Miniatur Bullterrier

Mini BullterrierSeit 2006 steht der Miniatur Bullterrier in der Liste der „Vulnerable Native Breeds“ des englischen Kennel Clubs, d.h. er wurde von dem englischen Hundeverband auf die Liste der vom Aussterben bedrohten Hunderassen gesetzt, auf die Hunde gelangen, deren Eintragungen beim britischen Verband unter 300 pro Jahr gefallen sind.

In Deutschland dagegen steht der Miniatur Bullterrier seit Jahren laut der jährlichen Satistik für deutsches Hundewesen (VDH) in den Top 100 der Beliebtheitsskala für Rassehunde in Deutschland, wo er momentan den 54. Platz einnimmt. Er zählt zu den von der FCI (Fédération Cynologique internationale –der Statistik des Verbands Weltorganisation der Kynologie) anerkannten englischen Hunderassen und wird dort unter dem FCI-Standard, Nr. 359, Gruppe 3, Terrier Sektion 3: Bullartige Terrier geführt.

Im Gegensatz zum Bullterrier steht die kleinere Ausgabe, der Miniatur Bullterrier, nicht auf der Rasseliste für Kampfhunde. In anderen Ländern, wie u.a. der Schweiz, gibt es jedoch durchaus andere Bestimmungen. Bei Reiseplänen mit dem Hund sollte man sich rechtzeitig informieren.

Herkunft:

Die Urahnen des Miniatur Bullterriers sind identisch mit denen seines großen Bruders, des Bullterriers. Anfang des 19. Jahrhunderts wurden in England die ersten Bullterrier gezüchtet., die aus Kreuzungen von Bulldoggen, dem inzwschen ausgestorbenen Weißen Englischen Terrier und dem Dalmatiner entstanden waren. Hundekämpfe waren damals Volkssport, und man brauchte, nachdem das „Bullbaiting“ (Bullenbeißen) verboten worden war, für die an ihre Stelle tretenden und noch erlaubten Hundekämpfe schnellere, wendigere und leistungsfähigereHunde als die bisher eingesetzten eher schwerfälligeren Bulldoggen. Einer der bekanntesten Hundezüchter dieser neuen Rasse war James Hinks aus Birmingham, der um 1850 herum begann, eine effiziente Zucht aufzubauen von Hunden, die ziemlich gross und meist rauhhaarig waren, längere, gestreckte Köpfe und einen starken Fang hatten und keine losen Lefzen und keine Wammenbildung mehr aufwiesen wie die Bulldoggen. Diese Hunde waren extrem bissig und mutig im Kampf und waren für die Jagd und denTierkampf (Dachs, Ratten) gedacht, wurden aber auch schon auf Ausstellungen gezeigt. Nach dem Verbot der Hundekämpfe änderte sich auch das Zuchtziel der Züchter und die Bullterrier wurden dann als Familienhunde   gezüchtet. Seit Zuchtbeginn der Bullterrier existierten bereits zwei Größen, wobei die kleine Variante, der Toy Bull Terrier, seltener anzutreffen und weniger beliebt war als sein großer Verwandter. Diese beiden Terrier wurden immer getrennt bewertet, jedoch wurde der Toy Bullterrier 1918 aus dem Zuchtregister des Kennel Clubs ganz gestrichen und die Rasse erst im Jahre 1938 mit der Gründung eines Zuchtclubs für Miniatur-Bullterriers wiederbelebt. Erst im Jahre 2011 erkannte auch der FCI diese Hunde als eigene Rasse an. Nach Deutschland kamen die ersten Miniatur Bullterrier imJahre 1972 und erfreuen sich seitdem einer steigenden Beliebtheit.
Im Jahre 2012 wurden 544 Miniatur-Bullterrierwelpen beim VDH registriert.

Mini Bullterrier


Aussehen:

Der Miniatur Bullterrier ist das genaue verkleinerte Abbild des großen Bullterriers. Auch der Standard ist bis auf die Größe völlig identisch. Er ist ein kompakter, sehr muskulöser Hund mit starken Knochen und einer Widerrristhöhe bis höchstens 35,5 cm. Eine offizielle Gewichtsbegrenzung ist im Standard nicht festgelegt. Im Allgemeinen liegt das Gewicht des Rüdens jedoch bei ca. 15 kg, das der Hündin bei etwa 11 kg. Das besondere Merkmal dieses kleinen Hundes ist sein von vorne betrachteter eiförmiger Bullykopf, d. h. das Profil des Bullterriers verläuft ohne Einbuchtung vom Oberkopf bis zur leicht nach unten gebogener Nasenspitze. Sein Schädel ist flach, der Nasenschwamm schwarz mit gut entwickelten Nasenöffnungen. Seine Lefzen liegen straff an, Kiefer und Zähne sind kräftig und von guter Größe. Die Augen sind schmal und schräg stehend von schwarzer oder dunkelbrauner Farbe, die Ohren klein und dünn und nahe zueinander stehend und werden aufrecht getragen.Sein muskulöser Hals ist lang und gebogen, die Rippen sind markant gewölbt, der Rücken kurz und kräftig. Die Rute ist tief angesetzt, kurz und endet in einer feinen Spitze. Die Vorderläufe sollen ca. so lang sein wie die Brust tief ist. Schultern und Oberschenkel sind muskulös, Kniegelenk, Sprunggelenk und Unterschenkel gut gewinkelt. Seine Pfoten sind rund und kompakt. Das Haarkleid des Miniatur Bullterriers ist kurz und glatt in den unterschiedlichsten Haarfarben, wie rein weiß, schwarz, braun, weiß mit braun, gestromt oder dreifarbig.

Wesen:

Der Miniatur Bullterrier ist ein sehr aktiver, mutiger, verspielter und - entgegen der weitverbreiteten Meinung – auch freundlicher Hund, der sehr kinderlieb ist und ein treuer Familienhund sein kann. Er ist äußerst bewegungsfreudig, anhänglich und braucht viel Zuwendung und ist daher für Zwingerhaltung nicht geeignet. Er ist kein Anfängerhund, denn seiner Erziehung und Sozialisierung   sollte man von  Anfang an viel Zeit widmen. Er hat, wie viele Terrier, durchaus eine gewisse Sturheit und benötigt eine konsequente Erziehung und Sozialisierung vom Welpenalter an.Hundesport ist ideal für ihn, um seine Energie in die richtigen Bahnen zu lenken.

Mini Bullterrier Welpen

Rassepezifische Erkrankungen:

Der Minimatur Bullterrier ist an und für sich eine robuste Rasse, jedoch können bei ihm, wie bei jedem anderen Rassehund, einige spezifische oder genetische Erkrankungen auftreten.
Augenerkrankungen: Dazu zählen z.B.: die Primäre Linsen Luxation (PLL): Hier gibt es seit 2009 einen entsprechenden DNA  -Test. An der Progressiven Retina Atrophie   (PRA) können die „Minis“, wenn auch selten, ebenfalls erkranken.
Herzerkrankungen: Bekannt sind bei der Miniatur-Bullterrier das Auftreten von Aortenstenose und Mitralklappen-Dysplasie.
Weitere möglichen Krankheitsdispositionen sind die Patellaluxation, Nierenerkrankungen, Epilepsie   sowie die Tracheostenose (Airway Disease) oder Trachealkollaps.
Die Lebenserwartung dieses außergewöhnlichen Hundes liegt bei 11 – 14 Jahren.

Jack Mildenhall, ein bekannter Bullterrierzüchter, Richter und Autor des Buches "Bully for me!":schreibt:

Es gibt ein paar hundert Hunderassen,
einfach nur Hunde,
und es gibt Bullterrier.

- Anzeige -

Das könnte Sie ebenfalls interessieren: