Shetland Sheepdog (Sheltie)

SheltiDie Shetland Inseln, eine Inselgruppe nördlich von Schottland mit rauhem Klima und kargen Hügellandschaften, haben eine Reihe von Haustieren hervorgebracht, denen eines gemein ist: sie sind alle kleinwüchsig. Die bekanntesten sind die Shetland Ponies und die Shetland Schafe und damit verbunden auch der heimische Hütehund, der Shetland Sheepdog oder kurz „Sheltie“.

Bereits seit vielen Jahren steht der Sheltie in der Bestseller-Liste des Verbands für deutsches Hundewesen (VDH), wo er sich zurzeit an der 19. Stelle der Beliebtheitsskala für Rassehunde in Deutschland befindet. Er zählt zu den von der FCI (Fédération Cynologique internationale – der Weltorganisation der Kynologie) anerkannten Hunderassen und wird dort unter dem FCI-Standard Nr. 88, Gruppe 1: Hütehunde und Treibhunde, Sektion 1: Schäferhunde, geführt

Herkunft:

Über den Ursprung des Shelties ist wenig bekannt. Fest steht, dass er von den Shetland Inseln stammt, wo die Schäfer kleine, ausdauernde und genügsame Hunde zum Hüten ihrer Schafherden hatten. Diese waren unter dem Namen „Toonie Dogs“ bekannt (toon hießen die kleinen Schäferhütten) und waren vom Aussehen her noch völlig uneinheitlich. Walfänger aus Grönland brachten ihre kleinen Hunde auch mit auf die Inseln und aus Schottland eingereiste Collies taten ihr Übriges zum Aussehen der ansässigen Hütehunde. Schottische Pferdehändler und Marineoffiziere brachten diese Hunde dann Ende des 19. Jahrhunderts von den Inseln mit nach Schottland, wo sie dann auch schon bald auf Hundeausstellungen zu sehen waren. Im Jahre 1906 wurde der erste Klub auf den Shetland Islands gegründet, 1909 dann der Erste in Schottland. Der ursprüngliche Name dieser neuen Rasse „Shetland Collies“ musste aufgrund des Protestes der Collie-Züchter in „Shetland Sheep Dogs“ umgeändert werden. 1914 wurde die Rasse vom Kennel Club, dem Dachverband für Hundezucht im englisch sprachigen Raum, als selbstständige Rasse anerkannt. Die Shelties verbreiteten sich langsam aber stetig auch in andere Länder und haben momentan in Amerika und Japan die Collies in der Beliebtheitsskala abgelöst. Auf den Shetland Islands werden sie allerdings heutzutage so gut wie gar nicht mehr als Hütehunde eingesetzt, da man dort inzwischen vermehrt den Border Collie einsetzt.

Im Jahre 2011 wurden beim VDH 912 Sheltie-Welpen registriert. Die Tendenz der letzten Jahre ist steigend.

Aussehen:

Der Sheltie ist ein kleiner, langhaariger, gut proportionierter und schöner Arbeitshund. Die Widerristhöhe eines Rüden sollte laut Zuchtstandard idealerweise bei 37 cm liegen bei einem Gewicht von ca. 9 kg, die der Hündin bei 36 cm bei einem Gewicht von ca. 7 kg. Sein Kopf ist von oben oder seitlich betrachtet keilförmig mit breitem, flachem Schädel, deutlichem Stop, flachen Wangen und abgerundetem Fang. Fang und Schädel sollen gleich lang sein. Lefzen, Lidränder und Nase sind schwarz. Er hat mittelgroße, mandelförmige, leicht schräg stehende Augen, die entweder dunkel sind oder blau/blau gesprenkelt bei den Merles. Sein Kiefer ist kräftig mit einem regelmäßigen Scherengebiss mit 42 Zähnen, die Ohren klein und ziemlich eng zusammen stehend. Sein Hals ist muskulös und schön gebogen, der Körper etwas länger als die Widerristhöhe, gemessen von der Schulter zu den Sitzbeinhöckern. Die Brust ist tief, die Rippen gut gewölbt, der Rücken gerade, die Rute ist tief angesetzt und stark mit Fell bedeckt. Die Vorderpfoten sind kräftig und gerade mit ovalen, gut gepolsterten Pfoten, die Hinterhand muskulös mit deutlich gewinkeltem Kniegelenk.
Der Shetland Sheepdog hat ein sehr üppiges Haarkleid mit einem Doppelfell, dessen Deckhaar aus langem, geraden, harten Haar besteht mit einer dichten, kurzen und weichen Unterwolle. Seine Halskrause und Mähne sind besonders stark ausgeprägt, die Vorderläufe und oberen Hinterläufe sind äußerst gut befedert, das Gesicht trägt jedoch glattes Haar. Folgende Haarfarben sind lt. Standard zugelassen:
Zobelfarben: Reinfarben oder Schattierungen von hellem Gold bis sattem Mahagoni mit kräftigen Schattierungen ohne Wolfsfarben und Grau
Tricolor: Tiefschwarzer Körper mit lohfarbenen Abzeichen;
Blue Merle: Silbriges Blau mit schwarzen Sprenkeln und Marmorierung. Lohfarbene Abzeichen werden bevorzugt.
Ebenfalls anerkannt werden Schwarz-weiß und Schwarz mit Loh.

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Wesen:

Der Sheltie ist ein intelligenter, lebhafter und fröhlicher Hund. Laut einer Studie über tierische Intelligenz stehen diese Hunde auf Rang 6 von 132 getesteten Rassen. Der Sheltie ist äußerst arbeits- und lernfreudig und möchte seinem Herrn eigentlich immer gefallen. Er liebt zwar seine Familie und möchte ständig bei allem dabei sein, aber seine größte Zuneigung wird immer nur einer Person gehören. Fremden gegenüber ist er eher reserviert, jedoch nie aggressiv. Seine Erziehung sollte sensibel, aber konsequent sein. Auf strenge Erziehung reagiert er eher kontrovers. Sein Hüte- und Jagdtrieb sowie sein Beschützerinstinkt sind stark ausgeprägt, und er ist sehr wachsam. Er ist bewegungsaktiv und braucht genügend Auslauf, aber vor allem auch geistige Herausforderungen, um richtig ausgelastet zu sein.

Verwendung:

Dieser kleine intelligente Hund wird in den unterschiedlichsten Bereichen eingesetzt. Man findet ihn als Hüte-, Rettungs- oder Therapiehund und sogar als Lawinensuchhund. In erster Linie ist er aber ein idealer Familien- oder Haushund, der aufgrund seines Wesens nicht nur ein idealer Hund für eine sportliche Familie mit Kindern sein kann, sondern auch für ältere oder allein stehende Menschen. Er braucht Bewegung und ist daher auch ein begeisterter Teilnehmer an vielen Hundesportarten oder ein idealer Begleiter beim Wandern oder Joggen. Er ist damit ein wunderbarer Hund auch für Hundeanfänger.

Pflege:

Obwohl der Sheltie ein mehr als üppiges Haarkleid trägt, ist die Fellpflege nicht sehr aufwendig, da die dünnen und glatten Haare kaum verfilzen. Wöchentliches Bürsten ist völlig ausreichend, es sei denn, er ist gerade im Fellwechsel.

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Rassespezifische Krankheiten  :

Obwohl der Sheltie als eine verhältnismäßig robuste Rasse gilt, können auch bei ihm, wie bei allen Hunderassen, einige typische Erkrankungen auftreten.
MDR1-Defekt: An diesem Defekt, der eine besondere Empfindlichkeit gegenüber dem Medikament   Ivermectin hervorruft ( einem Stoff, der gegen Läuse, Zecken, Milben und Fadenwürmer und die durch diese Parasiten   hervorgerufenen Krankheiten eingesetzt wird), können Shelties genau wie Collies erkranken. Bei betroffenen Tieren kann es zu Zittern, Benommenheit bis hin zum Tod kommen. Ein entsprechender Gentest ist erhältlich.
Eine weitere Disposition des Sheltie ist die Dermatyositis, eine genetisch bedingte Entzündung   der Haut, der Muskulatur und der Blutgefäße.
Shelties können ebenfalls unter der Collie Eye Anomality leiden, einer Erbkrankheit, die den Augenhintergrund betrifft und zur Beeinträchtigung der Sehkraft bis hin zur Erblindung führen kann, und auch die progressive Retina-Atrophie   (PRA) kann bei ihnen auftreten.
Weitere mögliche Erkrankungen des Sheltie sind die von-Willebrand Disease, eine erbliche Blutkrankheit, sowie Schilddrüsenerunterfunktion und Hüftgelenksdysplasie  .

Die durchschnittliche Lebenserwartung dieses charmanten Hundes beträgt 10 bis 15 Jahre.

Gott hat die Erde, den Himmel und das Wasser geschaffen,
den Mond und die Sonne.
Er schuf Menschen und Vögel und wilde Tiere.
Aber den Hund erschuf er nicht: er hatte bereits einen.
Sprichwort der amerikanischen Ureinwohner

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