Intelligenz und Wachsamkeit diverse Aufgaben in den unterschiedlichsten Bereichen. Er wird z.B. in den USA als Rettungshund eingesetzt und leistet dort ausgezeichnete Spürarbeit, ist als Dienst-, Schutz- und Wachhund nach wie vor sehr geschätzt und natürlich als Familienhund, wo er dankbar ist für viele Arten von sportlicher Betätigung, sei es in einigen Hundesportarten oder als Begleithund für Jogger oder Reiter. Er ist also kein Hund für Stubenhocker, sondern ein wunderbarer Begleiter für aktive Menschen.

Rassespezifische Erkrankungen:

Der Hovawart ist gesundheitlich ein sehr robuster und widerstandsfähiger Hund, der aufgrund sorgfältiger Zuchtauslese nur wenig anfällig für schwere Hüftgelenksdysplasie   ist, unter der normalerweise viele große Hunde leiden. Nur etwa 2% aller aus VDH-Zuchten stammenden Hunde sollen unter dieser Erkrankung   leiden. Weiterhin eventuell auftretende bekannte Erkrankungen beim Hovawart sind Schilddrüsenunterfunktion und Katarakt (grauer Star).
Die Lebenserwartung dieses wunderschönen Hundes beträgt ca. 12 Jahre.

Man kann in die Tiere nichts hinein prügeln,
aber man kann manches aus ihnen heraus streicheln.
Astrid Lindgren

 

 

 

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