Pudel

Pudel In den Jahren 1989, 1990 und 1991 nahm der amerikanische Musher John Sutor an dem härtestens Schlittenhundrennen der Welt, dem Iditarod, teil mit einem Gespann, das aus sechs Großpudeln bestand. Er gewann zwar nicht das 1.600 km lange Rennen, aber erreichte mit seinen Pudeln immerhin das Ziel und konnte damit beweisen, dass diese Rasse zu viel mehr imstande ist als gemeinhin von ihr angenommen wird-

Bereits seit vielen Jahren steht der Pudel, laut der jährlichen Statistik des Verbands für deutsches Hundewesen (VDH), an der sechsten Stelle der Beliebtheitsskala für Rassehunde in Deutschland. Er zählt zu den von der FCI (Fédération Cyologique internationale –der Weltorganisation der Kynologie) anerkannten Hunderassen und wird dort unter der FCI-Gruppe 9, Sektion 2 Standard Nr. 172, Gesellschafts- und Begleithunde geführt.

Herkunft:

Über die Herkunft des Pudels gibt es viele Geschichten. Bereits aus dem antiken Griechenland sowie aus dem alten Rom gibt es Abbildungen von Hunden mit zottigem Fell und Löwenschur, die zur Jagd eingesetzt wurden und eine gewisse Ähnlichkeit mit dem heutigen Pudel aufwiesen. Schon im 15. Jahrhundert wurde in der Literatur der Pudel, (dessen Name von dem altdeutschen Wort „Pfudel“, was soviel bedeutet wie „Pfütze“, kommt), als Canis familiaris aquaticus oder Wasserhund bezeichnet. Im 17./18. Jahrhundert nannte man alle rauhzottartigen Schäfer- und Wasserhunde „Pudel“ und beschrieb sie als Jagdhunde, die vor allem zur Entenjagd eingesetzt wurden und hervorragende Apportiereigenschaften, meist zottiges Fell hatten und keinen Fellwechsel. Schon damals wurden diese Hunde geschoren, um ihnen das Schwimmen zu erleichtern und sie vor dem kalten Wasser zu schützen, d. h. man ließ das Fell über Brust, Schulter, der Stirn und an den Fesseln stehen und schur die Lenden, Hinterbeine und den Bauch. Der Pudel verlor dann viele Jahre später als Jagdhund an Bedeutung, als die kurzhaarigen Jagdhunde verstärkt auftraten, denn deren Pflege war für die Jäger längst nicht so zeitaufwendig wie die der langhaarigen Pudel. Damit wandelte sich der Pudel nach und nach vom Jagdhund zu einem Gesellschafts- und Familienhund. Eine Glanzzeit erlebte er im 18. Jahrhundert, als er zum Modehund der sogenannten „feinen Gesellschaft“ wurde. Im Jahre 1880 wurden dann die ersten Rassekennzeichen für den Deutschen Pudel in Berlin aufgestellt und 1993 der Deutsche Pudel-Klub gegründet mit dem Ziel der Reinzucht und Förderung der Ausbreitung dieses schönen Hundes. Unterteilt wurde damals in große und kleine Pudel und in Schnüren- oder Wollpudel. Die Beliebtheit für diese Rasse stieg stark an. 1936 wurden dann in Zusammenarbeit mit dem französischen Pudelklub neue Standards aufgestellt und Frankreich als Ursprungsland erfasst. Die Beliebtheit für diese Rasse stieg in den folgenden Jahren ständig und erfuhr in den Siebziger Jahren einen regelrechten Boom. Momentan werden jährlich über 2.000 Pudelwelpen beim VDH registriert, wovon mehr als die Hälfte Zwergpudel sind.

Erscheinungsbild:

Pudel Laut dem FCI-Standard ist der Pudel ein eleganter Hund mit mittleren Proportionen und krausem, gelocktem oder geschnürtem Haarkleid. Der Kopf ist gradlinig und gut geschnitten mit ovalem Schädel. Die Länge der Schnauze beträgt ca. 9/10 des Schädels, der Fang ist kräftig, der Stop wenig ausgeprägt. Die Augen sind mandelförmig, dunkelbraun oder schwarz, die Ohren lang und herabhängend, die Nase schwarz, braun oder apricot. Der Rücken ist kurz und straff, die Lenden fest und muskulös. Die Rute ist ziemlich hoch angesetzt. Die Vorder- und Hinterpfoten sind eher klein und oval mit harten, festen Ballen. Die Gangart ist tänzelnd und leichtfüßig. Der Wollpudel (Pudel mit lockigem Haar) hat feines, wolliges Haar, das dicht und gleichmäßig sein soll mit ebenmäßigen Locken. Der Schnürenpudel hat Haar von feiner und wolliger Beschaffenheit, das charakteristische Schnüre von mindestens 20 cm Länge bilden soll.

Inzwischen wird der Pudel in vier Größen gezüchtet, und zwar in:
Großpudel: – 45 cm bis 60 cm
Kleinpudel: – 35 cm bis 45 cm
Zwergpudel: – 28 cm bis 35 cm
Toypudel: – 24 cm bis 28 cm

Anerkannte Fellfarben für alle Größen sind schwarz, weiß, braun, silber, apricot und rot. Die Farben müssen einheitlich sein ohne weiße Flecken.

Wesen:

Der Pudel ist nach dem Border Collier der zweitintelligenteste Hund. Er ist sehr gelehrig, sensibel, anhänglich und geduldig. Er ist äußerst verspielt und hat einen hohen Beschäftigungs- und Bewegungsbedarf. Die Erziehung sollte konsequent und liebevoll sein. Er ist für jede Art von körperlicher und geistiger Anregung sehr dankbar und ein wunderbarer Kandidat für Hundesport, Agility, Dog-dancing, Fly-Ball und alle Arten von sportlichen Aktivitäten. Er ist nach wie vor ein begeisterter Schwimmer. Er braucht Bewegung und Abwechslung und ist kein Hund für „Couch Potatoes“.  Kunststücke lernt er gerne und schnell. Er ist kinderlieb, aber auch wachsam und somit ein idealer Familienhund.

Pudel

Verwendung:

Als Jagdhund, wofür er ja eigentlich gezüchtet wurde, wird er nur noch äußerst selten eingesetzt. Er ist in erster Linie ein Familienhund. Man findet den Großpudel inzwischen jedoch auch als Arbeitshund, wo er als Sanitäts- oder Blindenführhund gute Dienste leistet. Aufgrund seines guten Geruchssinns wurde er auch gern als Trüffelsuchhund eingesetzt. Hat ein Zirkus Hundevorführungen im Programm, so wird man dort mit großer Wahrscheinlichkeit auch die gelehrigen Pudel antreffen.

Pflege:

Der Pudel haart nicht, genauer gesagt, abgestorbene Haare verwachsen mit dem gesunden Haar zu Spiralen oder auch zu Placken. Das bedeutet, dass der Pudel mindestens jeden zweiten Tag gut gebürstet werden und alle 6 – 8 Wochen zum Hundefriseur muss. Man kann das Fell natürlich mit ein klein wenig Übung auch selbst schneiden. Regelmäßig gemacht ist dies kein großer Aufwand, nur sollte man sich darüber im Klaren sein, wenn man sich einen Pudel anschaffen möchte.

Rassespezifische Erkrankungen:

Wie bei allen größeren Hunden findet man auch beim Großpudel ab und zu die erbliche Hüftgelenksdysplasie  . Man versucht, dieses Problem zu minimieren, indem nur zweifelsfrei gesunde Hunde (Nachweis durch Röntgenaufnahme) zur Zucht zugelassen werden. Bei den drei anderen Pudelgrößen findet man gelegentlich die erbliche Augenerkrankung prcd PRA, bei der es sich um eine autosomal-rezessive Netzhauterkrankung handelt, die zur Erblindung des betroffenen Tieres führen kann. Zwerg- und Toypudel können unter einer Patella-Luxation leiden. All diese Erkrankungen können jedoch durch Tests der Zuchttiere ausgeschlossen werden.
Die Lebenserwartung diesen intelligenten und liebenswerten Hundes beträgt 12 – 15 Jahre.

Wer nie einen Hund gehabt hat, weiß nicht,
was lieben und geliebt werden heißt.
Arthur Schopenhauer

 

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