Rhodesian Ridgeback

Rhodesien RidgebackEin unverwechselbares Merkmal des Rhodesian Ridgebacks, das dieser Hunderasse seinen Namen gegeben hat, ist sein „Ridge“, ein Rückenfellstreifen oder Haarkamm auf dem Rücken, der entgegengesetzt zu der normalen Haarrichtung wächst, genau hinter den Schulterblättern in einer Breite von ca. 5 cm beginnt und sich allmählich verjüngend bis hin zu den Hüften erstreckt. Der Ridge beginnt mit der sogenannten „Box“, einer Erweiterung des Ridges, die zwei symmetrisch angeordnete „Kronen“ (Haarwirbel) aufweisen soll, die rund, eckig, oval, oder herzförmig sein können.

Der Rhodesian Ridgeback ist die einzige anerkannte Hunderasse, die aus den südafrikanischen Ländern stammt. Er steht bereits seit vielen Jahren in der Bestseller-Liste des Verbands für deutsches Hundewesen (VDH), wo er sich zurzeit an der 18. Stelle der Beliebtheitsskala für Rassehunde in Deutschland befindet.  Er zählt zu den von der FCI (Fédération Cynologique internationale – der Weltorganisation der Kynologie) anerkannten Hunderassen und wird dort unter dem FCI-Standard Nr. 146, Gruppe 6, Sektion 3 (Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen) geführt.

Herkunft:

Über Hunde mit einem Rückenkamm im südlichen Afrika berichteten die Portugiesen bereits im15. Jahrhundert, und auch die ersten weißen Siedler sprachen von den Hunden der Khoi-Khoi (einheimischer Name für die Hottentotten), die einen Ridge hatten und die furchtlos mit den Dorfbewohnern jagten und sie vor den Raubtieren beschützten. Dieser sogenannte „Khoi-Khoi-Hund“ vermischte sich im Laufe der Zeit mit aus Europa eingeführten Hunden, und einige Exemplare gelangten ca. 1880 durch Missionare auch in das Löwenland, dem damaligen Rhodesien (heute Zimbabwe). Hier erregten sie das Interesse eines Großwildjägers, der von den jagdlichen Qualitäten dieser Hunde sehr begeistert war und begann, die allgemein „Lion Dogs“ genannten Hunde zu züchten mit dem Ziel, einen pflegeleichten Hund zu erhalten, der für die Jagd unter extremen Bedingungen geeignet ist, wenig Wasser braucht, auf Sicht und Nase jagen kann, schnell, kraftvoll, ausdauernd und wendig ist. Dazu kreuzte er die vorhandenen Hunde mit Deutschen Doggen und verschiedenen anderen europäischen Jagdhunden. Den Namen „Lion Dogs“ erhielten die Hunde, weil sie furchtlos gegenüber Raubtieren waren und auch bei der Jagd auf Löwen eingesetzt wurden, wo sie natürlich nicht, wie ab und zu berichtet wird, mit den Löwen kämpften, sondern sie nur stellten und solange in Schach hielten, bis die Jäger eintrafen. Außerdem bewachten diese Hunde Haus und Hof ihrer Besitzer sowie die Viehherden. Die Lion-Dogs gewannen immer mehr an Beliebtheit, und im Jahre 1922 wurde in Bulawayo in Rhodesien der erste Rhodesian Ridgeback Club gegründet und die ersten Rassestandards festgelegt, wobei die Gründer sich in erster Linie an den Standard des damaligen Dalmatiners orientierten. Im Jahre 1924 wurden die Rhodesian Ridgebacks als Rasse von der South African Kennel Union (Organisation, die Südafrika beim FCI vertritt) anerkannt und der Ridge in Form, Größe und Aussehen als Kennzeichen dieser Rasse festgelegt. Der erste nachgewiesene Ridgeback-Wurf in Deutschland wurde erst im Jahre 1974 registriert, und der erste deutsche Ridgeback-Club im Jahre 1976 gegründet, womit die Zucht auch hier begann. Inzwischen ist der Rhodesian Ridgeback weltweit verbreitet und erfreut sich einer immer noch steigender Beliebtheit.

Im Jahre 2011 wurden beim VDH 976 Ridgeback-Welpengeburten registriert.

Rhodesien Ridgeback


Aussehen:

Rhodesien RidgebackDer Rhodesian Ridgeback ist ein intelligenter, starker, aktiver Hund mit dem ungewöhnlichen Merkmal des Ridges auf dem Rücken. Die Widerristhöhe des Rüdens liegt bei 63 – 69 cm bei einem Gewicht von durchschnittlich 36,5 kg, die Schulterhöhe der Hündin beträgt 61 – 66 cm bei einem Gewicht von ca. 32 kg. Sein Kopf ist von mittlerer Länge, flach und breit zwischen den Ohren mit einem gut erkennbaren Stirnabsatz. Der Fang ist lang und kräftig mit straffen Lefzen und einem starken Kiefer mit einem vollständigen Scherengebiss und gut entwickelten Eck- und Fangzähnen. Die Nase kann schwarz oder braun sein. Die Augen sind rund und in der Farbe passend zur Fellfarbe. Die Ohren sind mittelgroß und hoch angesetzt, im Ansatz ziemlich breit und zur Spitze, die etwas abgerundet ist, schmaler werdend. Der Hals ist kräftig und verhältnismäßig lang, der Rücken kräftig und starken, leicht gewölbten Lenden. Die Brust ist tief und mäßig breit mit ebenfalls mäßig gewölbten Rippen. Die Vorderläufe sind stark und gerade, die Pfoten rund, die Hinterhand muskulös und schlank mit gut gewinkeltem Knie. Die Rute ist mäßig lang und kräftig am Ansatz. Sie verjüngt sich zur Spitze hin und wird leicht gebogen getragen, darf jedoch nicht geringelt sein. Das Fell des Ridgebacks ist glatt, kurz und dicht mit dem unverwechselbaren Ridge, der oben bereits beschrieben wurde. Die erlaubten Farben variieren von hell-weizenfarben bis rot-weizenfarben mit wenigen erlaubten weißen Flecken an den Zehen und der Brust.

Wesen:

Rhodesien RidgebackDer Rhodesian Ridgeback ist ein temperamentvoller, mutiger und intelligenter Hund, der sehr lernwillig und selbstständig ist und dadurch auch eine gewisse Eigenwilligkeit aufweisen kann. Er benötigt eine konsequente Erziehung, die jedoch sehr hundefreundlich und auf Belohnung ausgelegt sein sollte, da dieser Hund als sehr sensibel gilt und auf Druck eher verweigert. Er ist ein „Spätentwickler“, dessen körperliche und geistige Entwicklung frühestens mit zwei Jahren völlig abgeschlossen ist. Seiner Bezugsperson gegenüber ist er treu ergeben, was auch die Familie mit einschließt, Fremden gegenüber ist er eher zurückhaltend, jedoch niemals aggressiv. Er kann durchaus einen gewissen Jagdtrieb sowie ein Territorialbewusstsein aufweisen.. Er ist ein Arbeitshund, der entsprechend körperlich   und geistig ausgelastet werden sollte.

Verwendung:

Der Rhodesian Ridgeback wird aufgrund seines Mutes, seiner Ausdauer, Wendigkeit und seiner guten Nase gerne als Fährtensuchhund und als Schutz- und Wachhund sowie als Rettungshund eingesetzt, wo er wahre Höchstleistungen erbringt. Besonders als Schutzhund ist er inzwischen sehr begehrt, da er eine Art sechsten Sinn für Gefahr zu haben scheint. Als Jagdgebrauchshund ist die Rasse in Deutschland jedoch bisher nicht anerkannt. Und er ist inzwischen auch ein beliebter Familienhund geworden, der bei entsprechender Führung ein wunderbarer Begleiter ist. Er will ein vollwertiges Mitglied der Familie und immer dabei sein. Für Zwingerhaltung ist er deshalb nicht geeignet. Er braucht viel Bewegung und ist ein begeisterter Partner für den sportlichen Menschen beim Joggen oder Radfahren. Agility, Mantrailing und Fährtensuche sind ideale Beschäftigungen für ihn, denn dieser Hund liebt nicht nur die körperliche Auslastung, sondern braucht auch die geistige Beschäftigung. Er ist kein Hund für Hundeanfänger, sondern gehört eher in die Hände eines erfahrenen Hundehalters, dem er ein wundervoller Kamerad ist.

Rassetyische Erkrankungen:

Wie bei allen größeren Hunden kann auch beim Rhodesian Ridgeback die Hüftgelenksdysplasie   (HD  ) auftreten. Betroffene Tiere werden von den Verbänden nicht zur Zucht zugelassen. Eine weitere für diese Rasse typische Erkrankung   sind Dermoidzysten auch Dermoidsinus genannt, die zu Hauteinstülpungen am Hunderücken führen, was zu starken Schmerzen und sogar Paralysen führen kann. Die Verbände schließen betroffene Tiere von der Zucht aus. Ridgebacks können ebenfalls Schilddrüsenprobleme bekommen und von Taubheit betroffen werden sowie an Degenerativer Myelopathie leiden, einer Erkrankung des Rückenmarks..
Die Lebenserwartung dieses eindrucksvollen Hundes beträgt durchschnittlich 10- 12 Jahre.

Seit einst die Treue aus der Welt verloren,
hat sie zum Sitz des Hundes Herz erkoren
Bernhard Kellermann

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