Riesenschnauzer

RiesenschnauzerDen Namen „Schnauzer“ verdankt diese Rasse ihrem unglaublich ausgeprägten Schnurrbart, der in dieser Form ein unverwechselbares Merkmal dieses Hundetyps ist, die in Riesen-, Mittel- und Zwergschnauzer unterteilt wird. Der Riesenschnauzer, auf den hier im Folgenden eingegangen werden soll, ist von diesen drei einzeln gelisteten Rassen die größte Ausgabe.

Bereits seit vielen Jahren steht der Riesenschnauzer in der Bestseller-Liste des Verbands für deutsches Hundewesen (VDH), wo er sich zurzeit an der 22. Stelle der Beliebtheitsskala für Rassehunde in Deutschland befindet. Er zählt zu den von der FCI (Fédération Cynologique internationale – der Weltorganisation der Kynologie) anerkannten Hunderassen und wird dort unter dem FCI-Standard Nr. 181, Gruppe 2: Pinscher und Schnauer – Molosser – Schweizer Sennenhunde und andere Rasse, Sektion 1 Pinscher und Schnauzer geführt.

Herkunft:

Vorfahren des Riesenschnauzers waren die Hunde der Bauern und Fuhrleute der vergangenen Jahrhunderte im Süden Deutschlands, wobei diese Tiere von ihren damaligen Herren noch nicht nach Aussehen, sondern in erster Linie nach ihren Gebrauchseigenschaften ausgewählt wurden. Fuhrleute und Bauern benötigten widerstandsfähige Hunde, die intelligent, stark, wachsam und mutig waren, um Haus, Hof und Fuhrwerk zu bewachen, ausdauernd genug, um am Fuhrwerk zu laufen und mit einem Haarkleid, das pflegeleicht und wetterunempfindlich war. Es waren Treib- und Wachhunde, die in der Gegend um München herum sehr weit verbreitet waren und dort auch Begleiter der Brauereiwagen waren, die sie zu bewachen hatten. Sie wurden auch „Münchner“ oder „Bierschnauzer“ genannt. Der Name Riesenschnauzer wurde erst später gewählt. Es waren rauhhaarige, zottelige Hunde mit längeren und gröberen Deckhaaren, wobei sich diese längere Behaarung auch auf Läufe und Gesicht erstreckte. Aus diesem „Hunderohmaterial“ wurde ab Ende des 19. Jahrhunderts u.a. auch die Rasse der heutigen Riesenschnauzer herangezüchtet. Die ersten Münchner Schnauzer wurden im Jahre 1910 ins Zuchtbuch des Pinscher-Schnauzer-Klubs eingetragen. Wirklich intensiv wurde erst kurz vor dem Ersten Weltkrieg gezüchtet und durch Einkreuzung großer Bauernhunde sowie wahrscheinlich auch Doggen, Schäferhunde und Großpudel entstand der heutige große Riesenschnauzer. Er wurde 1925 als offizieller Diensthund anerkannt. Die Nachfrage nach Furcht einflößenden, imposanten Schutzhunden stieg nach dem 1. Weltkrieg stark an und damit auch die Beliebtheit des Riesenschnauzers, der auch über die Grenzen Deutschlands hin immer bekannter wurde. 1990 waren bereits 1600 Riesenschnauzer im Pinscher-Schnauzer-Klub eingetragen. Im Jahre 2011 wurden beim VDH 890 Riesenschnauzer-Welpen registriert.

Riesenschnauzer


Aussehen:

Der Riesenschnauzer ist ein großer, kräftiger, rauhhaariger, etwas gedrungen wirkender Hund mit einer Widerristhöhe zwischen 60 – 70 cm und einem Gewicht zwischen 35 und 47kg. Sein Körperbau ist quadratisch, d.h. die Widerristhöhe entspricht in etwa seiner Rumpflänge. Er hat einen kräftigen, langen Schädel mit flacher Stirn und einem durch die Brauen betonten, deutlichen Stop. Seine Nasenkuppe ist gut ausgebildet und immer schwarz mit einem geraden Nasenrücken. Ober- und Unterkiefer sind kräftig mit komplettem Scherengebiss. Die Augen sind oval, dunkel und mittelgroß und nach vorn gerichtet. Er hat hoch angesetzte, v-förmige Klappohren. Der Nacken ist muskulös und stark, der Rücken kräftig und kurz, die Brust mässig breit mit markant ausgebildeter Brustbeinspitze. Die Rute ist naturbelassen, Vorderläufe sind stämmig mit kurzen, runden Vorderpfoten.

Das Haar des Riesenschnauzers ist hart, dicht und drahtig mit einer dichten Unterwolle und hartem, eng anliegendem Deckhaar, das weder struppig noch gewellt sein soll. Typisch für diesen Hund ist der Bart um den Fang herum und die buschigen Augenbrauen, die die Augen etwas überschatten. Zugelassene Haarfarben sind rein Schwarz mit schwarzer Unterwolle sowie die Farbe Pfeffersalz. Für letztere Farbe wird eine mittlere Tönung angestrebt mit gleichmäßig pigmentierter Pfefferung und grauer Unterwolle in den Farbnuancen von dunklem Eisengrau bis Silbergrau. Ebenfalls erwünscht ist eine dunkle Maske.

Wesen:

Der Riesenschnauzer ist ein intelligenter, ausgeglichener Hund. Er ist sehr anhänglich und liebt seine Menschen über alles, ist Fremden gegenüber jedoch eher zurückhaltend oder gleichgültig. Er ist ein sehr ausdauernder, widerstandsfähiger, wachsamer Hund, der äußerst bewegungs- und spielfreudig ist, jedoch auch Jagdtrieb entwickelt. Seine Erziehung sollte zwar konsequent, aber auch sensibel sein, da er auf Härte oft verstört reagiert.

Verwendung:

Seine Wachsamkeit, Intelligenz und Belastbarkeit machen ihn zu einem idealen Diensthund, der bei Polizei und Zoll hervorragende Dienste leistet und sogar als Blindenhund eingesetzt wird. Und er ist auch ein idealer Familienhund, der ein begeisterter Begleiter für den sportlichen Menschen ist, sei es beim Joggen, Reiten, Radfahren oder Wandern, denn er hat viel Temperament und braucht unbedingt viel Bewegung. Hundesportarten sind ideal für ihn, denn er sollte auch geistig ausgelastet werden. Sein Temperament ist oft ungestüm, weshalb er für Familien mit kleineren Kindern nicht die erste Wahl sein sollte. Er braucht viel Platz und ist deshalb nicht der ideale Hund für eine kleine Wohnung.

Riesenschnauzer


Pflege

Der Riesenschnauzer benötigt eine etwas intensivere Fellpflege als andere Hunde. Sein Haar wächst bis zu einer bestimmten Länge und stirbt dann ab, muss jedoch, da es nicht abfällt, in gewissen Abständen durch Trimmen entfernt werden, um das typische Schnauzer-Aussehen zu erhalten. Regelmäßiges Bürsten ist also notwendig sowie Besuche beim Hundefriseur.

Rassetypische Krankheiten  :

Wie bei allen großen Hunden kann auch hier die Hüftdysplasie   auftreten. Weitere mögliche Krankheitsdispositionen für diese Rasse sind Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), autoimmunhämolytische Anämie  ( AIHA), Epilepsie   und Krallenkrebs.

Die Lebenserwartung dieses stattlichen Hundes beträgt ca. 12 Jahre.

Wir schenken unseren Hunden ein klein wenig Liebe und Zeit.
Dafür schenken sie uns restlos alles, was sie zu bieten haben.
Es ist zweifellos das beste Geschäft, das der Mensch je gemacht hat.
Roger A. Caras (Präsident des britischen Tierschutzes)

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