Der Scottish Terrier

Scottish TerrierLiebhaber von schottischem Whiskey kennen diesen Hund schon seit Langem, selbst wenn sie keine Hundeexperten sind. Er ziert „ganz in Schwarz“ zusammen mit einem weißen West Highland Terrier bereits seit dem Ende des 19. Jahrhunderts das Etikett einer bekannten schottischen Whiskey-Marke und ist damit das Motiv eines der ältesten Logos, die bisher entwickelt wurden. Er zählt, zusammen mit dem Skye Terrier, dem Cairn Terrier und dem West Highland Terrier, zu den vier schottischen Terrierrassen, die in diesem rauen Klima entstanden und geprägt wurden.
Seit einigen Jahren steht der Scottish Terrier nun auch in den Top 100 des Verbandes für Deutsches Hundewesen (VDH), wo er momentan den 79. Platz in der Beliebtheitsskala einnimmt. Der Scottish Terrier ist eine von der FCI (Fédération Cynologique Internationale – der Weltorganisation der Kynologie) anerkannte englische Hunderasse und wird dort unter dem Standard Nr. 73, Gruppe 3:Terrier, Sektion 2: Niederläufige Terrier, geführt.

Herkunft:

Erste schriftliche Aufzeichnungen über den Scottish Terrier (auch „Scotch Terrier“ oder liebevoll „Scottie“ oder „Gentleman der Terrier“ genannt) gibt es erst seit dem Jahre 1879. Vorher war dieser Hund völlig unbekannt. Das ist auch nicht verwunderlich, denn er war ein Hund der Bauern, Wildhüter und Jäger, die in den einsamen Gegenden des schottischen Hochlands lebten und wenig Kontakt zur Außenwelt hatten. Es waren Hunde unterschiedlichen Aussehens, die widerstandsfähig, wendig und muskulös waren mit kräftigem Gebiss und großem Mut, die für die Jagd auf Fuchs, Marder, Dachs und Otter als Bau- oder Erdhunde eingesetzt wurden und auch bei der Vernichtung von Ratten und Mäusen gute Dienste leisteten. Sie wurden damals als „Aberdeen Terrier“ bezeichnet und waren noch deutlich hochbeiniger als die heutigen „Scotties“. Fernab von Hundeausstellungen und Zuchtbemühungen entwickelten sich ursprüngliche Hunde, je nach Gegend, Bedarf und Einsatz von unterschiedlichstem Aussehen. Erst als Ende des 19. Jahrhunderts erste Exemplare auf Hundeausstellungen gezeigt wurden, wuchs auch das Interesse außerhalb Schottlands an dieser Hunderasse. Aber auch dann noch existierten die unterschiedlichsten Ansichten darüber, wie ein Scottish Terrier aussehen sollte, und erst im Standard von 1888 wurden einige Grundparameter festgelegt, die noch heute für den „Scottie“ gelten. Entsprechend diesen Standards wurde nun gezüchtet und das heutige Aussehen dieses Terriers geprägt. 1893 wurde der Scottish Terrier Club of England gegründet. Im Jahre 1901 wurde das erste Exemplar des “Schotten“ auch in Deutschland ausgestellt. Die ersten Eintragungen ins deutsche Zuchtbuch der Terrier erfolgten dann drei Jahre später. Damit gehört der Scottish Terrier zu den ältesten Terrierrassen, die in Deutschland zuchtbuchmäßig erfasst wurden. Die Zucht in Deutschland entwickelte sich sehr gut und führte dazu, dass der Scottish Terrier sich in den Dreißiger Jahren zu einem Modehund entwickelt hatte, jedoch wurde die Zucht während des 2. Weltkrieges erheblich reduziert, um dann in den Fünfziger Jahren wieder sprunghaft anzusteigen. Es wurden – nach dem damaligen Zeitgeschmack – jetzt vermehrt schwarze Hunde gezüchtet zulasten der gestromten Exemplare. Aber auch dieser Boom flachte wieder ab und die Eintragungen sanken wieder. Heute ist der Scottish Terrier im Straßenbild nicht mehr oft anzutreffen. Im Jahre 2012 wurden beim VDH in Deutschland 151 Welpengeburten registriert, mit absteigender Tendenz.

Scottish Terrier


Aussehen:

Der Scottish Terrier ist ein untersetzter, kurzläufiger Terrier mit einem Durchschnittsgewicht von 8,5 – 10,5 kg und einer Widerristhöhe von 25,4 – 38 cm. Er hat einen Kopf, der im Verhältnis zur Größe des Hundes ziemlich lang erscheint. Sein Schädel ist verhältnismäßig flach mit einem deutlichen Stop zwischen Schädel und Gesicht und einem schwarzen und großen Nasenschwamm. Er hat einen starken und tiefen Fang mit großen Zähnen und einem perfekten Scherengebiss. Seine mandelförmigen Augen sind dunkelbraun und liegen ziemlich weit auseinander, die Ohren sind zierlich, hoch angesetzt und aufrecht stehend. Typisch für den „Scottie“ ist sein ausgeprägter Schnurrbart und die langen Augenbrauen. Seine Rute ist mittellang und hoch angesetzt, ist dicker am Ansatz und verjüngt sich zur Spitze hin. Sie wird aufrecht oder leicht gebogen getragen. Sein Hals ist mäßig lang und kräftig, der Rücken verhältnismäßig kurz und muskulös, die Brust breit und tief mit gut gewölbten Rippen. Seine Vorderläufe sind gerade, die Pfoten haben gut gepolsterte Ballen. Die Hinterläufe sind sehr kräftig, die Hinterpfoten etwas kleiner als die Vorderpfoten. Das Haarkleid des Scottish Terriers besteht aus einem dichten, rauen und drahtigen Deckhaar mit einer kurzen, dichten und weichen Unterwolle, was zusammen eine schützende und wetterfeste Isolierung bietet. Die laut Standard zugelassenen Farben sind Schwarz, Weizen und gestromt in jeder Schattierung.

Scottish Terrier


Wesen:

Der Scottish Terrier ist ein wachsamer und hochintelligenter Hund. Er ist mutig, ohne jedoch aggressiv zu sein, wird jedoch seine Familie immer beschützen. Er wirkt durch sein Aussehen oft etwas mürrisch, ist jedoch ein angenehmer Haushund, der als sehr sensibel gilt. Seine uneingeschränkte Liebe und Treue gilt seiner Familie, Fremden gegenüber ist er eher misstrauisch und reserviert. Er ist sehr lernfähig, hat aber auch eine Neigung zur Eigenbrötlerei und, wie alle Terrier, auch zu einer gewissen Sturheit, die eine konsequente, liebevolle Erziehung erfordert. Er spielt und buddelt für sein Leben gerne, ist jedoch im Haus dann auch wieder ein ruhiger Zeitgenosse.

Verwendung:

Scottish TerrierDer Scottish Terrier ist nach wie vor ein beliebter Begleithund von Wildhütern und Jägern, hat sich jedoch in erster Linie einen Platz als Familien- und Begleithund erobert. Er ist für jede geistige Anregung dankbar und ist ein Hund, der durch seinen geringen Platzbedarf und bei entsprechendem Auslauf auch in Stadtwohnungen gut zu halten ist, denn er ist kein Kläffer. Er ist kein Hund für Gewaltmärsche, sondern hat einen eher mittleren Bewegungsdrang, wird seine Familie jedoch begeistert auf Wanderungen begleiten. Er spielt gerne und ist auch für einige Hundesportarten wie z. B. Agility zu begeistern. Er ist ein treuer Kamerad für jeden, der seine Eigenarten respektiert, für den jüngeren wie den älteren Menschen oder auch für die junge Familie, da er bei entsprechender Erziehung auch sehr liebevoll mit Kindern umgeht.

Pflege:

Das Haar des Scottish Terriers muss regelmäßig gebürstet und getrimmt werden, um sein charakteristisches Aussehen zu erhalten.

Rassespezifische Erkrankungen:

Genetisch bedingt bei dieser Rasse ist der „Scottiecramp“ oder „Schottenkrampf“ (Myoclonia congenita), eine neuromuskuläre, anfallartige Bewegungsstörung sowie die von Willebrand Erkrankung   (vWD – von Willebrand Disease), eine Blutgerinnungsstörung. In seltenen Fällen können Junghunde auch an der Cranio-mandibulären Osteopathie Die Prinzipien der Osteopathie ähneln denen der Chiropraktik.

">  erkranken, einer erblich bedingten, sehr schmerzhaften Knochenerkrankung des Schädels.

Die durchschnittliche Lebenserwartung dieses Charakterhundes liegt bei 12 – 15 Jahren.

Die Treue eines Hundes ist ein kostbares Geschenk,
das nicht minder bindende moralische Verpflichtungen auferlegt
als die Freundschaft eines Menschen.
(Konrad Lorenz)

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