Langhaar Collie

Der berühmteste Hund der Welt war der Langhaar Collie Lassie, der als Film- und Fernsehserienhund bereits im Jahr 1934 mit seinen Abenteuern ein Millionenpublikum begeisterte und seitdem bereits mehrere Male in Neuverfilmungen zu sehen war, in denen er sein Herrchen bzw. Frauchen dank seiner Intelligenz aus unglaublichen Gefahren rettete. Dafür erhielt er sogar in Hollywood einen Stern auf dem „Walk of Fame“. Ein wahrer „Collie-Boom“ setzte damals ein, und nach wie vor steht der Collie lt der jährlichen Statistik des Verbandes für deutsches Hundewesen (VDH), an der 12. Stelle der Beliebtheitsskala für Rassehunde in Deutschland. Er zählt zu den von der FCI (Fédération Cynologique internationale –der Weltorganisation der Kynologie) anerkannten Hunderassen und wird dort unter der FCI- Standard 156, Gruppe 1, Hütehunde und Treibhunde (ohne Schweizer Sennenhunde), , Sektion 1 Schäferhunde, geführt.

Spricht man vom Collie, so ist damit im Allgemeinen der Langhaar Collie gemeint, der im Nachhinein hier beschrieben wird. Außerdem gibt es noch den Kurzhaarcollie, den Bearded Collie und den Border Collie).

Langhaar Collie


Herkunft:

Es wird angenommen, dass sich der Collie aus einheimischen Schäfer- bzw. Hütehunden Schottlands entwickelt hat, die sich mit Hunden, die die Römer mitgebracht hatten, vermischt haben. Diese Hunde hüteten und bewachten die in den schottischen Hochmooren heimischen Schafe, die sogenannten „Colleys“, die schwarze Köpfe und Beine hatten, und wurden deshalb auch „Colley Dogs“ genannt, was später zu „Collie“ wurde. Diese Hunde wurden noch nicht nach Aussehen, sondern nach ihren Fähigkeiten gezüchtet und mussten intelligent sein und selbstständig arbeiten können, nicht wildern und sehr genügsam sein. Mitte des 19. Jahrhunderts lernte die englische Königin Victoria auf einem ihrer Besuche in Schottland diesen Hund kennen und lieben und verschenkte viele Exemplare dieser Rasse an verschiedene Fürstenhäuser in Europa, was diesen Hund international bekannt machte. Der erste Collie-Club wurde 1840 in England gegründet; die Anerkennung der Rasse fand im Jahre1858 statt. Die ersten Rassestandards wurden 1881 festgelegt und die Reinzucht begann. Durch Einkreuzung von Settern und Barsois veränderte sich das vorher noch etwas grobere Aussehen des Collies bis hin zu seiner heutigen eleganten Form. Ende des 19. Jahrhunderts gelangte diese Hunderasse auch nach Amerika und Australien, wo sie sich ebenfalls großer Beliebtheit erfreut. Der Collie wird jetzt in zwei Arten gezüchtet, und zwar nach englischen und amerikanischen Standards, wobei die amerikanischen Collies deutlich größer und schwerer sind als die nach englischem Standard gezüchteten Hunde.
Im Jahre 2011 wurden lt. VDH-Statistik 1.210 Collie-Welpen in Deutschland registriert.

Aussehen:

Langhaar Collie Der Collie ist ein großer, eleganter, geschmeidiger Hund. Die Widerristhöhe eines Rüden beträgt 55 – 61 cm, die der Hündin liegt zwischen 51 und 56 cm. Das Gewicht wird mit 25 – 30 kg angegeben. Charakteristisch für ihn ist sein schmaler Kopf, der von vorne betrachtet einen Keil bilden soll mit flachem Schädel, der sich an den Seiten verjüngt. Der Fang ist abgerundet, der Kiefer kräftig mit einem regelmäßigen Scherengebiss. Die Augen sind mittelgroß, mandelförmig, leicht schräg gesetzt und meistens dunkelbraun mit Ausnahme des Farbschlags blue-merle. Hier sind die Augen oft blau oder blau gefleckt, manchmal auch nur ein Auge. Die Ohren sind klein und meistens zurückgelegt, werden jedoch bei Aufmerksamkeit nach vorne und zu 2/3 aufgestellt. Der Körper ist etwas länger als die Schulterhöhe, der Hals kraftvoll und gut gewölbt, der Rücken ist fest, die Rippen gut gewölbt mit tiefer Brust. Die Beine sind muskulös und sehnig, die Pfoten oval mit gut gepolsterten Sohlen. Die Rute ist lang und wird in Ruhe tief mit leicht angehobener Spitze getragen. Seine Gangart ist charakteristisch für diese Rasse mit fließenden Bewegungen und raumgreifenden Schritten, die immer leicht und mühelos aussehen sollen.

Der Collie hat ein sehr dichtes Haarkleid mit glattem Deckhaar und weicher, dichter Unterwolle, die ihn vor allen Wettereinflüssen schützt. Mähne, Halskrause und Rute haben sehr üppiges Fell, Gesicht und Ohrenansatz dagegen ein kurzes und glattes Haarkleid, die Vorder- und Hinterläufe sind gut befedert. Drei Farbschläge sind laut Standard anerkannt, und zwar sable/white (= zobel-weiß), tricolor und blue-merle (= grau-meliert). Bei Sable ist jede Nuance von hellem Gold bis Mahagoni oder schattiert zugelassen. Tricolor bedeutet vorwiegend schwarz mit braunen Abzeichen an Läufen und Kopf. Bei Blue-merle wird ein silbriges Blau erwünscht, marmoriert mit Schwarz. Die für den Collie typischen weißen Abzeichen sind bei all diesen Farbschlägen erwünscht, was bedeutet, dass eine weiße Halskrause, weiße Brust, Beine und Pfoten und Rutenspitze sowie evtl. auch eine Blesse am Schädel auftreten darf.

In Belgien und Amerika wird auch der rein- weiße Collie gezüchtet, wodurch er manchmal auch in Deutschland zu sehen ist, jedoch nicht dem hiesigen Standard entspricht.

Wesen:

Langhaar Collie Der Collie ist ein sehr intelligenter und liebenswerter Hund. Er ist kinderfreundlich, verspielt und treu, möchte aber auf jeden Fall ein voll integriertes Mitglied der Familie sein. Zwingerhaltung ist keine Alternative für ihn. Als Hütehund braucht er viel Bewegung sowie geistige Herausforderung und eignet sich hervorragend für viele hundesportliche Aktivitäten sowie als Begleithund für seinen sportlichen Zweibeiner.

Verwendung:

Der Collie wird kaum noch in seiner eigentlichen Bestimmung, dem Treiben und Bewachen von Schafsherden eingesetzt. Er ist in erster Linie ein Familienhund, wird jedoch dank seiner Intelligenz und Gelehrigkeit auch gern als Spürhund in Rettungsstaffeln und als Therapiehund bei der Betreuung von Kranken und Behinderten.

Pflege:

Obwohl der Collie ein wirklich üppiges Fell hat, ist die Pflege nicht so intensiv wie erwartet. Das glatte Fell ist Schmutz abweisend und neigt nicht zum Verfilzen (mit Ausnahme der Achseln und Ohren). Bürsten 1 – 2 Mal die Woche ist ausreichend. Es ist empfehlenswert, den Hund bereits ab Welpenalter daran zu gewöhnen.
Rassespezifische Erkrankungen:

Vor ca. 20 Jahren entdeckte man den Gendefekt MDR1 bei einigen Collies ( an dem auch etliche andere Hunde leiden), der eine besondere Empfindlichkeit gegenüber dem Medikament   Ivermectin hervorruft, einem Stoff, der gegen Läuse, Zecken, Milben und Fadenwürmer und die durch diese Parasiten   hervorgerufenen Krankheiten   eingesetzt wird und bei betroffenen Tieren zu Zittern, Benommenheit bis hin zum Tod führen kann. Ein entsprechender Gentest ist erhältlich.

Eine weitere Disposition des Collies ist die Dermatyositis, eine genetisch bedingte Entzündung   der Haut, der Muskulatur und der Blutgefäße.

Collies können ebenfalls unter der Collie Eye Anomality leiden, einer Erbkrankheit, die den Augenhintergrund betrifft und zur Beeinträchtigung der Sehkraft bis hin zur Erblindung führen kann.
Die Lebenserwartung dieses liebenswerten Hundes liegt bei 12 – 14 Jahren.

Kauf einen jungen Hund
und du wirst für dein Geld wild entschlossene Liebe bekommen.
(Rudyard Kipling)

 

 

 

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