Siberian Husky

Sibiren HuskyDas gefährlichste und spektakulärste Schlittenhundrennen aller Zeiten, das in den Zeitungen als „Rennen gegen den Tod“ oder „Serum-Run“ beschrieben wurde, fand im Jahre 1925 in Alaska statt, als in der Stadt Nome eine Diphterie-Epidemie ausgebrochen war und es aufgrund der unglaublichen Kälte von bis zu minus 45 Grad Celsius nicht möglich war, das lebensnotwendige Serum aus der nächsten größeren Stadt per Luft oder Land zu befördern. Darauf machten sich 20 Schlittenhundegespanne der Umgebung mit insgesamt 150 Hunden zu einer unglaublichen Rettungsaktion auf. Sie transportierten das Serum in einer Art Staffellauf abwechselnd Tag und Nacht, legten dabei unter Lebensgefahr und großen Verlusten mit ihren Hunden 1.085 Kilometer zurück und erreichten schließlich nach 127,5 Stunden die Stadt Nome und konnten so die Epidemie besiegen. Die Mushers und ihre Hunde, darunter viele Siberian Huskies, wurden als Helden gefeiert. Dem Musher Kaasan, der die letzte Strecke fuhr, und seinem Leithund, dem Husky Balto, wurde daraufhin im Central Park in New York ein Denkmal gesetzt. Das jährliche stattfindende Iditarod-Rennen, das in Nome endet, erinnert immer noch an diesen „Sleddog-Express“ und die unglaubliche Leistung der Hunde und ihrer Schlittenführer.

Seit einigen Jahren steht der Siberian Husky nun auch in den Top 100 des Verbandes für Deutsches Hundewesen (VDH), wo er momentan den 68. Platz in der Beliebtheitsskala einnimmt. Der Siberian Husky ist eine vom FCI (Fédération Cynologique Internationale – der Weltorganisation der Kynologie) anerkannte Hunderasse aus den USA und wird dort unter dem Standard Nr. 270, Gruppe 5: Spitze und Hunde vom Urtyp, Sektion1 Nordische Schlittenhunde geführt.

Herkunft:

Schlittenhunde gibt es bereits seit Tausenden von Jahren, wie Felszeichnungen aus der jüngeren Steinzeit beweisen. Diese Tiere, deren Lebensraum die Arktis war, wurden jedoch nur nach ihrem Gebrauchszweck gezüchtet und nicht nach dem Aussehen. Es mussten ausdauernde Hunde sein, die klirrender Kälte trotzen konnten und kräftig, ausdauernd, genügsam und mutig waren. Sie waren reine Nutztiere, die in erster Linie als Zug- und Lasttiere dienten, aber auch als Jagdbegleiter und, wenn nötig, auch als lebende Fleischreserve und Felllieferanten. Aus diesen ursprünglichen Schlittenhunden entwickelten sich im Laufe der Zeit regional verschiedene Rassen, wie z. B. der Alaskan Malamute und auch der Siberian Husky, der für die meisten der Inbegriff des Schlittenhundes ist.  Nach Meinung der Kynologen begann die gezielte Zucht dieser Rasse schon vor ca. 4.000 Jahren, als die Tschuktschen, ein Volksstamm Sibirien, begannen, durch gezielte Auswahl der gesündesten und leistungsfähigen Tiere einen Arbeitshund zu erschaffen, der in seiner Art einmalig ist. Versuchen der russischen Regierung, die nomadisierenden Völker der Tundra und Taiga sesshaft zu machen, widerstanden die Tschuktschen lange Zeit, wodurch ihre Kultur und damit auch ihre Hunde lange von äußeren Einflüssen verschont wurde und der Husky sich seine Ursprünglichkeit bis ins 19. Jahrhundert bewahren konnte. Als Anfang des 20. Jahrhunderts der Goldrausch in Alaska einsetzte und auch dort Schlittenhunde dringend benötigt wurden, brachte ein russischer Pelzhändler die ersten Siberian Huskies mit in diese Region, wo die Hunde aufgrund ihrer geringen Größe zunächst belächelt wurden. Als jedoch ein Husky-Gespann in einem 408-Meilen-Rennen erfolgreich antrat und ein Jahr später gleich drei Husky-Schlitten die vorderen Plätze belegten, begann der Siegeszug dieser Hunde auch in Alaska. Bis zum Exportverbot im Jahre 1930 wurden immer mehr Hunde aus Sibirien importiert und die ersten Zuchten in Alaska aufgebaut mit dem Ziel, ein einheitlicheres Aussehen zu erreichen sowie einen etwas größeren Hund als die sibirischen Importhunde zu schaffen. Die Hunde wurden auch in die USA und nach Kanada verkauft, wo ebenfalls erfolgreiche Zuchten entstanden. Der Husky, so wie er heute aussieht, ist also auf Basis der importierten russischen Hunde in erster Linie in den USA entstanden, weshalb die neue Rasse 1930 dann auch als Rasse mit Ursprungsland USA vom American Kennel Club anerkannt wurde und die ersten Rassestandards im Jahre 1932 veröffentlicht wurden. In Deutschland wurden die ersten Siberian Huskies erst im Jahre 1967 registriert, und es entwickelte sich auch hier eine treue Fan-Gemeinde für diese außergewöhnlichen Hunde, die inzwischen mehr und mehr im deutschen Schlittenhundesport eingesetzt werden.
Im Jahre 2012 wurden beim VDH 339 Siberian Husky-Welpen registriert.

Sibiren Husky


Aussehen:

Der Siberian Husky ist ein eleganter, mittelgroßer Schlitten- und Arbeitshund. Die Widerristhöhe eines Rüden liegt zwischen 53 – 60 cm bei einem Gewicht von 20 – 28 kg, während die Hündinnen eine Schulterhöhe von 50 – 56 cm erreichen bei einem Gewicht von 15 – 23 kg. Sein Körperbau ist kompakt, jedoch nicht zu kräftig. Er hat einen mittelgroßen, leicht abgerundeten Schädel mit geradem Nasenrücken und ausgeprägtem Stop. Die Nasenfarbe passt zur Farbe des Fells und ist schwarz bei grauen, schwarzen und lohfarbenen Hunden und leberfarben bei roten und kupferfarbenen Exemplaren. Seine mandelförmigen Augen sind braun oder blau; manchmal kommen auch ein blaues und ein braunes (odd-eyed) oder sogar mehrfarbige Augen vor. Seine dreieckigen, mittelgroßen Stehohren sind dicht behaart, an der Spitze leicht abgerundet, hoch angesetzt und stehen eng beieinander. Er hat ein vollständiges und regelmäßiges Scherengebiss. Der Fang ist von mittlerer Breite und Länge, die Lefzen eng anliegend. Sein Hals ist mittellang und etwas gebogen und wird im Trab leicht nach vorn gestreckt. Der Rücken ist gerade und robust, die Brust tief und kräftig. Die Vorderläufe sind von vorn betrachtet gerade und stehen parallel zueinander, ebenso wie die Hinterläufe mit einem gut gewinkelten Knie. Die Pfoten sind mittelgroß, oval und dicht behaart mit dick gepolsterten, widerstandsfähigen Ballen. Die Rute des Siberian Huskie ist gut behaart und wird, wenn der Hund aufmerksam ist, sichelförmig über dem Rücken getragen. Im entspannten Zustand ist die Rute hängend. Sein Haarkleid ist mittellang und besteht aus zwei Schichten. Die Unterwolle ist fein und dicht und meistens weiß oder nur leicht gefärbt, das robuste und wasserabweisende Deckhaar ist eng anliegend und gerade, wobei alle Farbschläge von Reinweiß über Grau, Schwarz und Rot erlaubt sind. Ein Charakteristikum für viele Sibirische Huskies ist ihre Gesichtszeichnung (Maske), die in den verschiedensten Muster anzutreffen ist. Oft ist die Fellfärbung am Rücken deutlich kräftiger und nimmt zu den Seiten und Bauch hin immer mehr ab. Selten findet man auch geschecktes Fell (Pinto).

Wesen:

Laut dem FCI-Standard ist der Siberian Husky „freundlich und sanftmütig, aber auch aufmerksam und kontaktfreudig“. In Stanley Corens Buch „The Intelligence of Dogs“ nimmt er den 45. Rang ein, da seine Arbeits- und Gehorsamkeitsintelligenz eher durchschnittlich ist. Der Siberian Husky ist in seinem Verhalten teilweise immer noch wolfsähnlich. Sein Jagdtrieb ist ausgeprägt und er gilt als äußerst starrköpfig. Befehle, die ihm als nicht sinnvoll erscheinen, führt er nicht aus. Er ist ein Rudeltier und sollte idealerweise mit einem Partner gehalten werden, braucht aber sonst auf jeden Fall den engen Kontakt zu Artgenossen und zu seinem „Menschenrudel“. Seine Erziehung erfordert viel Geduld und Konsequenz, da der Husky Befehle immer wieder hinterfragen wird und seine Stellung im Rudel genau kennen muss. Und er ist äußerst bewegungsfreudig und braucht seine täglichen Kilometer, übrigens nur an der Leine, da er sonst gern mal Fersengeld gibt und so schnell nicht wieder auftauchen wird, wenn ihm der interessante Duft eines Hasen in die Nase gestiegen ist.

Sibiren Husky Welpen


Verwendung:

Seine Lieblingsbeschäftigung ist Laufen und noch mal Laufen. Er ist nach wie vor in der Lage, Lasten über viele Kilometer zu ziehen und wird in arktischen Regionen auch noch als Schlittenhund eingesetzt. Ebenso nach wie vor beliebt sind die Siberian Huskies bei Schlittenhundrennen,.die immer noch in vielen Ländern, sogar in Deutschland, stattfinden. Inzwischen gibt es viele „Hobby“-Musher, und auch beim Skijöring (einer Wintersportart, bei der ein Skifahrer an einem Seil von Schlittenhunden gezogen wird) werden diese Hunde gerne eingesetzt wie auch beim Ski-Pulka, einem Rennen, bei denen der Skifahrer auf Langlaufskiern steht. Im Sommer finden Hunderennen mit speziellen Rollern oder Trikes auf Waldwegen in vielen Ländern Europas statt. Der Siberian Husky ist also nur ein Hund für einen Menschen, der sich darüber im Klaren ist, dass man ihn -  wie auch immer - auslasten muss, sei es durch Schlittenhundesport, der in den letzten Jahren auch in Deutschland immer mehr Interessenten gewonnen hat oder durch Joggen, Rad- oder Rollerfahren, für die es inzwischen auch entsprechende Zuggeschirre für Hundesport gibt.. Der Siberian Husky ist kein Wachhund, denn für entsprechende Leckerlis würde er dem Einbrecher wohl noch beim Tragen helfen. Er bellt so gut wie nie, kann jedoch die Nachbarschaft durch lautes und langes Heulen, wenn er lange alleine gelassen wird, schon etwas „irritieren“. Er ist also kein Hund für Couch Potatoes, sondern eine Herausforderung für den sportlichen Menschen oder die sportliche Familie. Wer sich darüber im Klaren ist und die Zeit, Geduld und das Verständnis hat, sich mit diesem Individualisten und seinen Bedürfnissen einzulassen, wird einen Gefährten bekommen, dem er nicht nur viel frische Luft und Bewegung verdankt, sondern auch ein wunderbares Verhältnis zu einem noch sehr ursprünglichen Vierbeiner.

Rassetyptische Erkrankungen:

Der Siberian Husky ist eine sehr robuste Rasse, jedoch treten auch bei ihm einige genetisch bedingte Erkrankungen auf. Die Hüftgelenksdysplasie   (HD  ) kann bei ihm, wie bei jedem größerem Hund nicht ausgeschlossen werden, kommt jedoch äußerst selten vor. Es besteht eine gewisse Anfälligkeit für verschiedene Augenerkrankungen, wie jugendliche Katarakte, PRA (progressive Retina-Atrophie  ) sowie Hornhautdistrophie.

Die durchschnittliche Lebenserwartung dieses wunderschönen Hundes liegt bei 12 – 15 Jahren, was schon für seine gute Gesundheit spricht.

Hunde sind nicht alles im Leben,
aber sie machen alles im Leben lebenswert.
Roger Caras

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